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2009-04-03T00:00:00+02:00

Afro Samurai Schwertkämpfer mit Gangsterattitüde

Test: PlayStation 3 · 03. Apr 2009 · Matt (redaktion)

Schwertkämpfer, Bazookas und ein durchgeknallter Ninja – "Afro Samurai" überrascht nicht nur mit einem unverbrauchten Setting, sondern auch einem sehr ungewöhnlichen Grafikstil. Ob das alles ist, was der Titel zu bieten hat oder doch mehr hinter der schicken Fassade steckt, erfahrt ihr in unserem Review süss-sauer.

Auch im Spiel folgt man der Handlung, die dem ein oder anderen vielleicht schon aus der abgefahrenen Anime-Serie oder den Mangas bekannt ist. In dem von Takashi Okazaki erfundenen Manga, geht es um zwei sagenumwobene Stirnbänder, Nummer Eins und Nummer Zwei. Diese sollen den Trägern übermenschliche Kräfte verleihen, doch nur der Träger des Bandes Nummer Zwei kann den Träger der Nummer Eins herausfordern. Die Nummer Zwei seinerseits muss sich jedem Herausforderer stellen. Als Kind wurde Afro Zeuge, wie sein Vater von Justice, der damaligen Nummer Zwei, getötet wurde und sinnt seit dem auf Rache. Bis Afro jedoch endlich vor seinem eigentlichen Ziel das Katana ziehen kann, muss er noch jede Menge Möchtegernhelden aus dem Weg räumen. Zur etwas konfusen Story gesellen sich dann noch einige Wendungen und Überraschungen hinzu, die es Nichtkennern der Comics oder Animes zusätzlich erschweren dem Plot zu folgen. Nur so viel noch: Afro wird darauf hingewiesen, dass sein Meister vermutlich mittlerweile die Nummer Zwei ist und stellt ihn zur Rede. Der wiederum stellt ihn vor die Wahl in Frieden zu leben oder mit dem Band unterzugehen. Man kann sich denken, das Afro nicht gerade den "Way of Love" sondern den "Way of Samurai" bevorzugt und seinen Meister daraufhin tötet. Als neuer Besitzer des Bandes ist er nun die Nummer Zwei und darf Justice endlich herausfordern.

Das braucht Zeit
So kompliziert die  Handlung, so kompliziert ist auch die Steuerung im ersten Moment. Obwohl es sich bei "Afro Samurai" um klassische Hack’n’Slay handelt, bietet die Steuerung doch genug Tiefgang um den Titel nicht zum reinen Button Masher verkommen zu lassen. Es gibt je einen Button für starke und schnell Schläge sowie einen für Tritte. Dazu kommen noch eine Schultertaste zum Blocken und eine Taste zum Springen. Das Kampfsystem beruht im Grunde genommen auf einem perfekten Timing zwischen Block und Konter. Da man oft von einer ganzen Horde Gegner attackiert wird bringt es nichts, sich blindlings ins Kampfgetümmel zu stürzen, sondern abwarten und Teetrinken ist angesagt. Hat man eine Schwertattacke der Gegner erfolgreich geblockt, kann man zum Gegenschlag ausholen. Da die Ninjas und Samurai teils wieselflink sind, hat man wirklich nur so eine Chance sie zu erwischen, ansonsten weichen sie jeder Attacke aus. Um auch den schnellsten Kämpfern und den grössten Gegnergruppen Herr zu werden, kann auf Knopfdruck eine Zeitlupe aktiviert werden, dann weicht Afro mit stylischen Moves Schwerthieben aus, oder setzt zu einem vernichtenden Hieb an, bei dem die Gegner nicht selten ihr Gliedmasse oder den ganzen Körper verlieren. Das Spiel ist ziemlich heftig in der Darstellung, und man kann seinen Widersachern praktisch alle Körperteile entwenden, doch das ist nur ein Tribut an die Comicvorlage. Manchmal muss man im so genannten "Körperteile"-Poker sogar genau darauf hinarbeiten um einen Bonus einzusacken. Auch wenn das Spiel in einem der Vorlage getreuen Comiclook daherkommt, sieht es teilweise doch recht heftig aus, wenn man einen Gegner in zwei Hälften teilt, um den Blick auf sein Innerstes freizulegen, und damit meine ich nicht sein Gefühle!

Samuel L. Jackson nervt
Afro ist in den weitläufigen, teils verworrenen Levels niemals alleine unterwegs. Ihm zur Seite steht sein grossmäuliges Alter Ego Ninja Ninja, seines Zeichens eine in tiefstem Gangster-Slang sprechende Quasselstrippe, der Samuel L. Jackson seine Stimme geliehen hat. Auf Knopfdruck erscheint der durchgeknallte Freak und weisst mit ein paar dummen Sprüche auf den richtigen Weg hin. Das ist am Anfang noch ganz witzig, aber fängt mit der Zeit ein wenig an zu nerven. Nicht zu Letzt weil er es natürlich nicht unterlassen kann, immer noch einen besserwisserischen Kommentar anzufügen und auch sonst mit dummen Sprüchen um die Ecke zu kommen. Insgesamt macht Samy Jackson aber einen gut Job, und verleiht der Figur mit seinem Trash-Talk ein gewisses Gangsterflair. Das "MF"-Wort gehört ja quasi zur Basis eines Samuel-L.-Jackson-Dialogs, und davon wird auch im Spiel ausgiebig gebrauch gemacht. Zudem ist Ninja Ninja auch der Erzähler der Geschichte und so kommt Jackson auch häufig, zumindest als Stimme, zum Einsatz. Auch Afro, eher wortkarg und verschwiegen, könnte direkt einem 70er-Jahre Blacksplosion-Film entsprungen sein. Mit selbst gedrehter Kippe im Mund und dem namens gebendem, gigantischen Afrolook setzt er die Coolness-Latte erst Mal ganz weit nach oben.

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