Final Fantasy X | X-2 HD Remaster (Switch 2) - Test / Review

Weckt Nostalgiegefühle

Test Video larissa.baiter getestet auf Nintendo Switch 2

"Final Fantasy X" und "Final Fantasy X-2" sind zwei Spiele, die vielen Fans der Reihe sicher noch in Erinnerung geblieben sind. Die packende Geschichte um Tidus und Yuna machte "Final Fantasy X" zu einem Publikumsliebling, und das starke Frauentrio in "Final Fantasy X-2" mit dem zu der Zeit innovativen Kampfsystem hatte auch seinen Charme. Doch können die Games auch heutzutage noch punkten? Oder werden sie durch die rosarote Nostalgiebrille auf ein Podest gehoben, auf dem sie schon lange nicht mehr sein sollten?

Direkt Gänsehaut

Schon die Anfangssequenz mit Tidus' berühmtem Dialog sorgt für Gänsehaut. Die Musik, die apokalyptische Welt im Hintergrund, das Lagerfeuer mit den Hauptcharakteren und die Worte "Listen to my Story. This may be our last chance.". Wie in den Originalteilen gibt es nur eine japanische oder englische Sprachausgabe, dafür diverse Untertitelsprachen, darunter auch Deutsch. Jedoch sind die deutschen Untertitel oftmals sehr rudimentär übersetzt, und so kommen die wahren Emotionen der Charaktere oftmals nicht wirklich herüber. Zudem lässt sich die Sprache nicht umstellen, sondern richtet sich nach der Systemsprache der Nintendo Switch 2. Das gilt für beide Spiele. Die Anfangsszene in "Final Fantasy X-2" mit dem Konzerteinstieg startet deutlich weniger emotional.

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Die neuen Grafiken wirken hochwertig, ohne dabei ihren alten Charme zu verlieren. Es ist kein Remake, sondern ein Remaster. Das bedeutet, dass grundlegend nichts an der Geschichte oder Spielabfolge geändert, jedoch die Grafik auf den neuesten Stand gebracht wurde. Das sieht man sowohl im Spiel als auch bei den Zwischensequenzen. Kein Pixelbrei mehr, sondern klare Konturen, Schatten und weiche Gesichtszüge statt eckiger Kanten. Zwischendurch gibt es trotzdem noch etwas Nostalgie, wenn sich ein Charakter auf der Stelle dreht, statt sich flüssig umzudrehen, oder ohne Anlauf aus dem Stand in die nächste Szene sprintet.

Final Fantasy X erzählt eine unglaubliche Geschichte

Die gesamte Geschichte um "Final Fantasy X" ist spannend aufgebaut. Die Charaktere sind tiefgründig, haben tolle Hintergrund-Storys, die sich während des Spielverlaufs immer weiter offenbaren. Und die Hauptgeschichte zieht einen absolut in ihren Bann. Bedrohlich, düster, emotional - und doch wunderschön. Eine Achterbahn der Gefühle, die begleitet wird mit toller Hintergrundmusik, epischer Kampfmusik und ganz vielen animierten, langen Zwischensequenzen.

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Die Zwischensequenzen sind leider nicht überspringbar, daher sollte das Game nur bei Speicherpunkten beendet werden, da sich die Spielerfahrung sonst etwas wiederholend und zäh anfühlt. Speicherpunkte gibt es immer mal wieder, doch gewisse Spielabschnitte ziehen sich über zehn Minuten, ohne dass gespeichert werden kann - und das ist natürlich recht lang. Wobei es natürlich bei der Gesamtspielzeit von rund 50 Stunden für die Hauptgeschichte sowie in etwa so viel für alle Nebenaufträge und das Freispielen aller Fähigkeiten und Verbesserungen auf dem Sphärobrett kaum ins Gewicht fällt. Das Sphärobrett ist in "Final Fantasy X" das System zur Charakterentwicklung und ersetzt klassische Erfahrungspunkte. Es ist recht komplex und kann einen am Anfang etwas überfordern, bietet aber auch die Möglichkeit, sehr individuell zu spielen. Dabei kann zwischen dem klassischen Sphärobrett und einer Expertenvariante gewählt werden. Diese Auswahl lässt sich nicht mehr rückgängig machen, ohne einen neuen Spielstand anzufangen. Doch keine Angst: Auch ohne überall komplett richtige Punkteverteilung,lässt sich "Final Fantasy X" gut durchspielen. Die Geschichte steht dabei absolut im Vordergrund. Wem das zu schwer ist, der kann über das Menü verschiedene Cheats freischalten, um es sich einfacher zu machen. So kann etwa eine KI für einen die Kämpfe absolvieren, oder man erhältlich das Maximum an Spielgegenständen und Gil. Das ist natürlich geschummelt, aber für reine Geschichtsliebhaber eine Möglichkeit, sich die Gefechte etwas einfacher zu gestalten.

Final Fantasy X-2 punktet mit offener Welt und starken Frauen

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"Final Fantasy X-2" ist das komplette Gegenteil seines Vorgängers. Keine düstere Weltuntergangsstimmung, keine tiefgründigen Charaktere und kein linearer Spielverlauf. Dafür viel Popmusik, Flachwitze und starke Frauen. Das Trio aus Yuna, Rikku und Paine reist durch das befreite Spira und erlebt dabei seine ganz eigenen Abenteuer. Während "Final Fantasy X" sehr linear aufgebaut ist und auf klassische, rundenbasierte Kämpfe setzt, bietet der Nachfolger mehr Freiheiten. Aus dem Luftschiff heraus können frei Missionen gewählt und durch die Kostüm-Sphäroiden mitten im Kampf die Klasse gewechselt werden. Dabei warten die Gegner auch nicht mehr auf ihren Zug, weshalb schnelle Eingaben und Entscheidungen wichtig sind.

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