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InviZimals: Schattenzone

Unsichtbare Monsterchen

Test Guest getestet auf PSP

InviZimals“ ist ein Kofferwort aus „invisible“ (unsichtbar) und „animal“ (Tier). „InviZimons“ hätte da wahrscheinlich noch etwas besser gepasst, denn eigentlich ist „InviZimals“ ein Abklatsch der alten „Pokémon“-Spiele. Doch halt! So ganz stimmt das auch wieder nicht. Denn in gewisser Hinsicht geht der Titel von Novarama weiter als Nintendos Taschenmonster, in anderer Hinsicht bleibt er aber auch hinter im. Wo das der Fall ist, erfahrt ihr in diesem Test.

Das Sammelkonzept hat in Videospielen doch schon immer funktioniert. Ob in „Pokémon Farbe einsetzen“ oder „Diablo“, es gibt gewisse Spieler, die sich von einem Sammel-Virus anstecken lassen und dann nicht mehr aufhören können. Genauso einzigartig die Konzepte von „Pokémon“ und „Diablo“ waren, so einzigartig ist auch „InviZimals“.

Alternative Realität

„InviZimals: Schattenzone“ versucht das, was andere Spiele nicht tun. Es versucht nicht nur eine immersive Spielwelt zu erschaffen, sondern probiert, die ganze Welt echt erscheinen zu lassen. Das funktioniert ganz ähnlich wie bei „EyePet“, wenn auch um einiges besser.
Professor Dawson benötigt eure Unterstützung beim Fangen der sogenannten Invizimals. Und wenn ich sage „eure Unterstützung“, dann meine ich das auch. Ihr seid nämlich kein schwächlicher Ash-Ketchum-Verschnitt, sondern euch selber. Eure PSP ist auch kein Pokédex, sondern eine PSP. Aber eben eine etwas Spezielle. Denn nur mit diesem Gerät könnt ihr und eure Freunde dem Professor helfen, die Macht und Rätsel um die unsichtbaren Monster zu lüften.
Alles was ihr neben einer PSP braucht, ist eine sogenannte Go!Cam, die gebündelt mit dem Spiel erscheint.
Habt ihr das Spiel eingeschaltet, werdet ihr einer (realgefilmten) Videokonferenz mit einer eurer Mitjägerinnen zugeschaltet, die euch alles erklärt. Der Schurke aus dem ersten Teil ist wahrscheinlich noch nicht besiegt. Deshalb müssen die Invizimals weiter erforscht werden.
Je nach gesuchtem Monster müsst ihr nämlich mit eurer PSP-Cam verschiedenste Gegenstände, Oberflächen und Farben einscannen, denn dort befinden sich diese Tierchen, die man nur mit einer PSP entdecken kann. Das heisst, man muss mit der PSP durch den Ort bewegen, wo man sich befindet. Besonders lustig kann das im Zug oder mitten in der Stadt werden – genau das ist aber auch der Kick von „InviZimals“. Es versucht die Tierchen glaubhaft in die echte Welt zu transponieren. Gerade Kinder dürften davon extrem beeindruckt sein.
Schlägt der Scanner aus, muss man seine „Falle“, eine mitgelieferte Karte, auf die Fundstelle legen und schon erscheint das Invizimal.
Besonders in den ersten Fangversuchen ist das extrem faszinierend, da das Monster an die Karte gebunden ist. Das heisst, ihr könnt mit eurer PSP um das Monster herumlaufen, da sich dessen Location nicht verändert. Ihr könnt es also aus der Distanz betrachten, von ganz nah, von oben von unten. Eben komplett dreidimensional.
Für jedes Tier gibt es verschiedene Fangstrategien. Eines müsst ihr durch Pfiffe ablenken, wieder andere könnt ihr mit der Handfläche und etwas Geschicklichkeit platthauen. Bei über 200 Invizimals dauert das durchaus eine Weile, bis man alle gefangen hat. Das ist aber natürlich nicht die einzige Tätigkeit – so muss man auch immer wieder mit seinen Invizimals kämpfen. Diese Duelle laufen aber durchaus anders ab als bei „Pokémon“, da es sich bei „InviZimals“ um ein Kampfsystem handelt, dass sich mehr oder weniger in Echtzeit abspielt. So gibt es schwache, starke und spezielle Angriffe, mit denen man die gegnerischen Viecher traktiert.

Die Technik ist dabei um einiges stabiler als beim anderen „Augmented Reality“-Titel „EyePet“. Die Kamera kann die Karte besser fokussieren und verliert sie nicht so schnell. Trotzdem hat man eher damit zu kämpfen, als mit den Gegnern, die insgesamt doch sehr leicht ausgefallen sind. Da die Zielgruppe aber Kinder sind, spielt das keine grosse Rolle.

Innovativ aber mittelmässig

„InviZimals“ kann zwar auf der technologischen und innovativen Seite punkten, jedoch fehlt es an einigen anderen Ecken. Die Realfilmvideosequenzen sind schwach geschauspielert und noch schwächer synchronisiert. Lippensynchronisation oder eine annehmbare Betonung sind offenbar Fremdwörter der auditiven Abteilung.
Auch im Monsterdesign überzeugt „InviZimals“ nicht gross. So sind die Monster nicht besonders kreativ, sondern orientieren sich extrem stark an ihren realen Vorbildern. Eine Unterscheidung zwischen Stingwing und realer Wespe ist kaum möglich. Schade! Mit einem guten Art Design hätte man hier Wunder wirken können.
Auch erreicht „InviZimals“ zu keinem Moment die Komplexität von „Pokémon“, da der Fokus auf dem Fangen und Kämpfen liegt und man selber kaum Bewegungsfreiheit hat. Es gibt nur eine Welt zu entdecken – die eigene. Und das auch nur beschränkt, da man meist nicht lange scannen muss, bis man tatsächlich etwas findet.

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