Persona 3 Portable & Persona 4 Golden - Test / Review

Rollenspiel-Epos im Doppelpack

Test Video Joel Kogler getestet auf Xbox Series X/S

Zwischen Rollenspiel und Visual Novel

Spielerisch sind beide Titel sehr ähnlich aufgebaut: An jedem Spieltag habt ihr mehrere Slots, um bestimmte Dinge zu unternehmen. So könnt ihr etwa mit Freunden ausgehen, um Beziehungen zu stärken, in Shops Items und Ausrüstung kaufen oder euch in die Dungeons begeben, um eure Personas zu stärken. Ausserhalb der Dungeons ähneln die Games einem interaktiven Buch, bei dem ihr viel lesen und/oder zuhören müsst. Dabei hilft es aber, dass beide Titel exzellent aus dem Japanischen übersetzt sind und die englische Vertonung auch sehr gelungen ist. Während die Charaktere in "Persona 3 Portable" eher flach wirken, haben vor allem einige der Nebencharaktere in "Persona 4 Golden" schnell unser Herz erobert und uns bei Alltag und Problemen mitfiebern lassen.

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In den Dungeons erkundet ihr in beiden Spielen zufällig generierte Stockwerke mit dem Ziel, die Treppe nach oben zu finden und irgendwann den nächsten Boss zu erreichen. Während die Dungeons in "Persona 4 Golden" jeweils thematisch an die Handlung angepasst und grundsätzlich in der Länge limitiert sind, gibt es in "Persona 3 Portable" nur einen Haupt-Dungeon, den ihr Stück für Stück, Nacht für Nacht erkundet. Visuell ist dort zwar deutlich weniger Abwechslung vorhanden, ihr seid aber wesentlich freier darin, wie schnell ihr durch die Dungeons vorankommt. Beide Games ziehen allerdings die Bremse, wenn ihr einen Boss zu schnell legt, denn bestimmte Barrieren respektive Dungeons öffnen sich nur, wenn die Zeit weit genug fortgeschritten ist.

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Der Kampf gegen die Schatten läuft klassisch ab. Mit einem Team aus bis zu vier Helden gebt ihr allerlei mystischen Manifestationen aufs Dach. Dabei solltet ihr mit verschiedenen Angriffen experimentieren, denn wenn ihr die Schwäche eures Gegners ausnutzt, erhaltet ihr sofort einen zweiten Angriff. Eure Teammitglieder agieren je nach Präferenz komplett autonom oder werden ebenfalls von euch kontrolliert. Anders als eure Teammitglieder habt ihr als Protagonist jedoch die Möglichkeit, auf mehrere Personas zurückzugreifen. Neue Personas findet ihr als Belohnungen im Kampf, oder ihr fusioniert bereits gefundene Personas zu neuen, stärkeren Varianten zusammen. Damit fühlt sich "Persona" an wie eine Mischung aus "Pokémon" und klassischen "Final Fantasy"-Titeln. Dank variabler Schwierigkeitsgrade seid ihr hier zu jeder Zeit genau so gefordert, wie ihr es sein wollt. Doch Vorsicht ist geboten: Auf den höheren Schwierigkeitsstufen ist Grinding in älteren Dungeons Pflicht, um mit den Stufen späterer Feinde mitzuhalten.

Obwohl das Spielkonzept auf den ersten Blick simpel und repetitiv aussehen kann, entfaltet "Persona" durch die abwechslungsreichen und extravaganten Persona- und Gegnerdesigns einen Sog, bei dem wir den Controller nur schwer aus der Hand legen konnten. Egal ob in der Alltagssimulation oder in den Kämpfen: "Persona" ist auf kurze, spassige Spielrunden ausgelegt, was daran liegt, dass beide Spiele zuerst auf der PlayStation Portable erschienen sind. Das Sammeln verschiedener Personas und der Einfluss, den Alltag und Kampf mit verschiedenen Boni aufeinander haben, motiviert ungemein.

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