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Killerspiele

Branchenverbänder fordern eine Entschuldigung von Herrmann

News Roger

Es war leider kein Aprilscherz, der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann verglich gestern die sogenannten Killerspiele direkt mit Kinderpornografie. Darauf musste natürlich reagiert werden!

Olaf Wolters, Geschäftsführer BIU:
“Aus unserer Sicht sind die Äusserungen von Herrn Hermann absolut nicht repräsentativ für die Politik der Bayerischen Staatsregierung. Diese hat sich in letzter Zeit verstärkt um die Förderung der Unterhaltungssoftwareindustrie bemüht, und insbesondere aus der Staatskanzlei sind deutlich differenziertere Aussagen zu unserer Branche zu hören. Wir fordern den Bayerischen Innenminister auf, seine politische Geisterfahrt am rechten Fahrbahnrand zu beenden und zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren. Das momentane Verhalten des Bayerischen Innenministers erinnert sehr stark an einen politischen Egoshooter, der sich mit rein populistischen und inhaltlich fragwürdigen Aussagen zu profilieren versucht.”

Stephan Reichart, Hauptgeschäftsführer G.A.M.E.:
“Die Aussage des Herrn Minister steht glücklicherweise nicht für Bayern insgesamt. Trotzdem ist sie für uns völlig inakzeptabel. Computerspiele derart zu kriminalisieren und mit Kinderpornografie zu vergleichen, ist polemischer Unsinn und diffamiert nicht nur unsere Branche insgesamt, sondern auch Millionen Computerspieler in Deutschland. Wer solche Aussagen trifft, zeigt deutlich, dass er sich noch nie mit Spielen beschäftigt hat und eine Politik des letzten Jahrhunderts vertritt. Mit Politikern wie Herrn Herrmann verliert die CSU jede Glaubwürdigkeit bei Millionen erwachsener Menschen und Wähler, die mit Computerspielen gross geworden sind, und disqualifiziert Bayern mittelfristig als Standort für Deutschlands wichtigste Entertainmentindustrie. Wir fordern von Herrn Herrmann eine deutliche Entschuldigung für diesen verbalen Fehlgriff.”

Frank Sliwka, Geschäftsführer ESB:
*“Auch der ESB schliesst sich mit seinen mehr als 60.000 Mitgliedern den Forderung der beiden Verbände G.A.M.E. und BIU an und fordert den Bayerischen Innenminister auf, endlich einen fairen und sachgerechten Dialog zu führen. Mit seiner öffentlich geäusserten politischen Haltung verhindert der Bayerische Innenminister diesen Dialog und fördert vielmehr die Ausgrenzung Tausender Jugendlicher. Er siedelt eine Generation deutscher junger Staatsbürger durch seine Äusserungen im Bereich der Kriminalität an. Der ESB erbittet vom Bayerischen Innenminister eine deutliche Entschuldigung! Solange dieses nicht geschieht, fordert der ESB seine Mitglieder auf, deutliche politische Signale gegen die CSU zu setzen.”
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