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Gamesmarkt in Deutschland: Positive Marktentwicklung

News Roger

Der deutsche Spiele-Markt hat sich im 1. Halbjahr positiv entwickelt. In der ersten Jahreshälfte wurden insgesamt ca. 793 Millionen Euro mit dem Verkauf von PC- und Videospielsoftware sowie Einnahmen aus Online-Geschäftsmodellen erwirtschaftet – ein Prozent Wachstum zum Vorjahr.

Dies teilte uns heute der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. (BIU) im Vorfeld der gamescom heute auf Basis einer aktuellen Repräsentativbefragung von 25.000 Deutschen durch die GfK für das Segment der PC- und Konsolenspiele mit. Für das Online- und Browserspiele liegt eine Hochrechnung des BIU für das erste Halbjahr 2011 zugrunde. Bis zum Ende des Jahres geht der Verband insgesamt von einem leichten Umsatzwachstum bis 3 Prozent aus.

„Aktuell vollzieht sich ein digitaler Wandel in der Computer- und Videospielindustrie“ Olaf Wolters, Geschäftsführer des BIU, bezüglich den Marktzahlen im ersten Halbjahr 2011.

Zwar stellt der Verkauf von Spiele-Datenträgern nach wie vor die wichtigste Säule der Games-Industrie in Deutschland dar, digitale Geschäftsmodelle wie Downloads, Spiele-Apps, Online-Abonnements oder der Verkauf virtueller Güter im Rahmen von Online- und Browserspielen sind aber stark im Kommen und machen mittlerweile etwa 26 Prozent des Gesamtumsatzes aus: „Wir gehen davon aus, dass diese Online-Geschäftsmodelle in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen und das klassische Vertriebsmodell ergänzen werden. Voraussetzung dafür ist die flächendeckende Versorgung mit  Breitbandinternet, bei der Deutschland noch immer Nachholbedarf ha
PC-Spiele weiter auf Wachstumskurs

Der traditionelle Verkauf von PC- und Konsolenspielen per Datenträger und Downloads (inkl. Spiele-Apps) legte im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 33 Millionen verkaufte Spiele zu. Zugleich ging der Umsatz aufgrund geringerer Durchschnittspreise um 2 Prozent zurück auf 639 Millionen Euro.

Tragende Säule bleiben die Konsolenspiele, die für mehr als die Hälfte des Umsatzes in diesem Marktsegment verantwortlich sind. Im ersten Halbjahr 2011 nahm die Zahl der verkauften Konsolenspiele um 8 Prozent auf 10 Millionen zu, der Umsatz verringerte sich um 3 Prozent auf 323 Millionen Euro.

Der PC ist die beliebteste Gaming-Plattform der Deutschen: Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie des BIU geben 17,2 Millionen Menschen in Deutschland an, den PC zum Spielen zu nutzen, viele davon für Games im Internet. Das spiegelt sich auch im Markt  für PC-Spiele wieder, der nach einem starken Aufwärtstrend in 2010 seinen Wachstumskurs fortsetzen kann. Der Umsatz in diesem Segment kletterte im ersten Halbjahr 2011 um 2 Prozent auf insgesamt 201 Millionen Euro, die Stückzahl stieg sogar um 8 Prozent auf 12,3 Millionen verkaufte PC-Spiele. Dabei schlugen vor allem die digitalen Umsätze zu Buche, so konnten die Download-Zahlen im ersten Halbjahr 2011 um etwa 45 Prozent gesteigert werden.

Eine Stabilisierung zeigt das Marktsegment der mobilen Spielkonsolen, das nach den starken Rückgängen in den vergangen drei Jahren im ersten Halbjahr 2011 nur einen geringfügigen Umsatzrückgang von 1 Prozent auf 101 Millionen Euro verbuchte.  „Nachdem der Handheld-Markt 2010 die Talsohle erreicht hatte, ist mit der Einführung des Nintendo 3DS sowie der PlayStation Vita in 2012 wieder ein deutlicher Aufwärtstrend in diesem Marktsegment zu erwarten. Darüber hinaus stellen Spiele-Apps für Smartphones und Tablet-PCs eine spannende Erweiterung des mobilen Gaming-Portfolios dar“. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 7 Millionen Spiele-Apps in Deutschland verkauft, 13 Prozent mehr im Vergleich zu den Vorjahresmonaten. Zugleich sank der Umsatz mit den Spiele-Apps um 13 Prozent auf 15 Millionen Euro im ersten Halbjahr.

Bis Ende 2011 erwartet der BIU-Geschäftsführer wieder deutliches Wachstum bei den PC- und Konsolenspielen: „Auf der gamescom in Köln werden zahlreiche Blockbuster vorgestellt, die für einen Aufschwung im Markt für PC- und Konsolenspiele sorgen werden. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hat vor allem die Heimkonsole noch viel Potenzial in Deutschland und wird in Zukunft für positive Entwicklungen sorgen.“
Online- und Browser-Games auf Erfolgswelle

Online-Geschäftsmodelle sind aktuell das stärkste Wachstumsfeld der Games-Industrie. Die zweistelligen Wachstumskurven aus 2010 werden sich nach Schätzungen des BIU auch in diesem Jahr weiter fortsetzten. Nach einer aktuellen Hochrechnung für das erste Halbjahr 2011 ist insgesamt mit einem Wachstum um 15 Prozent von 134 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2010 auf 154 Millionen Euro im zweiten Halbjahr zu rechnen. Die Umsätze basieren auf Gebühren für Online-Abonnements und dem Verkauf virtueller Güter und Zusatzinhalte. Starke Online-Blockbuster hatten die Einnahmen mit Abonnements und Premium-Accounts 2010 um 24 Prozent wachsen lassen. Nach BIU-Schätzungen liegt der Umsatz in diesem Segment im ersten Halbjahr 2011 bei etwa 107 Millionen Euro, und damit 10 Prozent höher als im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010.

Die hohen Wachstumsraten im Bereich des Item-Selling, das 2010 um 38 Prozent zulegen konnte, werden nach Prognose des BIU auch in 2011 weiter anhalten. „Der Verkauf virtueller Spielgüter stellt eines der zukunftweisenden Erlösmodelle in der Gamesindustrie dar. Für das erste Halbjahr 2011 gehen wir von einem Wachstum um 30 Prozent auf 47 Millionen Euro Umsatz in Deutschland aus“, stellt Wolters abschliessend fest.

Marktzahlen und Hochrechnung

Die Marktzahlen des BIU basieren auf Befragungen der GfK von 25.000 Bundesbürgern. Für das Marktsegment der PC- und Konsolenspiele (Datenträger und Downloads, inkl. Spiele-Apps) im ersten Halbjahr 2011 liegt eine aktuelle Studie der GfK für die Monate Januar bis Juni 2011 zugrunde. Aufgrund statistischer Anpassungen kann es in den kommenden Wochen noch zu leichten Anpassungen dieser Marktzahlen kommen. Das Marktsegment der Online- und Browsergames wird einmal pro Jahr von der GfK erhoben und im Frühjahr eines Jahres rückwirkend dargestellt. Zur Bestimmung dieses wachsenden Marktsegments für das erste Halbjahr 2011 wurden die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2010 anhand einer Prognose des BIU für die ersten sechs Monate 2011  hochgerechnet.

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