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Tron: Evolution

Das Äussere ist nicht alles

Test Nico getestet auf PSP

Der Spruch "Es kommt auch auch auf die inneren Werte an" ist eigentlich ein sehr positiver. Umso tragischer, dass letztlich "Tron Evolution" eben bei diesen inneren Werten schlecht dasteht. Aber fangen wir von vorne an.

Tron ist zurück!

Jeder wird schon mal in seinem Leben von Tron gehört haben. Sei es vom Film oder Spiel oder so wie ich vom auf Youtube bekannten Tron-Guy. Die beiden erst genannten erhalten nun Ihre Nachfolger. Während der Film "Tron Legacy" zwar noch einige Tage auf sich warten lässt, durfte ich schon "Tron Evolution" das Spiel zum Film testen.
Wobei ich fest davon überzeugt bin, dass die Spielstory wohl kaum im Film eingesetzt wird. Wenigstens hoffe ich es, denn sonst wären das schlechte Vorzeichen für die Filmstory. Fakt ist, dass Entwickler und Publisher uns eine nette Minispielsammlung anbieten und nicht eine packende Story. Als neues Wesen in der Tron-Welt ist es eure Aufgabe diese zu beschützen. Dies bewerkstelligt ihr, indem ihr an verschiedenen Contests teilnehmt.
Grundsätzlich bietet das Spiel zwar mehr als eine Hand voll verschiedener Minispiele an, aber letztlich überzeugt der grösste Teil nicht. Speziell die Lichtkämpfe, respektive die Lichtrennen sind eher mager ausgefallen. Hier setzt ihr euch mit eurem Charakter auf ein Lichtrad und versucht den Fahrspuren der Gegner auszuweichen und als einziger übrig zu bleiben, respektive das Rennen zu gewinnen. Vor allem die dröge Steuerung entpuppt sich dabei als Spassverderber. Die Steuerung mit dem PSP-Controller wirkt unpräzise und fehlerhaft. Aber auch die starre Kamera trägt  dazu bei, dass es sich hier um einen Fehlgriff handelt.

Durchaus auf passablem Niveau befindet sich das Code-Knack Minispiel. Mittels der Trigger bewegt ihr hier verschiedene Lichtsegmente zu Ihren passenden Plätzen zu. Wohl verstanden unter Zeitdruck. Spätestens wenn ihr auch noch die Plätze austauschen müsst, fordert das Prinzip schon ein wenig.

Am besten gefielen mir aber die Plattform-Levels. Aus der Vogelperspektive steuert ihr dabei euren Charakter über Hindernisse und vermöbelt zwischendurch Feindsmassen. Entweder wählt ihr den Nahkampf oder setzt eure Lichtdisk ein, die aus der Ferne den Gegnern Schaden zu fügt. Aufpassen solltet ihr speziell im Nahkampf. Werdet ihr getroffen, versetzt sich euer Charakter leider nicht in eine Phase kurzer Unverwundbarkeit, sondern die Gegner können weiter draufhauen. So wird das Kämpfen doch stellenweise zur Frustsache, vor allem weil das Blocken nicht immer ganz hundertprozentig funktioniert. Wenigstens tragen fair verteilte Checkpunkte dazu bei, dass ihr das System nicht gleich ausschaltet. In diesen Levels werdet ihr auch immer wieder auf Rätsel stossen. Dabei haben es die Entwickler aber auf simples: "Bringe Item A zu Punkt B und bewege damit Block C" belassen. Immerhin werden die Rätsel im weiteren Spielverlauf ein wenig schwieriger, machbar blieben sie trotzdem.

Von den Minispielen erwähnenswert bleiben noch die Panzer-Deathmatches. Diese sind ein wenig mit den "Ballon-Kämpfen" in "Mario Kart" zu vergleichen. Anstatt in Karts sitzt ihr hier aber in Panzern und anstelle von Ballone verliert ihr Leben. Was in "Mario Kart" Spass macht, langweilt in "Tron Evolution" sehr. Grund ist das sehr tiefe Spieltempo.
So kämpft, puzzelt und rast ihr also durch die Tron-Welt. Abwechslungsmangel kann man den Entwicklern sicher nicht vorwerfen, dafür aber die kurze Spielzeit von gerade Mal vier bis sechs Stunden.

Glücklicherweise bietet das Spiel auch einen Onlinemehrspieler an. Diesen koste ich aufgrund eines Mangels an Mitspielern noch nicht testen, dürfte aber trotzdem ein Pluspunkt sein.

Optisch bleibt das Spiel im soliden PSP-Mittelfeld. Speziell das stylische Neon-Design hat es mir dabei angetan. Umso trauriger stimmt es mich, dass Animationen und Charakterdesign für die Katz sind. Weniger auszusetzen habe ich aber beim Sound. Dieser passt gut zum Spielgeschehen. Einziger Schwachpunkt ist die Sprachausgabe, die nicht überzeugen kann.

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