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Beyond: Two Souls

Dramatisch, mitreissend, mit Ellen Page: Das Spiel der E3 2012

Vorschau Benjamin Kratsch

"Beyond" von Quantic Dreams ist unser Spiel der E3 2012. Einfach weil die Macher rund um David Cage wie in "Heavy Rain" mal wieder mutig gegen den Strom schwimmen. Auf der E3 ist alles nur BOOM BOOM BOOM. Kaum ein Spiel wurde nicht mit brutalen Messer-Kills oder dem fast schon obligatorischen, extrem hart inszenierten Kopfschuss präsentiert. Selbst Spiele wie "Tomb Raider", die auf dem eigentlichen Messe-Termin zeigen wie viel Tiefe und Gespür für Atmosphäre sie haben zeigten sich auf den Pressekonferenzen wie pure Action-Achterbahnfahrten Marke "Stirb Langsam". Nicht so "Beyond". "Beyond: Two Souls" – die Vorschau.

Screenshot Es beginnt ruhig, beinahe theatralisch

Im Presse-Bereich von Sony sehen wir eine gut halbstündige Gameplay-Demo,  die die Zwischensequenzen der E3-Pressekonferenz in Spielform giesst und deutlich früher beginnt. Das Thema, die Atmosphäre, die ganze Stimmung ist aber die gleiche. Wo Jodie Holmes in einer langen Zwischensequenz auf der E3-Pressekonferenz nur schweigend in ihrem Stuhl sitzt, während ein sichtlich besorgter Polizeibeamter versucht herauszufinden was geschehen ist, schläft sie in unserer Gameplay-Demo im Zug Richtung Chicago. Es ist still, nur eine sanfte Musik schwingt mit so wie wir das aus den alten "Max Payne"-Teilen kennen. Quantic Dreams nimmt sich Zeit, in einer E3-Wirklichkeit die nur so von Special-Effects zugebombt wird. Jodie muss nicht viel sagen, damit wir verstehen was sie bewegt. Sie ist allein in diesem Zugabteil. Und sie ist allein in dieser Welt, gejagt vom FBI, dem Militär, der CIA. Weil sie eine besondere Gabe hat. Sie kann Dinge bewegen, beispielsweise eine Kaffeetasse an die Wand klatschen lassen. Oder andere Menschen kontrollieren, sie zwingen Dinge zu tun. Eine Fähigkeit, die das Pentagon der Vereinigten Staaten zu einer Waffe machen will und Jodie unerbittlich jagt.Screenshot

Starke Mimik, toll geschauspielert

Quantic Dreams ist bekannt dafür sehr viel Wert auf exzellente Schauspieler zu legen. Doch mit "Beyond: Two Souls" legen sie noch eine Schippe drauf und engagieren Hollywood-Star Ellen Page für die Hauptrolle. Page gilt als Charakterdarstellerin, hat selbst dem Teenie-Film "Juno" Tiefe verliehen wo sie beim ersten Mal schwanger wird. Wirklich berühmt wurde sie durch ihre Rolle als Architektin Ariadne an der Seite von Leonoardo Di Caprio im wohl intelligentesten Film der letzten 5 Jahre "Inception". David Cage bemüht sich im Interview allerdings sofort etwaige Meinungen man hole Page nur zu Marketingzwecken zu zerstreuen: "Ganz ehrlich, ich will niemanden der seinen Namen aufs Cover packt, zu ein paar Meetings kommt und sich sonst nicht für das Projekt interessiert. Ellen brennt für Beyond, das habe ich gleich gemerkt. Deshalb und weil sie eine brillante Schauspielerin ist sie dabei, nicht weil sie ein paar Hollywood-Blockbuster gedreht hat“. Für die Mimik nutzt das Team eine neue Facial-Scan-Methode, bei der einzelne Dioden verschiedene Bewegungen der Gesichtsmuskeln aufzeichnen. Und das merkt man: Jodie braucht nicht viele Worte um zu sagen, was sie denkt. Der Spieler sieht und fühlt es direkt.

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