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The Witch and the Hundred Knight

Die fluchende Hexe und der Mini-Ritter

Test Giuseppe Spinella getestet auf PlayStation 3

„The Witch and the Hundred Knight“ ist ein sehr ungewöhnliches Spiel. Es kommt aus dem Hause von NIS (Nippon Ichi Software), dem Macher der berühmten „Disgaea“-Serie. Doch diesmal liefert NIS kein erstklassiges strategisches RPG, sondern ein Action-Spiel mit einigen RPG-Elementen und einer kuriosen Story. Wird die Hexe euch verzaubern können? Hokus Pokus!

Die unverschämt böse Hexe und der anonyme kleine Pups-Ritter

Screenshot

Die Story von „The Witch and the Hundred Knight“ ist ziemlich überraschend. Sieht man den Titel, so erwartet man eine Grosszahl an mächtigen Rittern, auch wenn das Plural-s bei „Knight“ fehlt. Doch „Hundred Knight“ entpuppt sich nicht als Rechtschreibfehler, sondern als der Name des Helden. Von NIS kann man ja sowas erwarten. Hundred Knight ist ein Ritter der Legenden, den die Sumpfhexe Metallia beschwört. Er soll all ihren Bitten nachkommen und ihr helfen, die ganze Welt in einen Sumpf zu verwandeln, da sie nur dorthin gelangen kann, wo es auch Sümpfe gibt. Insofern besteht die Mission von Hundred Knight darin, die in den verschiedensten Orten verteilten Zaubersäulen zu finden und sie zu zerstören, damit der Sumpf sich überall verbreiten kann. Die Story ist ziemlich durchgeknallt, aber auch unterhaltsam.

Der Hundred Knight ist kein mächtiger, grosser Ritter, sondern eine kleine Kreatur, die aus der Dunkelheit erschaffen wurde. Er ist recht klein, anfangs ziemlich primitiv und doch irgendwie süss. Der Spieler steuert ausschliesslich den Hundred Knight und bekämpft alle, die sich der Hexe Metallia in den Weg stellen. Metallia ist vor allem anfangs auf der Seite des Bösen was  eine nette Abwechslung von den üblichen Stories darstellt. Doch die Hexe Metallia treibt es ein wenig zu weit. Das Script des Spiels wird an einigen Stellen absolut geschmackslos. So flucht Metallia fast in jedem dritten Satz und Worte wie H*** und N**** fliegen unzensiert über dem Bildschirm. Das Spiel ist übrigens gänzlich auf Englisch, aufgrund dessen kommen die Beschimpfungen natürlich auch nur in Englisch vor. In einer der störenden Szenen beschimpft Metallia eine verletzte und daher blutspuckende Gegnerin als „kotzende H***!“. Sie tritt sie auch in den Mund. Danach verwandelt sie die Verletzte in eine Maus, damit sie von den umgebenden männlichen Mäusen, die sie extra herbeiruft, vergewaltigt werden kann. Obwohl ich normalerweise den Humor von den NIS-Spielen mag, so kann ich überhaupt kein Verständnis für die zuletzt erwähnten Passagen aufbringen. Lustig kann ein Spiel schon sein, doch man kann es auch übertreiben und schlussendlich auf der Seite des Vulgären landen. Obwohl Metallia mit der Zeit sympathischer wird, da die Story lang ist und viele Facetten bietet, hinterlassen solche Szenen einen bitteren Nachgeschmack.Screenshot

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