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Uncharted 4: A Thief's End - Test

Ein Meisterwerk

Test Benjamin Kratsch getestet auf PlayStation 4

Selten haben wir ein derart emotionales und geistreiches Werk gespielt, das sich euch zudem völlig öffnet, zum Experimentieren einlädt und eine nahezu perfekte Melange aus Klettern, Tauchen, Boxen, Driften, Rätseln, Schiessen und grossen Action-Momenten im Hollywood-XXL-Format abliefert. „Uncharted 4“ im Test.

„Uncharted 4“ ist ein ganz besonderes Spiel und Meisterwerk, weil es sich Zeit nimmt seine Charaktere und grossen Momente zu zelebrieren. Nicht nur die glücklichen, sondern auch die traurigen, vielleicht sogar schmerzvollen. Im Gegensatz zu „Uncharted 3“ wetzt und fetzt Naughty Dog nicht durch seine Kulissen, immer angetrieben vom Bleihagel und dem Grölen von Explosionen, sondern sie geniessen dieses Spiel. Es beginnt recht rasant und klassisch mit einer wilden Bootsfahrt, peitschenden Wellen und fliegenden Kugeln. Doch schon kurz danach setzt die Geschichte ein, für die sich das „The Last of Us“-Dreamteam aus Bruce Straley und Neil Druckmann viel Zeit lässt. „Wir haben gelernt Charaktere atmen und Dialoge laufen zu lassen“, hatte uns kurz vor dem Test noch Bruce Straley auf dem Launchevent im wunderschönen Rom erzählt. Und genau das tun die Autoren: Ihr seid bei Nathans ersten Gehversuchen in einem Konsolenspiel dabei. Wie er von Elena ausgelacht wird und die Beiden hinterher kuscheln. Doch „Uncharted 4“ ist deswegen keine Romanze oder gar Romantikkomödie, wie sie Hollywood schreiben würde. Vielmehr bekommt jede Figur Zeit sich zu entfalten und zu zeigen, was sie über ihr Leben denkt.

Nathan, der in einer atmosphärisch sehr dichten Szene auf den Meeresgrund taucht, nur um später herauszufinden, dass er nach nicht viel mehr als einer Kupferrolle gesucht hat. Oder Elena, die aus der Ferne Touristikartikel schreibt und Fischrestaurants empfiehlt, statt sich selbst ins Abenteuer zu werfen. Rührend und schön sind dabei besonders die Rückblenden, etwa als Sam seinem kleinen Bruder Nate das Klettern beibringt und seine Angst zu überwinden. Es ist auch oft überraschend, weil Sam nicht der harte Hund ist, für den wir ihn vorher gehalten haben. Er ist kein kaltblütiger Mörder, das Leben hat ihn erst dazu gemacht. Das hat mit Gefängnissen zu tun und Drogenbossen und Revolten. Aber so viel tiefer wollen wir gar nicht in die Geschichte eintauchen, denn eines können wir euch jetzt schon verraten: „Uncharted 4“ gehört zu den drei besten Spielen, die je auf der Playstation 4 erschienen sind und ist ein absolutes Must-Have. Egal ob ihr gute Schauspieler mögt, wuchtige Action, atemberaubende exotische Kulissen, auf Sprüche Marke Indiana Jones oder Klettereinlagen steht, hier wird eigentlich jeder abgeholt.

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