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2010-03-26T00:00:00+01:00

Red Steel 2 Cyber-Cowboy-Samurai-Western

Test: Nintendo Wii · 26. Mär 2010 · Matt (redaktion)

Für fortgeschrittene Samurais
Im Laufe der ersten Spielstunden schaltet ihr immer mehr Angriffe, Konter- und Block-Moves frei, die dem Kämpfen eine gewisse taktische Komponente verleihen. Dadurch erhält die Schwertklopperei genügend Tiefgang und verhindert, dass die Auseinandersetzungen zum blossen Umhergefuchteln mit der Wiimote gerät. Zudem dürfen wir unsere Ballermänner nach und nach aufrüsten. Da praktisch jedes zerstörte Objekt ein paar Münzen auf euer Konto wandern lassen, hat man das nötige Kleingeld hierfür schnell beisammen. Überhaupt mangelt es an Geld und Munition praktisch nie, zumindest im niedrigeren Schwierigkeitsgrad. So habe ich meinen Kämpfer zur beinah unbesiegbaren Kampfmaschine hochgezüchtet und dementsprechend in den Levels aufgeräumt.


Hey, good lookin’

Die interaktiven Zwischensequenzen gehören zum Hübschesten, was die Wii bisher zu bieten hat. Der Cel-Shading-Look glänzt mit vielen Details, schicken Lichteffekten und gelungenen Animationen. Und auch wenn man es befürchten könnte, so zieht sich die tolle Grafik auch im Spiel fort. Klar, müssen leichte Abstriche gemacht werden, aber "Red Steel 2" gehört ohne Frage zu den hübscheren Wii-Titeln. Man fragt sich nur ständig, weshalb es Ubisoft schafft so viel Grafikpower aus der Wii zu kitzeln und andere speisen uns ständig mit ihrer hässlichen 16-Bit-Optik ab. Hiermit wäre wieder Mal bewiesen, dass Nintendo’s Daddelkiste durchaus mehr auf dem Kasten hat als uns immer wieder Glauben gemacht werden will. Allerdings wird die Grafik in Form von zahlreichen Ladezeiten erkauft, was etwas lästig ist. Zwar wurden die Ladezeiten versucht durch Türöffnungsanimationen zu kaschieren, doch das ändert nichts daran, dass man alle zwei Minuten aus dem Spielfluss gerissen wird.
Der Levelaufbau ist zudem extrem linear und der Begriff "Schlauch-Level" passt bei "Red Steel 2" wie die Faust aufs Auge. Zudem muss man enorm viel Backtracking in Kauf nehmen, da man für jede Aufgabe wieder zurück ins Lager muss. Das streckt die Spielzeit nicht nur künstlich sondern macht auch keinen Spass. Später darf man dann zwar mehrere Aufträge gleichzeitig annehmen, trotzdem wird man immer wieder ins Basislager zurückbeordert, nur um sich den Erfolg bestätigen zu lassen. Das hätte man auch über Funksprüche regeln können.


Angriff der Klonkrieger
"Red Steel 2" macht viel richtig, aber leider nicht alles. Neben der ziemlich dürftigen deutschen Synchro, die zudem an einer miesen Soundqualität leidet, der Story, die man getrost auch hätte weglassen können, nervt vor allem, dass man immer wieder auf die gleichen Gegner trifft. Entweder habe die Jungs alle die gleiche Mutter oder stammen aus der örtlichen Klonfabrik. Wenigstens lockern Boss- und Zwischengegner die Kämpfe immer wieder auf. Aber da hätte man sich etwas mehr Abwechslung gewünscht. Dies gilt auch für die einzelnen Missionen, die zwar erfreulich kurz und knackig ausgefallen sind, dafür aber auch recht eintönig. Trotzdem habe ich Blut geleckt und will so schnell wie möglich wieder nach Caldera zurück, um im West-trifft-Ost-Abenteuer für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Fazit

"Red Steel 2" hat mich sehr positiv überrascht, das hätte ich vom gewagten Mix aus Cyber-Western und Samurai-Kult zu Beginn nicht gedacht. Die Präsentation ist vom Allerfeinsten und lässt einen grosszügig über ein paar Design- und Gameplay-Schnitzer hinwegsehen. Die Missionen sind erfreulich kurz gehalten und so empfiehlt sich der Titel auch mal für ein Runde zwischendurch. In Sachen Grafik zeigt Ubisoft, dass die Wii zu mehr fähig ist, als nur "Wii Sports"-Optik. Jetzt muss der Titel nur noch beweisen, dass er auch über längeren Zeitraum genug Abwechslung bietet. Wir bleiben dran…

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