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Splinter Cell: 3D

Sam ist eine Nummer zu gross für die Hosentasche

Test Benjamin Kratsch getestet auf Nintendo 3DS

Dreckigem Söldnerpack den Hintern versohlen, Terroristen mit Blei vollpumpen, die Welt retten und dabei verdammt cool aussehen. Das können echte Actionhelden auch noch mit weit über 50 Lenzen.

John "Die coolste Sau auf Erden" McClane holt im Actionstreifen "Stirb Langsam 4.0" mal eben mit seiner Polizeikarre einen Helikopter vom Himmel, ballert und boxt Elitesoldaten zu Boden, die gut 20 Jahre jünger sind als – und verliert dabei Mengen an Blut, die auf eine unsichtbare Dauerzufuhr aus einem grossen Transfusionskanister schliessen lassen. McClane und Fisher haben vieles gemeinsam: Sie kämpfen nicht mehr, weil es ihnen irgendjemand befiehlt, sondern aus einem ganz privaten Grund – der eine will seine Tochter retten, der andere mal wieder eine Verschwörung gegen die US-Regierung aufdecken.

Screenshot


Chaos Theory im Mini-Format und 3D

"Splinter Cell 3D“ basiert auf dem Schleich-Action-Knaller "Chaos Theory“, das vor sechs Jahren eine Menge Lorbeeren einheimsen konnte. Der Clou: Sam musste stets Lichtquellen meiden, Hinterhalte legen, aus dem Dunkel zuschlagen. Da der 3DS-Screen relativ klein ist, musste das Team von Ubisoft Montreal alles massiv zusammenstauchen. Die Level sind linearer, es gibt deutlich weniger Gegner und das ganze Spiel wirkt insgesamt deutlich heller als das Original. Das ist zwar schade, aber nicht anders machbar auf Nintendos grossem Kleinen. Denn eigentlich macht die "Splinter Cell“-Serie seit jeher seine spielerische Freiheit aus. Es geht darum hier und da Vorsprünge zu erklimmen, um Wachen zu belauschen. Oder sich an Rohrleitungen entlang zu hangeln, um nicht über den Feind verseuchten Hauptplatz tingeln zu müssen. All‘ das fehlt hier, es geht viel mehr von Speicherpunkt zu Speicherpunkt, hier und da wollen Terroristen erschossen, Geiseln gerettet, Informationen abgehört oder Sprengsätze gelegt werden.

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Schleiche leise**

Wo es in den Konsolenablegern am wichtigsten ist Sams Gadgets sinnvoll einzusetzen, kommt es hier mehr darauf an nicht gesehen zu werden und möglichst leise vorzugehen. So zeigt ein Marker am oberen Bildschirmrand zum einen an, ob Sam im Schatten steht oder hell erleuchtet ist – und zum anderen warnt eine Anzeige vor allzu lauten Schritten. Damit Special Agent Sam Fisher trotz Finsternis noch alles sieht, könnt ihr eine Thermalsicht zuschalten oder den guten alten Nachtsichtmodus.

Das funktioniert prinzipiell alles recht gut, die Modi lassen sich per Tastendruck durchschalten. Schwieriger wird’s aber beim Zielen. Nintendos schicker aquablauer Handheld hat schlicht zu wenige Tasten. Laufen mit dem Analogstick? Kein Problem? Nahkampfangriffe? Ein Klacks. Aber das liebe Zielen ist ein echtes Ärgernis. Wir müssen nämlich durch Touches vom Lauf- in den Waffenmodus schalten – wer hier nicht extrem schnell ist, wird ständig von Wachen überrascht und über den Haufen geschossen. Die Richtung beim Zielen läuft schliesslich nicht wie auf dem komfortablen Controller über den rechten Analogstick, sondern über die Tasten Y, B, A und X.
Das dauert lange, ist wenig komfortabel und kaum präzise.

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