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Pathé 4DX-Kinoerlebnis - Special

Wenn 3D einfach nicht genug ist

Artikel Video Sponsored Content Alain Jollat

Wir wurden von Pathé in eine besondere Filmvorstellung eingeladen: Eine 4DX-Fassung eines Films unser Wahl. 4D? Da klingelt irgendwas. Ist das nicht sowas wie das 4D-Kino vom Europa Park mit den Rüttel- und Wasser-Effekten? Im Prinzip ja. Aber gegenüber dem, was wir im Saal 11 des Pathé-Kinos im Berner Westside erlebt haben, ist das 4D-Magic-Cinéma im süddeutschen Freizeitpark reiner Kindergeburtstag.

4D-Was?

Für alle, die noch nie von 4D gehört haben, hier eine kurze Erklärung, was sich hinter der Abkürzung befindet. 4DX ist die Bezeichnung einer Technologie eines südkoreanischen Unternehmens. Diese Technologie soll Filme mit zusätzlichen Effekten aufwerten, beispielsweise Wind, Blitzlicht, Bewegung des Kinosessels oder Düfte. Kommerziell eingeführt wurde sie 2009 und hat mittlerweile auch ihren Weg in die Schweizer Kinosäle gefunden.

Die ganze Technologie benötigt natürlich auch spezielles Equipment. So besteht ein 4DX-Kinosaal nicht aus den üblichen Sesseln, sondern aus speziellen 4DX-Sitzreihen. Diese sind dann auch mit den nötigen Lüftungsschlitzen, der Bewegungstechnologie und all dem anderen benötigten technischen Firlefanz ausgestattet, den es benötigt, um den Kinobesucher bei einem Regensturm so richtig durchzuschütteln. (Die Möglichkeiten von 4DX gehen übrigens über ein “simples” Durchschütteln hinaus und ermöglichen beispielsweise auch Düfte, Wind, Luftstösse oder - ganz knuffig - Seifenblasen.)

Die Dinos sind los

Wir haben uns für den neuesten “Jurassic World”-Streifen entschieden. Was könnte denn da auch gross schief gehen, oder? Ein paar Dinosaurier, vielleicht ein paar Regentropfen und damit hätte es sich dann wohl. Tja. Wie sehr man sich irren kann, zeigte sich schon nach wenigen Minuten.

Der Film begann in einer stürmischen Nacht auf der Isla Nublar, Standort des ersten originalen Jurassic Parks. Und auch Standort von Jurassic World, wobei das Gelände des neuen Parks nach den Ereignissen des letzten Films ebenso zerstört ist, wie jene Gebäude des erwähnten Jurassic Parks. Wasserspritzer landen auf meinem Kopf und Strobolichter erhellen den Kinosaal synchron mit den Blitzen auf der Leinwand. Das Wetter ist garstig und dank des Windes im Kinosaal erleben wir das auf der eigenen Haut.

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Schnitt auf das kleine Unterwasserboot unter der Oberfläche. Die Stühle beginnen sich ganz dezent zu neigen. Nicht hektisch, ohne Ruckeln. Ganz so, als schwebte man im Wasser. Und als die Crew des Boots das schwere Werkzeug hervorholt, um einen Knochen vom Rest des Dino-Gerippes mit einem Winkelschleifer zu entfernen, beginnt auch der Stuhl zu vibrieren. Und als sich nach der einen oder anderen Action-Szene, auf die ich nicht weiter eingehen will, das Jurassic-World-Logo aus einem Lava-Strom bildet, wird einem warme Luft in den Nacken geblasen - sehr kreativ und unerwartet! Und im ersten Moment auch auf unterhaltsame Art unangenehm.

Wenn einer der ganz grossen Dinos durchs Bild stampft, vibriert der Sessel, wenn zwei der Riesenviecher miteinander kämpfen, dann wird man schier aus dem Stuhl befördert. Die Action spielt sich definitiv nicht mehr “nur” auf der Leinwand statt! Besonders beeindruckend fand ich die vereinzelten eher ruhigen Szenen, die im Film vermutlich via Drohne gefilmt wurden und meist Anflüge auf eine Villa zeigten. In solchen Szenen bewegten sich die Sitze wieder auf eine Art, die einen ein angenehmes Gefühl der Leichtigkeit vorgaukelten, ganz so als würde man in der Luft schweben. Unterstützt wurde dies durch einen zur Szene passenden lauen Wind. Vermutlich liessen sich noch dutzende solche Beispiele finden, wie etwa die, als einem der Nebendarsteller Dinoblut ins Gesicht spritzt und auch beim Zuschauer ein paar Spritzer Wasser im Gesicht landen.

Apropos Blut: Man kennt die Szenen ja aus jedem billigen Horrorstreifen. Irgendwo versteckt sich der Mörder und man weiss, dass er jeden Moment aus einer dunklen Ecke springt. Beim “Jurassic World”-Streifen gibt es einige solcher Szenen, halt einfach mit Dinosauriern. Wenn man in einem normalen Kinosessel sitzt, kann man notfalls einfach die Augen zumachen - nicht aber in 4DX! Denn wenn der Dino brüllend auf den anderen losstürzt, rüttelt einen der 4DX-Stuhl auch mit geschlossenen Augen kräftig durch und man erschreckt sich trotzdem.

Eine gute Balance und nicht nur reiner Selbstzweck

Wir hatten vor Beginn des Films die Befürchtung, dass einige Effekte während des Films zu seinem Selbstzweck verkommen. Also, dass sie eingesetzt werden, weil man sie eben einsetzen kann und nicht, weil sie die Immersion des Films verdichten. Glücklicherweise war dies fast nie der Fall. Wenn man beispielsweise einen Protagonisten aus der Ferne ganz normale Nägel mit einem hundskomunen Hammer einschlagen sieht, wirkt es schon etwas seltsam, wenn der Kinosessel bei jedem Schlag vibriert. Aber wie gesagt, das war glücklicherweise eine der ganz seltenen Ausnahmen. Die restliche Zeit über waren die Effekte passend und auf den Punkt eingesetzt.

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“Jurassic World: Fallen Kingdom” war wohl der perfekte Einstieg für uns in die 4DX-Technologie. Im Gegensatz zur 3D-Technologie, die heutzutage auch schon für den Privatgebrauch verfügbar, wohnzimmerkompatibel und durchaus erschwinglich ist, ist 4DX definitiv etwas, was man nur im Kino erleben kann. Auch wenn die Tickets (CHF 31.50)nicht gerade günstig sind, werden wir uns sicher den einen oder anderen Film in 4DX leisten.

Die 4DX-Sitze stehen euch in folgenden Pathé-Kinos zur Verfügung

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