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Mortal Kombat X - Test

Nicht nur brutal, sondern rundum gelungen

Test Alain Jollat getestet auf PlayStation 4

Die Zeiten, in denen "Mortal Kombat" einfach nur eine mehr oder weniger billige Kopie von "Street Fighter" war, die sich ihre Existenz einzig durch den mitunter erschreckend hohen Grad an Gewalt gerechtfertigt hat, sind definitiv vorbei. "Mortal Kombat X" ist brutal – natürlich – aber auch der Rest des Spiels überzeugt. Die Damen und Herren von Netherrealms streben den Platz auf dem Genre-Thron an. Ob’s reicht?

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"Mortal Kombat X" hat’s in Sachen Werbung echt einfach. Die Massen wollen Blut sehen, abgetrennte Körperteile und fliegende Innereien. Ja, so eklig es klingt, damit ist dieser Prügler gross geworden. Das wollen die eingefleischten Fans auch sehen.

Und um dies an der Stelle vorneweg zu nehmen: Dieser Titel ist ab 18 Jahren und ich werde mich hier nicht dafür entschuldigen, dass ich eine gewisse morbide Faszination dafür habe, wenn Ermac dem Unterlegenen kurzerhand den Verdauungstrakt angefangen mit der Speiseröhre über den Magen bis hin zur Hälfte des Darms aus dem Körper zieht. "Mortal Kombat X" ist ein Spiel und ich denke, wir sind alle erwachsen genug, dass uns bewusst ist, dass dieses Spiel die Gewalt glorifiziert. Und dass wir uns trotzdem damit unterhalten lassen dürfen, da es nur ein Spiel ist. Ja, liebe Leute, es ist nur ein Spiel.

Wir wollen es ja nicht anders

In Sachen Gewalt und Grausamkeiten lässt "Mortal Kombat X" nicht mit sich verhandeln. Zwei Kämpfer traktieren sich über mehrere Gewinnrunden mit Fäusten, Tritten und Special-Moves, bis die letzte Energieleiste durch Anwendung roher Gewalt geleert ist. Blut spritzt und setzt sich an den Kleidern der Kämpfer und der Umgebung fest. Hat einer der beiden Kämpfer keine Energie mehr, darf ihn der Gewinner durch eine überaus blutige Art und Weise töten – dies sind die kultigen Fatalitys. Schädel werden gespalten, Gehirne halbiert, Gliedmassen vom Rest des Körpers getrennt, es ist ein wahres Schlachtfest.

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Neben Fatalitys können die Kampfrunden aber auch mit Brutalitys abgeschlossen werden. Kennern der Serie werden sie noch aus "Mortal Kombat 3" bekannt vorkommen. Damals handelte es sich um mehr als zehn Tastenkombinationen lange Combos, die in einem in Blut und Körper-Einzelteile explodierenden Gegenüber gipfelten. Da die Combos relativ schwierig waren und der Effekt letzten Endes kaum die Mühe wert (laaaame), war der Anklang in der Fangemeinde relativ klein. Nun sind die Brutalitys in neuer Form zurück, sind einfacher auszuführen und erinnern an die schnellen Fatalitys früher Versionen des Spiels. So hätten sie eigentlich schon früher sein sollen.

Jeder Kämpfer verfügt über zwei Fatalitys und mehrere Brutalitys.

Ergo: Dieses Spiel hat sein PEGI-18-Rating mehr als verdient. Die Grafikpower der aktuellen Generationen ermöglichen Fatalitys, die in ihrer Übertriebenheit und in ihrem ganzen Blutverbrauch nicht möglich gewesen wäre. Erspart euch den Biologieunterricht, den Aufbau des menschlichen Körpers lernt man äusserst unterhaltsam in "Mortal Kombat X". Damit hätten wir den unterhaltsamen Part über die Gewalt abgeschlossen und kommen nun…

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