Nobunaga und sein Gefolgsmann Yasuke
In den frühen 1580ern nahm Oda Nobunaga schliesslich einen Mann namens Yasuke als seinen Gefolgsmann auf. Hinsichtlich der Herkunft und des Alters Yasukes gibt es so gut wie keine gesicherten historischen Daten, doch vermutlich stammte er aus Afrika.

Es wird spekuliert, dass Yasuke genauer gesagt aus Mosambik stammte. Zu jener Zeit erreichten viele Afrikaner aus diesem Land den Inselstaat. Womöglich diente Yasuke einem Jesuitenmissionar als Leibwächter. Gesichert sind diese Informationen nicht.
Im März 1581 soll Yasuke schliesslich Oda Nobunaga vorgeführt worden sein. Ein zeitgenössischer Bericht stellt den Afrikaner folgendermassen dar: "Der Mann wurde als robust, schwarz wie ein Stier und von gutem Charakter beschrieben."
Sicher ist, dass Yasuke Nobunagas Interesse wecken konnte. Womöglich nicht nur aufgrund seiner Kraft und seines Charakters, sondern auch, da er Japanisch sprechen konnte. Der Feldherr nahm Yasuke als Waffenträger in seine Dienste auf und gab ihm ein eigenes Haus.

Nach der Schlacht von Tenmokuzan am 11. März 1582 hat Yasuke, der zu Oda Nobunagas Streitkräften gehörte, Tokugawa Ieyasu, einen weiteren der drei Reichseiniger, und dessen Feldherren Matsudaira Ietada getroffen. Letzterer hat Yasuke wie folgt beschrieben:
"6 Shaku 2 Cun (188 cm). Er war schwarz, und seine Haut war wie Holzkohle." Matsudaira Ietada gilt hinsichtlich Yasuke als eine der wichtigsten historischen Quellen.
War Yasuke ein Samurai?
Im selben Jahr stellte sich Akechi Mitsuhide, einer von Oda Nobunagas Generälen, gegen seinen Feldherren. Um Mitsuhide nicht lebendig in die Hände zu fallen, sah sich Nobunaga im Tempel Honnō-ji bei Kyoto zum Seppuku (ritueller Selbstmord) gezwungen.

Nach Oda Nobunagas Tod am 21. Juni 1582 verliert sich Yasukes Spur zusehends. Nobunagas Gefolgsmann soll in Gefangenschaft geraten sein und sollte angeblich an die christliche Kirche in Kyoto ausgeliefert werden. Weitere Informationen sind nicht bekannt.
Yasuke ist somit eine mysteriöse historische Persönlichkeit, über die nur wenige wirklich gesicherte Fakten bekannt sind. Für ein Spiel wie "Assassin's Creed Shadows" ist so etwas sicherlich ideal, denn all diese Lücken können innerhalb der fiktiven Story gefüllt werden.
Teilweise allerdings auch zum Unmut verschiedener Spieler. Im Action-Adventure wird Nobunagas Gefolgsmann immerhin als Samurai dargestellt, obwohl die wenigen historischen Quellen rund um Yasuke diesbezüglich alles andere als eindeutig sind.

Ausgehend von den Dokumenten der damaligen Zeit erscheint es somit eher unwahrscheinlich, dass der reale Yasuke tatsächlich ein Samurai in Nobunagas Diensten war. Doch es dürfte eine Frage sein, die auch zukünftig noch Historiker beschäftigen wird.
Yasukes "Assassin's Creed Shadows"-Partnerin Naoe basiert übrigens auf keiner historischen Persönlichkeit, sondern wurde eigens für das Spiel geschaffen. Allerdings hat auch unsere Kunoichi (weibliche Ninja) historische Wurzeln im Action-Adventure.