2010-03-30T00:00:00+02:00

Bewegungssteuerung Jetzt kommt Bewegung ins Spiel

Erste Fakten: Xbox 360 · 30. Mär 2010 · Matt (redaktion)

Die Nintendo Wii hat sich dank ihres innovativen Steuerungssystem zum Topseller entwickelt. Vor allem die Gelegenheitsspieler, die sogenannten Casual-Gamer, sind auf den Zug aufgesprungen, was der Konkurrenz natürlich nicht verborgen geblieben ist. Man sieht offenbar Handlungsbedarf, den Sony und Microsoft blasen zur Grossoffensive.

Beide haben Bewegungssteuerungskonzepte für ihre eigenen Konsolen angekündigt. Games.ch hat deshalb die aktuellen Infos zusammengetragen und stellt die Konzepte kurz vor.


Project Natal
Microsofts Lösung nennt sich aktuell "Project Natal" und sieht auf den ersten Blick aus wie eine gepimpte Wii-Sensorleiste. Doch das unscheinbare Gehäuse hat weit mehr drauf, als nur Handbewegungen zu erfassen. Vielmehr behält die Kamera in der Leiste den ganzen Körper des Spielers im Auge und setzt sämtliche Bewegungen auf digitale Avatare um. Zudem ist "Project Natal" mit einem Tiefensensor ausgestattet, der auch Bewegungen nach vorne und hinten registrien kann. Dies funktioniert offenbar alles einwandfrei und eröffnet völlig neue Möglichkeiten – zumindest wenn man den bisher veröffentlichten Videos glauben schenken darf. Kampfsportspiele bekämen so z.B. eine sprichwörtlich völlig neue Dimension, da die Tritte und Schläge, sowie das Ausweichen 1:1 vom Spieler übernommen würden. Dasselbe gilt für Fussballspiele, wo man den Ball quasi wirklich vor sich herdribbeln muss. Auch in Sachen Skateboarding bietet die Technik ungeahnte Möglichkeiten. So soll man sein echtes Skateboard via Bilderkennung ins Spiel übertragen können und steuert seinen Avatar dann auf dem realen Vorbild über den Bildschirm. Die Steuerung funktioniert dabei ähnlich wie in "Tony Hawk Ride", einfach ohne Zusatzcontroller. Auch in Sachen Familienentertainment soll viel geboten werden, und von der Quizshow mit Spracherkennung über digitale Modeschauen will man einiges auffahren. Schafft es Microsoft alle angekündigten Features umzusetzen, dann steht uns hier etwas Revolutionäres ins Haus.


PlayStation Move
Sony hütet sein bis kürzlich simpel als "Motion Controller" betiteltes Projekt wie ein Staatsgeheinis, und lässt kaum Infos nach aussen dringen. Jetzt steht der offizielle Name fest, kurz und auf den Punkt: "Move". Der Controller sieht aus wie ein Stab mit einer Kugel oben drauf. Damit lässt sich jedoch nicht zaubern, sondern in der Kugel befinden sich Bewegungs- und Beschleunigungssensoren, die es ermöglichen sollen, selbst komplexe Bewegungsabläufe exakt zu übertragen. Selbst Kreisbewegungen und Neigungen des Handgelenks sollen für die Wunderkugel kein Problem darstellen. Da die EyeToy-Kamera ebenfalls unterstützt wird, soll man sich in den Spielen zudem selbst auf dem Bildschirm agieren sehen. Genau wie "Project Natal" lässt auch die Grafik der neuen PlayStation Move-Spiele den Konkurenten Wii deutlich hinter sich. Um den 3D-Effekt in Zukunft auch visuell sichtbar zu machen, ist es wahrscheinlich, dass kommende Spiele mit einer entsprechenden Brille ausgeliefert werden, womit wieder ein Schritt in Richtung virtuelle Realität gemacht wäre. Ausserdem sollen viele bereits erhältliche Spiele, wie aktuell "God Of War III" mit dem neuen Controller kompatibel sein. Das neue "SOCOM" ist sogar explizit auf die Steuerung mit "Move" ausgelegt, kann aber ebenfalls mit dem normalen Dualshock 3 Controller gespielt werden.

Fazit

Nicht mehr lange, dann steht zumindest "Project Natal" für geneigte Käufer bereit. Werden wirklich alle Ziele so konkret umgesetzt, wie es angestrebt wird, dann muss ich Nintendo warm anziehen. Die neuen Bewegungstechnologien scheinen nämlich nicht nur ausgereifter, die passenden Spiele dazu sehen auch deutlich besser aus als auf der von Haus aus leistungsschwächeren Wii. Bewegungsmuffel müssen sich aber keine Sorgen machen, denn der handelsüblichen Controller, die Maus oder Tastatur werden nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden. Das Bild vom Videogamer als fauler "Couch Potatoe" muss aber vielleicht bald revidiert werden, denn wer schon einmal auf der Wii geboxt oder sich ein Fitnessprogramm angetan hat weiss, dass das Spielen so verdammt anstrengend und schweisstreibend sein kann.

Kommentare

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tmsr hat geschrieben - 24 Apr

Die Redaktion ist warscheinlich etwas zu euphorisch über project natal, denn wie soll man damit ein Skateboardspiel steuern, wenn man nur herumhüpfen kann??? Und wenn es eine Gamingrevolution ist einen Ball zu dribbeln und zu schiessen (woran ich auch meine zweifel habe ob die Kamera genau genug ist um den Schuss in die Richtige Richtung umzusetzen, zudem stelle ich mir genaues schiessen ohne echten Ball sehr schwierig vor.
Das grösste Problem bei Natal ist für mich, wie man dem charakter dazu bringt sich zu bewegen (und zwar weiter als ein paar meter denn irgendwann kommt die wand oder der Fernseher)
Natal ist für mich genial für Casual spiele, aber das wars auch schon.

Player One hat geschrieben - 30 Mär

Also wenn das stimmt, was es bisher in den Promovideos zu sehen gab, dann bin ich bereit diesen Preis hinzulegen. Wenn dann auch noch der Support passt und rückwärtskompatibilät unterstützt wird, bin ich dabei...

Jarekk82 hat geschrieben - 30 Mär

Es wird sicherlich auch eine Preisfrage sein. Während bei Sony die Gerüchte einen Preis von ca. 100$ pro Controller (exklusive Subcontroller) ausmachen wollen, spricht Microsoft von einem Preis (weit) unter 100$.

Mal sehen, was Nintendo nun als Alleinstellungsmerkmal in den neu eröffneten PR-Kampf mitführt. Wenn Microsoft ihre Bewegungserkennung tatsächlich für unter einem Lappen auf den Markt wirft, wird Microsoft nur noch ein Problem zu beseitigen haben: Ihren Ruf.

Die Wii ist nicht gerade günstig und wenn pro Controller, MiiMotion Plus und Nunchuck zum Grundpreis der Konsolen nochmal ca 400 CHF dazu. Bei Sony sieht es nicht besser aus: 400 CHF rein für die Konsole, dann ja rund 100 CHF für den Move-Controller und einen noch unbekannten Preis für den Sub-Controller. Und natürlich die obligatorische Kamera für weitere 60 CHF... Ja, sowas belastet das Familien-Budget dann doch.

Aber die Schweiz ist ja ein PlayStation-affines Land (so dünkt es mich jedenfalls). Da werden einige Gamer die hohe Summe irgendwie zusammenkratzen.


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