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Anime-Line-up von Bandai Namco - Feature

Von Captain Tsubasa bis Sword Art Online

Vorschau Video Benjamin Braun

Kaum ein anderer Publisher bietet ein so reichhaltiges Portfolio an Manga- und Anime-Spielen wie Bandai Namco. Gleich fünf der kommenden Highlights konnten wir auf einem Event in Frankfurt für euch anspielen. Welche Titel den besten Eindruck hinterliessen, erfahrt in diesem Artikel.

"Dragon Ball", "One Piece" und "Naruto" bilden nur einen Teil der Manga-Serien ab, zu denen Bandai Namco regelmässig Videospiele veröffentlicht. Auch im Jahr 2020 wird der japanische Publisher hinsichtlich Neuveröffentlichungen nicht müde. Erst im Januar erschien mit "Dragon Ball Z: Kakarot" ein weiteres Abenteuer um Son-Goku und seine Freunde. Innerhalb der nächsten paar Monate erwartet Fans weiterer Anime-Stoff. In "Captain Tsubasa: Rise of New Champions" liefert ihr euch in der ersten Spielumsetzung seit mehr als zehn Jahren spektakuläre Fussball-Matches. In "One Punch Man: A Hero Nobody Knows" bestreitet ihr imposante Faustkämpfe mit fiesen Monstern. Zudem prügelt ihr euch in (fast) gewohnter Manier durch Gegnermassen in "One Piece: Pirate Warriors 4" oder zerlegt Feinde und Umgebung in "My Hero One's Justice 2". Rollenspiel-Freunde kommen wiederum in "Sword Art Online: Alicization Lycoris" auf ihre Kosten. Wir haben alle fünf Titel für euch angespielt. Unsere Erlebnisse schildern wir euch auf dieser und den folgenden Seiten.

Captain Tsubasa: Rise of New Champions

Befragte man Spieler in hiesigen Gefilden nach ihren liebsten Fussball-Animes, würde wohl oft der Name der TV-Serie "Kickers" fallen. Die erheblich grössere und nicht nur in Japan bedeutendere Reihe aber findet in "Captain Tsubasa: Rise of New Champions" noch in diesem Jahr ihren Weg auf PC, PS4 und Nintendo Switch. Anders als in früheren Spieleumsetzungen, die letzte davon erschien im Jahr 2010 für Nintendos DS, steht Tsubasa Ozora nun mit zehn Mitspielern auf dem Platz. Früher waren die Teams teils deutlich kleiner. Auf einen flüchtigen Blick könnte man "Captain Tsubasa" mit einem "FIFA" oder "PES" im Manga-Look verwechseln. Aber wie es sich gehört, transportiert das Spiel die Besonderheiten der Vorlage auf den grünen Rasen. Von einem bunten Effekt begleitet, grätscht ihr in den ballführenden Gegner rein, um ihm die Pille abzuluchsen. Kojira Hyuga zeigt beim aufgeladenen Torabschluss, was es bedeutet, die Seele eines Tigers in sich zu tragen. Kaum ist der Spezialschuss aktiviert, verwandelt sich der Ball kurzzeitig in die grösste Raubkatze auf Erden, um dann mit einem golden glühenden Schweif in Richtung des gegnerischen Tors zu rauschen.

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Eine Garantie, dass der Schuss im Netz landet, gibt es deshalb natürlich nicht. Denn Ken Wakashimazu, der Torhüter der Tohu Academy, ist ein wahrer Akrobat vor dem Herrn und lässt sich auch mit dem Tiger-Abschluss nicht einfach so überwinden. Mit seiner wallenden Langhaarmähne hechtet er nach dem Ball und presst ihn mit zufriedenem Lächeln sicher kurz vor der Torlinie auf den Boden. Genauso wie Tsubasa oder Wakashimazu verfügt jeder Spieler über spezielle Eigenschaften wie in der Vorlage, bereichert das Team durch aktive oder passive Skills. Bestimmte Spieler erhöhen etwa die Einwurfreichweite für alle Mitstreiter. Andere wirken sich positiv auf die Moral aus, was unserem Eindruck nach Einfluss darauf hat, wie schnell sich ein vom Gegner im Zweikampf gelegter Spieler wieder erhebt, um erneut ins Geschehen eingreifen zu können. Einzelne Spieler erhöhen zudem die sogenannte V-Zone-Leiste durch bestimmte Aktionen stärker, als ihr es ohnehin durch erfolgreiches Passspiel, gewonnene Zweikämpfe und anderes erwirkt. Ist die V-Zone-Leiste gefüllt und wird sie anschliessend aktiviert, vergrössert sich der Raum um eure Spieler, innerhalb dessen euch ein Gegner recht leicht den Ball klauen kann - setzt ihr zum Dribbling an, könnt ihr den Verteidiger aber mit einem blitzschnellen Move düpieren und das Spielgerät behaupten. Entscheidend ist dabei das richtige Timing, denn nur dann ist der Move erfolgreich. Als problematisch erweist sich in unserer Demo der ersten überhaupt spielbaren Fassung immer wieder die Kamera. Wenn wir per Knopfdruck auf einen anderen Spieler wechseln, um einen gegnerischen Angriff abwehren zu können, befindet sich dieser oft ausserhalb des sichtbaren Bereichs. Dass die Kamera dynamischer mit der Position des Balls scrollt oder die Perspektive allgemein durch einen weiteren Blickwinkel verbessert wird, kommt in jedem Fall noch auf die Entwickler zu. Diese Aufgabe an sich sollte aber letztlich recht leicht lösbar sein.

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Obgleich "Captain Tsubasa" anders als "FIFA" oder "PES" nicht auf Realismus aus ist und auf ein simples Steuerungsprinzip setzt, scheinen die genannten Features und weitere für ein ordentliches Mass an Komplexität zu sorgen - für ein arcadiges Sportspiel, versteht sich. Aktuell gibt es noch keine Fouls und damit auch keine Freistösse, was im finalen Spiel aber (wenigstens in Teilen) anders sein soll. Allzu weit dürften die Macher dabei jedoch nicht gehen, denn es wäre wohl allgemein schwierig festzulegen, wann eines der stets relativ brutal aussehenden Manöver nun regelkonform oder eben ein strafwürdiger Verstoss ist. Die wichtigste Erkenntnis aus dem Hands-on aber ist ohnehin, dass "Captain Tsubasa" schon jetzt Spass macht und mit den Anime-Sequenzen bei Torschüssen oder erfolgreichen Paraden die Vorlage ziemlich gut einfängt. Das gilt auch im Alleingang gegen die KI, besonders aber im Versus-Modus. Letzteren wird es auch online geben, an einem Gerät können zudem lokal bis zu vier Spieler im Couch-Koop mit- respektive gegeneinander spielen. Neben den regulären Partien wird es darüber hinaus einen Storymodus geben, von dem wir uns allerdings noch keinen eigenen Eindruck verschaffen konnten. Wer die Vorlage oder Fun-Sportspiele im Allgemeinen mag, sollte "Captain Tsubasa" in jedem Fall im Auge behalten.

Einschätzung: Gut
Plattformen: PC, PS4, Switch
Release: 2020

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