Arconia: Mirror Worlds - Vorschau / Preview

Mit vollen Backen durch die Zeit

Vorschau Video Benjamin Braun

Es braucht keinen Schwarzenegger, um die Welt zu retten: Squirrel Alva schafft das in Dotemus Action-Adventure auch ganz allein. Auf gleich zwei Zeitebenen bewahrt ihr den Baum des Lebens vor dem Niedergang und stopft euch mit wirklich allem die Backentaschen voll, was nicht niet- und nagelfest ist.

Wer den Mund zu voll nimmt, den versteht man normalerweise als Angeber. Bei Alva ist das anders. Die Protagonistin des Indie-Abenteuers "Arconia" ist nämlich ein Streifenhörnchen, in dessen Backentaschen jede Menge Platz nicht nur für Nüsse und Beeren, sondern auch für Holz, Steine und anderes Zeug bereitsteht. All das und vieles weitere verleibt ihr euch wie ein lebendiger Staubsauger ein, um es zum Essen und Craften zu verwenden oder kurzerhand mit Schwung wieder ausspuckt, um damit förmlich auf Gegner zu schiessen. Wir konnten das familienfreundliche Action-Adventure bereits lange vor der offiziellen Enthüllung auf der gamescom für euch anspielen.

Vom Staubsauger zum Nagetier-MG

Welche Art von Hörnchen Alva genau ist, können wir so genau tatsächlich nicht sagen, da sie keine exakte Aussage dazu macht. Da aber nur manche Hörnchen die extrem dehnbaren Backentaschen besitzen, in denen sie haufenweise Futter gleichzeitig transportieren, könnte man es auf ein paar wenige Gattungen eingrenzen. Aber ob nun Streifenhörnchen, Murmeltier oder sonst etwas: Besagte Backentaschen sind bei Alva schier gigantisch. Denn ihr könnt praktisch unendlich viel Zeug hineinpacken, indem ihr herumliegende Objekte einsaugt. Das meiste davon nehmt ihr auch langfristig mit, um bei Bedarf Beeren zu fressen, falls mal wieder ein paar Herzen im Kampf flöten gegangen sind. Doch auch für den Kampf selbst benötigt ihr euren Backenfundus. Denn auf Knopfdruck spuckt ihr das Zeug einfach wieder in Richtung eurer Feinde aus und beschiesst sie damit wie mit einem biologischen MG.

Screenshot

Neben Essbarem wie Eicheln, Beeren oder Kuchen finden auch Sandstein, Holz und andere Materialien in den Backentaschen Platz, die natürlich ausgespuckt wesentlich mehr Schaden verursachen als ein wabbeliges Sandwich. Allerdings solltet ihr davon nichts ohne Not im Kampf verschleudern, denn die Materialien benötigt ihr auch zum Crafting. Deshalb stehen in der Umgebung Fässer, Truhen oder Vorratssäcke herum, die ihr ebenfalls im Kampf nutzen könnt. Die könnt ihr aber nur einsaugen und direkt wieder ausspucken, bevor ihr etwas Neues ansaugen könnt. Das funktioniert sogar mit normalen Gegnern, sofern ihr sie zuvor mit einem schweren Treffer betäubt habt. Ihr könnt sie dann entsprechend direkt als starke Munition im Kampf verwenden und die Gefechte weitgehend bestreiten, ohne euren eigenen Fundus zu schröpfen. Selbige stehen nicht völlig im Zentrum, stellen aber einen wichtigen Teil des Gameplays dar.

Notfalls gegenheilen

Screenshot

Während die ganz normalen Kämpfe uns bislang nicht ernsthaft herausgefordert haben, sieht das in den Herausforderungsdungeons und Bosskämpfen schon etwas anders aus. Denn in den Dungeons müsst ihr auf den oft engen Schlachtfeldern zusätzlich Bodenfallen berücksichtigen, die sehr viel Schaden verursachen. Die überfallartig in Wellen angreifenden Gegner bilden gerade hier oft zahlenmässig eine Übermacht. Häufig müsst ihr sehr gezielt kleinere Feinde betäuben und einsaugen, um den grösseren Widersachern in der Arena nennenswert TP abzuziehen, weshalb die Kämpfe keineswegs trivial sind. Da unsere Alva im späteren Spielabschnitt allerdings bereits ein randvolles Inventar hatte, war es kein wirkliches Problem, verlorene Herzen einfach mitten im Kampf wiederherzustellen. Es wirkt so, als ob diese Möglichkeit auch im finalen Spiel tatsächlich als Feature gedacht ist. Ein Selbstläufer scheint es also nicht zu werden, wohl aber ein Game, das solche Auswege lässt, falls das spielerische Niveau nicht ganz reichen sollte.

Zwei Zeitebenen

Der Baum des Lebens in "Arconia" steht übrigens offenbar nicht irgendwo in der Natur. Wie man im Intro des Spiels sehen kann, steckt das gesamte Teil wie ein Flaschenschiff in einem grossen Glas, wobei unklar bleibt, wer von aussen genau darüber wacht oder einfach nur das Treiben darin beobachtet. Aber nicht nur, weil das Ding offenbar tatsächlich nur die Grösse eines Bonsais hat, besitzt der Baum etwas Magisches. Denn es gibt ihn auf gleich zwei Zeitebenen: die, auf der der Baum noch von Alva gerettet werden kann, und eine weitere finstere Zukunftsvision, in der die Schergen bereits gesiegt haben und der Baum dem Verfall ausgeliefert ist.

Screenshot

Alva kann sich genau das allerdings zunutze machen, um den Baum zu retten, denn sie ist im Besitz eines Objekts, mit dem ihr praktisch jederzeit zwischen beiden Ebenen wechseln könnt. Das eröffnet euch unterschiedliche Pfade und gewährt auch Zugriff auf Ressourcen, die ihr auf der anderen Wirklichkeitsebene niemals finden würdet. Die braucht ihr jedoch, damit euer Wiederaufbauversuch des Baums erfolgreich sein kann. Für echte Rätsel nutzt das Spiel diese Wechsel bislang nicht. Wir können uns allerdings sehr gut vorstellen, dass genau das im weiteren Verlauf passieren könnte. Schon jetzt deuten die beiden Ebenen an, dass "Arconia" zwar eher Casual-mässig anmutet, dieser Anschein sich auf Dauer aber nur zum Teil hält.

Kommentare

Arconia: Mirror Worlds Artikel