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Zwischen Figurentheater und Spiel - eine Ausstellung in Basel

News Roger

Am Figurenfilmfestival in Basel vom 9.-11.September gibt es eine Ausstellung, die sich mit dem Verhältnis von Figuren, Figurentheater und Spielen auseinandersetzt: "Schweizer Figurenspiel: zwischen Figurentheater und Spiel". Dabei macht der Untertitel klar, um was es geht: "Tauchen Sie ein in die Parallel-Welt der figürlichen elektronischen Spiele"

Die ausgestellten Spiele spannen den Bogen auf, wie mit Interaktion, Animation und Figuren im Rahmen der schweizerischen Spielproduktion umgegangen wird.

An Fäden

Nahe am Figurentheater ist das Verhältnis beim Spiel “TETE A PIED” von Sarah Celebioglu und Livio Lunin. Hier  zieht man an Fäden, um die Beine eines Riesenfüsse mit Schuhnummer 245 zu steuern, der auf dem Weg zu seiner Geliebten ist. Das Problem dabei, zwischen ihm und seiner Geliebten liegt ein kleines Dorf und so heisst es: Man ist besser auf leisen Sohlen unterwegs.

Figurenbauer

Beim Spiel Mirage von Mario von Rickenbach wird man zum Figurenbauer.  Man beginnt mit einem Hut aus dem man einen Fuss ziehen kann und fortan ist man in der Lage zu schwimmen. Das ist aber erst der Anfang, denn alsbald findet man Augen, mit denen man besser sieht oder einen Mund mit dem man dann auch “fressen” kann. Dabei folgt das Spiel ganz dem Motto: Form follows Function.

Figuren von Hand aqualleriert

Dass die Spielgrafik nicht immer nur elektronisch sein muss, zeigt das Spiel DAINAS HERBARIUM von Dario Hardmeier und Raffaele de Lauretis – hier ist alles von Hand aquarelliert. Hier trifft das Handwerk von Gamedesignern auf die Techniken des Figurentheaters.

Spielfiguren in Spielen

Dass Figuren in Spielen auch an Fäden hängen (denen des Gamedesigners) ist eigentlich erst so richtig mit LittleBigPlanet klar geworden. Dass sie dabei jeweils anders an Fäden baumeln, wird bei den nächsten Spielen klar:

Ein Welt auf dem Kopf

Im Adventurespiel “JOURNEY OF A ROACH” von Ralf Mauerhofer und Binan Wollin geht es durch ein Labyrinth. Dabei können die Figuren überall rumkrabbeln und schon bald steht die Welt Kopf. Aber nicht nur, dass auch die Welt der Roaches ist nicht mehr, was sie einmal war.

Rotieren steht auch im Vordergrund des iPhone/iPad-Spiel YNTH von krabl.com. Hier geht es durch kippende Kisten und andere für einen Käfer gefährliche Gegenstände.

Abgestürzte Figuren

Einen Absturz hinter sich hat man auch im Spiel ROSWELL von Ralf Mauerhofer und Stefan Spieler, wenn es gilt, sein Raumschiff wieder flott zu kriegen. Dabei ist man – nicht ohne Ironie – auf ein Kaufhaus gestürzt. Da die eigentlich Ausserirdischen aus Angst im Raumschiff bleiben, ist man mit dem Roboter unterwegs vorbei an Polizisten immer auf der Suche nach Ersatzteilen.

Im Spiel HOLLOW GROUNDS von Jeremy Spillman stürzt man sich zur Kartograhpierung durch die Löcher in Planeten.

Wenn man als Figur vom Himmel fällt

Und zu guter Letzt fällt man in Marc Grubers Arbeit fast endlos vom Himmel. Dabei kann man den Aufprall verhindern, indem man rechtzeitig reagiert und dafür mit Kapriolen in der Luft und längerem Fall belohnt wird.

Blick über die Landesgrenzen hinaus

Wer sich dabei fragt, wie diese Spiele im Verhältnis zur internationalen Szene stehen, kann sich den Film – ebenfalls zugänglich in der Ausstellung – ANGESPIELT (von Florian Faller und René Bauer) ansehen: 

Die Ausstellung ist jeweils ab 14.00 offen und es sind immer einige Gamedesigner der Spiele anwesend.

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