Games.ch

Little Big Planet 2

Die Sackboys überzeugen auf Planet Spielspass

Vorschau Benjamin Kratsch

Charmante Figuren im Kartoffelsack-Look springen durch die Gegend, hüpfen aus der Seitenansicht über Abgründe und lösen kleine und grosse Rätsel des Sackboy-Alltags. Was simpel klingt, sind die Grundbausteine für einen der meist gepriesenen Games auf Sonys Playstation 3. Gleich 16 Fachmedien zückten 2009 den „Bestes Spiel des Jahres“-Award.

Die bunte Hüpferei ist allerdings nur das, was das Auge sieht. Denn im Hintergrund werkelt der vielleicht mächtigste Leveleditor dieser Konsolengeneration. Über 2,5 Millionen selbsterstellte Level hat die Community bereits mit diesem brillanten Werkzeug auf die Beine und via Playstation Network ins Netz gestellt. Auf der gamescom hatten wir die Gelegenheit, ausführlich zu spielen.

Da Vinci und die Kartoffelsäcke

Zwar bleibt das Gameplay-Grundgerüst unverändert, allerdings weichen die acht Kontinente des ersten Teils nun künstlichen Welten, die wiederum an verschiedenste Zeitepochen angelehnt sind. Beispielsweise begleitet man jetzt einen verblüffend an Leonardo Da Vinci erinnernden Sackboy durch die Rnaissance, die einen mit seltsamen Erfindungen und Konstruktionen der Zeitgeschichte – zum Beispiel Flugzeug-Bienen – konfrontiert. Nicht weniger kreativ: die „Steam & Cake“-, also „Dampf & Kuchen“-Welt. Ein Gebiet im Steampunk-Stil, in dem es überall zischt und brodelt wie im Motorraum einer alten Dampflock. Das komplette Gegenteil stellt eine von Neonlichtern durchzogene, im Kalten Krieg angesiedeltes Szenario dar, in dem man als Maschinen-Sackboy unterdrückte Arbeiter befreien muss. Doch nicht nur Vergangenes wird thematisiert. Technikfreunde erwarten fluffige High-Tech-Areale. Fluffig deswegen weil die Entwickler von Media Molecule hier raffiniert die Technologie-Themen mit flauschiger Schafswolle kombinieren. Absurd? Mit Sicherheit. Unterstreicht aber deutlich, wie viel Wert die Macher auf unverbrauchte Szenarien legen. Ferner wartet ein Mutter-Natur-Szenario, das mit abgedrehten Neuinterpretationen von Pflanzen auftrumpft. 


Hüpfen in 8-Bit

Selbst für Retrofans wird Einiges geboten. So zollen die Entwickler der guten alten Zeit Tribut, indem sie Sackboys durch eine bunte 8-Bit-Welt der Pixel hüpfen lassen. Damit euch bei der Erkundungstour nicht langweilig wird, lockern nun immer wieder kleinere Minispiele das Gameplay auf. Autorennen wollen gewonnen, oder riesige Ausserirdische in bester „Space Invaders“-Manier abgeschossen werden. Solche Zwischenspielchen dienen aber nicht nur der Unterhaltung, sondern sollen vor allem zum Erstellen eigener Spiele dieser Art animieren. Denn wie eingangs erwähnt, können Nachwuchs-Designer in „Little Big Planet 2“ neben neuen Jump-&-Run-Abschnitten nun auch komplett eigene Games entwerfen. Von Rennspielen, über Shooter und Puzzlespiele bis hin zu Rollenspielen – alles was der eigenen Fantasie entspringt ist hier realisierbar. Passenderweise ist man sogar in der Lage, die Steuerung bis ins kleinste Detail komplett neu zu definieren; selbst die neuen Funktionen von Playstation Move sollen einbindbar sein. Ja, selbst die Bildschirmanzeigen sind konfigurierbar und lassen jeden eigen erstellten Abschnitt sofort viel individueller erscheinen. Als eindrucksvolles Beispiel wie so etwas aussehen kann präsentierten die Entwickler auf dem Showfloor einen voll funktionsfähigen Klon des Echtzeit-Strategiespiels „Command & Conquer“ – sogar mit Zwischensequenzen. Wow, das eingebaute Filmstudio erlaubt euch bis zu fünf Minuten lange Videos aufzuzeichnen, und diese nach Belieben irgendwo einzufügen – natürlich sind damit dann auch Musikvideos und sogar ganze Filme umsetzbar. Damit angehende Regisseure diese bewegten Bilder auch ordentlich in Szene setzen können, darf die Kamera zudem frei positioniert werden.

Alte Säcke als Party People

Neu von der Partie sind die Sackbots, die sich nach Belieben umprogrammieren lassen Grösse, Verhalten und Eigenschaften können frei Schnauze konfiguriert und sogar auf andere Sackbots übertragen werden. So bringen wir einer dieser Maschinen ein paar Tanzvorgaben bei, multiplizieren den Robo dann zig mal und schicken die Blechfreunde schliesslich auf die Tanzfläche einer schrill leuchtenden Disko. Et voilà, schon hat man im Handumdrehen eine verblüffend choreographierte Partytruppe erstellt. Optimal für alle, die sonst keine Party People im Freundeskreis haben.

Kommentare