Assassin's Creed Black Flag Resynced - Test / Review

Warum dieses Remake mehr als Nostalgie ist

Test Video olaf.bleich getestet auf PlayStation 5

"Assassin's Creed Black Flag" kehrt zurück - grösser, schöner und umfangreicher als je zuvor. Doch reicht das Remake, um den Kultstatus des Piraten-Abenteuers neu zu entfachen? Unser Test klärt, warum die Jackdaw noch immer fasziniert und wo "Resynced" alte Schwächen mitschleppt.

Bis heute gilt "Black Flag" als Publikumsliebling innerhalb der "Assassin's Creed"-Serie. Kein Wunder, schliesslich ist es mit seiner Mischung aus klassischer Assassinen-Action und Freibeuter-Abenteuer das wohl ungewöhnlichste Spiel der inzwischen fast 20 Jahre alten Saga. Mit "Assassin's Creed Black Flag Resynced" präsentiert Ubisoft weitaus mehr als eine einfache Neuauflage eines etablierten Klassikers. Statt lediglich an Auflösung, Texturen und Bildrate zu schrauben, geht das Entwicklerteam spürbar tiefer und nimmt sich gleich mehrere Bereiche des Originals vor.

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Dadurch soll "Black Flag" nicht nur moderner aussehen, sondern sich auch frischer und umfangreicher spielen. Bei dem am 9. Juli 2026 erscheinenden Spiel handelt es sich um ein waschechtes Remake mit neuen Missionen, Gameplay-Anpassungen und modernisierter Technik.

Ein neues, grösseres Black Flag

Am Titelhelden ändert sich allerdings nichts: Auch in der Neuauflage übernimmt Edward Kenway weiterhin das Ruder. Das in Wales geborene Raubein zieht es zunächst auf der Suche nach Gold und Reichtum auf die sieben Weltmeere, doch früh in der Geschichte rutscht er auch in den Konflikt zwischen Templern und Assassinen.

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Kenway ist ein zerrissener Held: Anfangs noch egoistisch motiviert, verändert sich Edward mit der Zeit und tritt nicht nur für seine Verbündeten, sondern auch für die Assassinen ein. Innerhalb der Geschichte macht ihr Bekanntschaft mit prominenten Piraten-Mitstreitern wie "Blackbeard" Edward Thatch, James Kidd oder Benjamin Hornigold.

Das Remake erweitert einige wichtige Haupt- und Nebenstränge. Auf der einen Seite erhaltet ihr eine eigene Quest-Reihe für Blackbeard, zusätzlich gibt es im Endgame weitere Inhalte zur Jagd auf den Navy-Officer Robert Maynard. Wir dürfen und wollen an dieser Stelle nichts über die Story spoilern, sagen aber, dass diese Erweiterungen dem Spiel erstklassig zu Gesicht stehen.

Gleiches gilt für drei neue Offiziere, die wir nicht einfach nur fix an Bord der Jackdaw holen, sondern über die wir auch in deren Mini-Storys mehr erfahren. Schiffbauerin Lucy Baldwin beispielsweise verfolgt eine ganz besondere Familiengeschichte, die sie zu einem tragischen Ende führt. Aber die Offiziere bringen auch nette Extras mit: Lucy etwa erweitert die Jackdaw um das "perfekte Ausweichen" bei Beschuss, der Padre liefert eine stärkere Rammattacke.

Die sieben Weltmeere

Der heimliche Held von "Black Flag" sind und bleiben aber die Spielwelt und auch euer Schiff, die Jackdaw. Ubisoft gibt sich alle Mühe, die virtuelle Karibik zu erweitern und auszubauen. Es gibt mehr Inseln zu erforschen, mehr versunkene Schätze zu bergen und wesentlich mehr Geheimnisse zu entdecken. Die sieben Ubisoft-Meere sehen daher nicht nur fantastisch aus, sondern laden förmlich zu umfangreichen Kaperfahrten ein. Im Test ertappten wir uns dabei, wie wir immer wieder von der Main-Story abwichen und lieber Schiffe versenkten, Forts eroberten, Templer jagten oder andere Nebenaufgaben ausprobierten. Der Animus-Hub spielt auch hier eine Rolle. Beispielsweise schaltet ihr über diese Verbindung Missionen, alternative Quests oder Belohnungen wie Ausrüstungsgegenstände frei. In "Black Flag" erweitert ihr ausserdem das Herrenhaus auf Great Inagua, das obendrein als aufgehübschter, lebendiger Rückzugsort dient.

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"Black Flag" ist weiterhin ein Actionspiel und kein Action-Rollenspiel. Wir sammeln also keine Erfahrungspunkte, vielmehr belohnt uns "Black Flag" durch neue Möglichkeiten für Great Inagua, die Jackdaw und Edward Kenway selbst. Wie wäre es mit einem verbesserten Mörser für Seeschlachten? Oder schlicht mit mehr Stauraum für Pistolenmunition? In "Black Flag" ist die Progression einfach und übersichtlich, aber zugleich ist der eigene Spielfortschritt spürbar. Und so gelingt es auch dem Remake - trotz einiger Schwächen -, Stunde um Stunde zum Weiterspielen zu motivieren. Denn am Ende gibt es immer irgendeinen Schatz zu entdecken oder eine Schlacht zu schlagen. Für eine passive Progression im Hintergrund sorgt das Flottenmanagement, bei dem ihr eroberte Schiffe auf Missionen schickt und so etwa Handel treibt, Waren schmuggelt oder Informationen sammelt.

Und damit wären wir auch bei der Jackdaw und den Seeschlachten. Sie gestalten sich weiterhin herrlich spektakulär, sind aber gerade in den ersten Spielstunden fordernd und taktisch. Später werden speziell Gefechte mit Man O' Wars oder legendären Schiffen zur Herausforderung. Der Anspruch entsteht hier durch das Management von Tempo und das Miteinbeziehen des Windes sowie den passenden Einsatz der Waffen. Schnelle und ebenso richtige Entscheidungen sind hier oftmals wichtiger als die perfekte Reaktionszeit.

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