Twelve Minutes - Test / Review

Gefangen in der Todesschleife

Test Benjamin Braun getestet auf Xbox Series X/S

Mit seinem Spielkonzept, das Elemente klassischer Adventures mit Thriller-Story und Timeloop-Mechanik verbindet, sorgte Chef-Entwickler Luis Antonio vor mehr als zwei Jahren für Aufsehen. Nun muss sich "Twelve Minutes" in der Praxis beweisen. Hier gibt es den Test!

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Twelve Minutes

Es hätte alles so schön sein können: Nach einem langen Arbeitstag kehrt ein Mann in sein kleines Apartment zurück, in dem seine Frau bereits eine grosse Überraschung für ihn plant. Sie ist schwanger und will ihm die frohe Botschaft bei einem gemeinsamen Candlelight-Dinner überbringen. Wenige Minuten später hält das Schicksal jedoch etwas anderes für das junge Ehepaar bereit, als ein vermeintlicher Polizist in die Wohnung eindringt, beide fesselt und mit dem Tode bedroht. Was in den zwölf Minuten nach der Ankunft im Apartment passiert, kann der Spieler allerdings gravierend verändern, denn fortan ist der männliche Protagonist in einer Zeitschleife gefangen und muss diesen Umstand irgendwie nutzen, um die drohende Katastrophe zu verhindern und hinter das Geheimnis seiner Frau und des mörderischen Cops zu gelangen.

Und täglich grüsst der Killer-Cop

Am Element der Zeitschleifen haben sich Spiele- und Filmschaffende bereits häufig bedient. "Edge of Tomorrow" und "Und täglich grüsst das Murmeltier" im Filmbereich genauso wie "The Sexy Brutale" oder Bethesdas bald erscheinendes "Deathloop". Neu ist diese Idee also keineswegs, allerdings ist kaum ein Protagonist dabei so stark zeitlich und räumlich begrenzt wie der namenlose Ehemann in "Twelve Minutes". Der Name ist hier nämlich tatsächlich Programm. Die Zeitschleife startet also spätestens neu, wenn das Minuten-Dutzend voll ist oder die Spielfigur zu Tode kommt. Räumlich wiederum seid ihr auf das winzige Zwei-Zimmer-Apartment beschränkt, also Wohnraum, Schlafzimmer und Bad. Der Etagenflur, den ihr ganz am Anfang kurz durchstreift, ist hingegen bereits eine Tabuzone. Verlasst ihr die Wohnung, beginnt der Timeloop ebenfalls sofort von Neuem. Von dieser Begrenzung solltet ihr euch allerdings nicht täuschen lassen, denn ihr habt weit mehr Optionen, als man es bei diesem kleinen Schauplatz vermuten würde.

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Twelve Minutes

Da die Zeitspanne bis zum Eintreffen des angeblichen Cops ziemlich kurz ist, wähnt man sich stets unter Zugzwang, irgendetwas zu tun und die sich rasch annähernde Gefahr abzuwenden, was einen wichtigen Teil der dichten Atmosphäre ausmacht. Bis zum Eintreffen des Polizisten gilt es also, Adventure-typisch Informationen zu sammeln, mit Umgebungsobjekten zu interagieren oder im Dialog die ebenfalls namenlose Ehefrau beispielsweise so zu beeinflussen, dass sie sich beim Eintreffen anders ver- oder in einem anderen Raum aufhält. Selbst Kleinigkeiten können entscheidend sein. Da die Zeit so knapp ist, macht es bereits einen Unterschied, ob ihr die Wohnungstür von innen verriegelt, da der Cop so einfach einige Sekunden länger braucht, um ins Apartment zu gelangen. Das ist natürlich ein sehr einfaches Beispiel, da wir euch möglichst wenig spoilern möchten.

Die Zeit spielt häufig auch bei der Geschwindigkeit, in der ihr Aktionen ausführen müsst, eine wichtige Rolle. So erhaltet ihr in einem Loop beispielsweise nur dann im Dialog während eines Dinners bei Kerzenschein eine wichtige Information, wenn es euch gelingt, dass das Gespräch nicht vorzeitig durch das Klingeln des Cops unterbrochen wird. Das bedeutet in diesem Fall, dass ihr eifrig dabei mithelfen müsst, den Tisch zu decken und im Dialog die richtigen Worte zu finden, damit euch am Ende nicht ein paar Sekunden fehlen. Das mag alles simpel gestrickt, ja womöglich sogar künstlich klingen. Tatsächlich fühlt es sich innerhalb der Spiellogik jedoch richtig und vor allem realistisch an. Der Autor dieser Zeilen hat zwar genau diesen Aspekt zwischenzeitlich völlig übersehen und hing deshalb später sogar mal längere Zeit ohne echten Fortschritt fest. Aber es ist einfach logisch, dass die Szene mit dem eintreffenden Cop im gemeinten Fall völlig anders verläuft, wenn die Ehefrau glaubt, dass sich ihr Mann noch gar nicht in der Wohnung befindet.

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