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The Walking Dead

Episode 4: Sie ist klein, aber auch sie muss lernen zu töten…

Test Benjamin Kratsch getestet auf PlayStation 3

Mit “Around Every Corner” stapft “The Walking Dead” seinem Finale entgegen. Die Mischung aus prickelnder Action und ungemütlichen Gänsehautmomenten ist beispiellos. Im Drehbuch macht sich jedoch erste Ernüchterung breit: Logikschnitzer und erschreckend blasse Charaktere kratzen an der Atmosphäre. Gerät die Serie noch vor dem Schlusstakt ins Straucheln? Wir haben uns durch die vierte Episode des interaktiven Zombie-Comics geklickt.

(Mirco Ruppelt / Benjamin K.)

Screenshot

Das Prinzip Hoffnung

Hoffnung ist gleich das richtige Stichwort, denn es ist erneut das Leitmotiv von "The Walking Dead“. In "Episode 4: Around Every Corner" kommen Lee Everett und seine Gruppe endlich in Savannah an. Dort wollen sie sich eigentlich ein Boot schnappen und übers Meer flüchten. Doch die Stadt ist wie ausgestorben - im wahrsten Sinne des Wortes: Massenweise Zombies schieben sich durch die Strassen. Die Situation scheint aussichtslos, aber die Überlebenden bleiben tapfer, pflügen sich mit aller Waffengewalt durch Untoten-Kadaver und suchen in einem verwaisten Haus Unterschlupf. Klar, dass der ungebetene Besuch nicht lange auf sich warten lässt.

Ohne zu viel von der Handlung verraten zu wollen: Viel mehr passiert in der vierten Episode nicht. Nach drei meisterhaft inszenierten Teilen folgt mit „Around Every Corner“ nun der erzählerische Tiefpunkt der Serie, was nicht nur am dünneren Drehbuch liegt. Zwar gibt es auch diesmal allerhand denkwürdige Momente und emotionale Zwickmühlen, in denen wir folgenschwere Entscheidungen treffen müssen. Das Spiel nimmt sich aber zu wenig Zeit, die geknüpften Freundschaften zu pflegen und fremde Charaktere kennenzulernen. So können wir beispielsweise mit der taffen Molly kaum ein Wort wechseln, geschweige denn eine Verbindung aufbauen. Die wenigen Neuzugänge der vierten Episode bleiben konturlos, weil wir kaum etwas über ihr Schicksal, sondern in den knappen Dialogen immer nur das Nötigste erfahren - ein herber Verlust für den bisher so starken sozialen Aspekt der Serie.

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