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"Computergames - Riskante Unterhaltung?" - Eine Zusammenfassung

News Roger

Ende September lud das Institut für Angewandte Psychologie der ZHAW zu einem Informationsevent unter dem Namen „Computergames – Riskante Unterhaltung?“ im Bernhard-Theater in Zürich ein - wir haben bereits berichtet.

Gespannt lauschten die Zuschauer dem Referat von Prof. Dr. Daniel Süss, welcher eine umfassende, kritische, aber auch faire Sicht auf die Chancen und Gefahren des Mediums Computerspiel aufzeigte. Anschliessend diskutierten Experten in einem Podiumsgespräch über verschiedene Aspekte des Themas und beantworteten Fragen aus dem Publikum. Der Anlass war hochinteressant, und deshalb wollen wir euch ein wenig daran teilhaben lassen:

Das Bernhardtheater war an diesem Abend voll besetzt, es fanden sich also fast 400 Personen ein, um mehr über das Thema Computerspiele zu erfahren. Das Publikum bestand grösstenteils aus Fachpersonen wie Psychologen, Soziologen oder Pädagogen, aber auch Eltern und vereinzelte Gamer waren in den Sitzreihen anzutreffen.

Der Referent, Herr Prof. Dr. Süss, lieferte zu Beginn der Veranstaltung ein umfassendes Referat über das Medium Computerspiele. Er konstatierte gleich zu Beginn, dass der Fokus der Forschung und des öffentlichen Interesses bei Computergemes leider auf der negativen Seite liegt, die positiven Aspekte also nur wenig berücksichtigt würden. Anschliessend stellte er die „Gamer-Generation“ vor, und präsentierte überraschende und interessante Fakten über die Gamer in der Schweiz: Sie sind im Durchschnitt 30 Jahre alt, besitzen 35 Games, bevorzugen Strategie- und Racing-Spiele. Etwa die Hälfte spielt online, etwa ein Drittel spiel zusammen mit den Kindern.

Danach ging er auf die Probleme im Bereich Computerspiele ein, namentlich Sucht- und Gewaltpotenzial des Mediums, und blieb dabei weitgehend neutral, nannte Symptome für Spielesucht und präsentierte Forschungsergebnisse zu gewalthaltigen Computerspielen. Er kam in diesem Bereich zum Schluss, dass gewalthaltige Spiele zwar nicht Auslöser für Gewalt seien, dennoch ein Gewaltpotential bei „Risikopersonen“ haben könnten. Deshalb plädierte Herr Süss, im Gegensatz zu Manfred Spitzer, der Kinder von Bildschirmen möglichst fern halten will, für eine verstärkte Aneignung von Medienkompetenz. Zudem hob Süss neben all den Problemen auch die positiven Seiten der „Gamer-Generation“ hervor: Eine gute Reaktionsgabe, eine effektive Problemlösungsstrategie durch das „trial and error“-Prinzip, Teamfähigkeit, globale Orientierung und die Fähigkeit, sich nicht so leicht durch Misserfolge entmutigen zu lassen.
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Die Podiumsdiskussion**

Nach dem Referat diskutierten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion ( unter lauter Psychologen und Pädagogen fand sich auch ein 18jähriger Vertreter der „Gamer-Generation“) über den Umgang mit dem Medium Computergames und diskutierten Fragen aus dem Publikum. Alles in allem war der Anlass hochinteressant, der Vortrag war sehr Informativ und differenziert und die Tatsache, dass das 400 Plätze fassende Bernhardtheater voll belegt war, zeigt doch, dass durchaus Interesse an der Thematik besteht.

Das PDF der Referatsfolien kann hier heruntergeladen werden, es enthält ein paar sehr interessante Fakten und Statistiken.
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Weitere Informationen findet ihr wie üblich unter www.gamerights.ch.*

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