Pro Evolution Soccer 2013 Hands-On-Test: Tanz auf engstem Raum
Player ID: Die Macken der Stars
Je nach Spielerwert führen die Kicker den Ball sehr unterschiedlich am Fussball. Ein brillanter Techniker wie Messi führt die Kugel ja generell sehr eng, treibt die Kulle mit leichten Stössen nach vorn, springt viel von einem auf das andere Bein und spielt das Leder dann durch die Beine seines Gegenspielers. Ausserdem gibt es in "PES 2013" die Möglichkeit, den Ball leicht nach vorne zu chippen. Messi spielt die Kugel leicht nach links, bricht am Gegenspieler vorbei, holt sich die Murmel wieder und legt seine berühmten Sprints ein. Drogba und Ballotelli steigen oft zum Fallrückzieher hoch und haben dann durch ihre Spezialität bessere Chancen, auch wirklich zu treffen. Freilich sind viele Player-ID-Geschichten genau wie in "FIFA" einfach nur interessant anzuschauen, einige haben aber auch echte spielerische Bedeutung. Wenn John Terry in letzter Sekunde den Ball mit einer Kopfballtiefflug-Einlage von der Linie kratzt, werdet ihr dem neuen Feature danken.
Die Defensive: Agieren statt reagieren
In "PES 2012" konnte euch der Sturm des gegnerischen Teams leicht seinen Spielstil aufzwingen, ihr konntet dann nur noch reagieren. In "PES 2013" geht es spürbar darum, selbst die Oberhand als Abwehrmauer zu gewinnen und den Stürmer zur falschen Reaktion zu zwingen. Mit Druck auf die R2-Taste auf dem PS3-Pad blockiert ihr den Weg eines angreifenden Spielers. Alternativ könnt ihr den X-Button gedrückt halten und damit als Defensivkünstler das Bein ausfahren und so einem Stürmer die Kugel wegluchsen. Aber Vorsicht: Wer hier das richtige Timing verpasst, riskiert schnell die rote Karte, da ihr ganz offensichtlich nicht den Ball, sondern den Gegenspieler treffen wolltet. Ausserdem geht ihr ein gewisses Risiko, denn wenn ihr zu spät kommt, umdribbelt euch der Gegner und ihr müsst euch darauf verlassen, dass ein anderer den Raum zum Tor zustellt. Kommt der Gegner trotzdem mal durch, zeigt die neue Torwart-KI, was sie drauf hat. Die hat uns nämlich richtig überrascht, mit tollen Paraden geglänzt und insgesamt das Spiel auf der Linie aber auch die Torraumkontrolle bei Freistössen und Ecken fast schon perfektioniert.
Fazit
"PES 2013" wird ein Spiel für Profis und echte Fussballexperten. Es ist extrem wichtig, das Spiel des Gegners lesen zu können, Taktiken zu antizipieren, Räume zu verstellen. "FIFA" lebt sehr viel mehr von seiner Schnelligkeit und Dynamik, mit ein, zwei guten Aktionen den Gegner zu überrumpeln. In "PES" geht es eher um Strategien, um die Verschiebung der Mannschaft. Es müssen sehr viele feine Zahnräder ineinander greifen, damit das grosse Ganze funktioniert. Das war und ist "PES" grosse Stärke, aber auch Schwäche. Selbst Kleinigkeiten wie Ballannahmen aus der Luft erfordern Übung, Flugkopfbälle sind extrem schwer zu timen und auch um die neuen Möglichkeiten der Abwehr effizient einsetzen zu können, ist viel Training gefragt. Wer sich die Zeit allerdings nimmt, bekommt ein extrem vielseitiges Fussballspiel geliefert, bei dem ihr die grosse Freiheit geniesst. Jetzt ein präzises Zuspiel, da ein Doppelpass. Hier mit Taktik glänzen, dort mit einem tödlichen Pass oder einer super schnellen Ballstafette? Alles drin, im neuen "PES 2013".














