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Operation Flashpoint: Red River

Der Konflikt artet aus

Test Alain Jollat getestet auf Xbox 360

Politik ist eine zwiespältige Sache. Man versucht, seine Interessen möglichst diplomatisch durchzusetzen, aber wehe, das klappt nicht. Dann muss zur Brechstange gegriffen werden. Und im Fall von "Red River" ist dies erneut die US-Army.

Das Leben eines Soldaten ist wahrlich kein Ponyhof. Krieg ist eine eklige Angelegenheit. Fernab von jeglicher Macho-Romantik und Superstarallüren kämpft man sich durch Hinterhalte und Gegnerwellen. Dies im Wissen darum, dass jeder einzelne Treffer der letzte sein könnte und sich die Gesundheit nicht von selbst wieder regeneriert, wenn man mal eben kurz in Deckung bleibt.
Screenshot

Es artet aus

Den Anfang nimmt unser Einsatz im vom Bürgerkrieg gebeutelten Land Tadschikistan, das früher Teil der Sowjetunion war. Es grenzt unter anderem an Afghanistan und an die Volksrepublik China. Dies ist insofern für alle Geographiemuffel interessant, als dass wir uns im Verlauf des Spiels plötzlich der chinesischen Streitmacht gegenüberstehen. Selbige ist nämlich alles andere als erfreut, dass die us-amerikanische Armee sich gewaltsam in den tadschikischen Konflikt einmischt. Nach einem kurzen Intermezzo auf dem Übungsgelände zu Beginn des Spiels findet ihr euch also ziemlich schnell mitten in der Hölle wieder.

Gewisse Parallelen zu realen Konflikten – insbesondere in Afghanistan – sind sicherlich nicht nur zufällig, sondern auch beabsichtigt. Nicht nur beim Kampfsystem setzt man bei Codemasters auf Realismus, auch in Sachen Story möchte man eine möglichst realitätsgetreue Geschichte bieten. Wenn auch stark genug abgeändert, ohne gleich pietätslos zu sein. 

The Only Easy Day Was Yesterday

Immerhin müsst ihr nicht alleine durch die ganze Misere. Zusammen mit drei anderen Soldaten kämpft ihr euch zu viert durch alle Widrigkeiten. Zu Beginn jeder Mission könnt ihr eurem Trupp Klassen und Waffen zuteilen, so wie wir es aus dem Vorgänger schon kennen. Je weiter die Geschichte fortschreitet, umso grösser wird auch das Inventar und damit die Auswahl an Waffen und sonstigem Kriegszubehör.

Da ihr die Rolle des Squadleaders übernehmt, könnt ihr die euch unterstellten Jungs auch rumkommandieren. Bis auf Selbstverteidigung bei Feindbeschuss hält sich euer Trupp zwar stets bereit, nimmt aber nur peripher am Geschehen teil. Gebt ihr den Soldaten via Ringmenü Befehle, werden diese sofort umgesetzt. Das Ringmenü ist dabei praktisch das gleiche aus "Dragon Rising" geblieben. Ihr könnt euren Jungs also befehlen, euch zu folgen, einen Punkt unter Beschuss zu nehmen, eine Stellung zu verteidigen oder auch Feinde gezielt aufs Korn zu nehmen.

Das Koordinieren der Befehle und das Zusammenspiel mit der KI sind wirklich essentiell in diesem Spiel. Leider zeigten die Kameraden da oft ein paar Denkschwächen, über die man sich ärgern kann, wenn man (vergebens) am Boden liegt und auf Unterstützung wartet, aber glücklicherweise sind das eher seltene Aussetzer.

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