Jagd auf den Scharfschützen
Bestandsaufnahme: Rund 20 Gangster liegen auf dem Boden. Sind von Kugeln an die Wand genagelt oder verbluten im bizarren Licht des Sonnenuntergangs. Aber wo zur Hölle ist der Kerl, der die Übergabe hat platzen lassen? Es ist ein Scharfschütze, der sich noch immer in der Pressekabine verschanzt und jetzt Max aufs Korn nimmt. Der springt in Deckung, robbt aus den Umkleidekabinen heraus und erreicht das Gerüst einer Flutlichtanlage. Seine Knarre ist leer, aber wer wäre denn Mister Payne, wenn er nicht auch ohne Bleispritzen grosse Schmerzen bereiten könnte. Payne nimmt Anlauf, tritt mit den Füssen die Sicherheitsscheibe der Pressekabine ein und bohrt seinen Fuss ins verdutzte Gesicht des Scharfschützen. Die Szene passiert voll automatisch und ist richtig stark inszeniert: In Zeitlupe ratscht Paynes Bein durch die Scheibe, die Glassscherben bohren sich in sein Knie, das Blut zieht sich wie ein roter Wollfaden an seinen Stampfern hoch, er verzieht vor Schmerz das Gesicht und holt dann zum tödlichen Tritt aus. Der Scharfschütze ist tot, doch was ist das? Als Max ihn durchsucht, findet er einen Ausweis des BOPE. BOPE steht im Spanischen für Batalhão de Operações Policiais Especiais, also eine Spezialeinheit der brasilianischen Militärpolizei. Was zur Hölle? Steckt die Polizei mit den Drogenkartellen unter einer Decke? Warum haben sie die Geiselbefreiung einer jungen Frau mutwillig torpediert? Am spannendsten finden wir in diesem Zusammenhang ein Statement von Rob Nelson, Art Director von Rockstar Vancouver, welches er im Interview mit der Edge gemacht hat: "Wir wissen wie sehr die Fans Max Payne lieben. Und wir werden definitiv einige Handlungsstränge des zweiten Teils mit nach São Paulo nehmen".
