Beast of Reincarnation - Test / Review

Spektakuläre Blumenkraft-Action der Pokémon-Entwickler

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 5

Den japanischen Entwickler Game Freak kennt man vor allem durch die Abenteuer der "Pokémon"-Reihe. In "Beast of Reincarnation" entführt euch das Studio aus Tokio in ein postapokalyptisches Action-Rollenspiel, in dem ihr mit Schwert und spektakulären Pflanzen-Skills gegen Roboter und haushohe Monster in die Schlacht zieht. Unser Test verrät, ob das Projekt gelungen ist oder letztlich an seinen hohen Ambitionen scheitert.

Das Entwicklerstudio Game Freak kennt man vor allem durch die Spiele der "Pokémon"-Reihe, deren Kernserie ausschliesslich auf Nintendo-Konsolen heimisch ist. Titel, die auch für andere Plattformen erscheinen, wie das ziemlich bekloppte (und ziemlich gute!) "Tembo the Badass Elefant", sind bei Game Freak eher die Ausnahme. Ausgerechnet das wohl bislang ambitionierteste Projekt der Japaner, "Beast of Reincarnation", wird nach aktuellem Stand nur für PC, PS5 und Xbox Series veröffentlicht. Warum uns beim Action-RPG ein Song der Berliner Punkrockband Die Ärzte in den Sinn kommt und vor allem, ob das kunstvoll-spektakuläre Abenteuer uns spielerisch und erzählerisch überzeugen konnte, erfahrt ihr hier und im oben eingebetteten Review-Video mit Spielszenen aus dem Enhanced-Modus der PS5 Pro.

Japan im fünften Jahrtausend

Das Game versetzt euch ins Japan des frühen fünften Jahrtausends, genauer gesagt ins Jahr 4'026. Die Welt wird von einer seltsamen Seuche geplagt, die Menschen und Tiere gleichermassen befällt. Die Überlebenden haben sich deshalb in hermetisch von der Aussenwelt abgeschirmte Kolonien zurückgezogen. Nicht verseuchte Lebensmittel werden zu astronomischen Preisen gehandelt. Hauptfigur Emma darf die Kolonien allerdings nur in absoluten Ausnahmefällen betreten, denn sie trägt die Seuche bereits in sich, was ihr die Verwendung mächtiger Blumenfähigkeiten erlaubt. Als Versieglerin besteht ihre Aufgabe darin, die verseuchten Tiere, sogenannte Malefakte, zu jagen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu unterbinden. Und mehr als das: Sie wird auserkoren, die titelgebende "Bestie der Wiedergeburt", die in regelmässigen Abständen auf der Erde auftaucht, zu finden und zu besiegen.

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Die sich in Emmas Körper ausbreitende Seuche ermöglicht es ihr etwa, Blumenranken aus dem Boden spriessen zu lassen, um ihren Feinden Schaden zuzufügen, oder sich mithilfe von Wurzeln an bestimmte Objekte heranzuziehen. Auch Emmas ständiger Begleiter Kuu, ein riesiger weissgefellter Hund, der entfernt an Jon Schnees Schattenwolf erinnert, ist befallen und beherrscht einige Pflanzentricks, mit denen er beispielsweise selbst Bosse kurzzeitig mit Wurzeln festhalten kann. Oder um es frei nach den Ärzten zu sagen: "Dann haben wirs geschafft, ewige Blumenkraft!"

(Halb)Offene Zonen statt Open World

Um sich der Bestie entgegenstellen zu können, müssen Emma und Kuu allerdings zunächst noch stärker werden und sich in der Welt mit allerlei ausser Kontrolle geratenen Roboterwesen und nicht zuletzt mit von der Seuche befallenen Bossmonstern, sogenannten Nushis, auseinandersetzen. Nur indem ihr die stärksten Kreaturen - etwa einen vermaledeiten Hirschen oder riesigen Stier - in den einzelnen Einsatzzonen besiegt, ist es möglich, die Welt zu reinigen und der Bestie näherzukommen. Sehr praktisch dabei ist, dass Emma mit jedem niedergestreckten Nushi einen Teil von deren Fähigkeiten übernimmt. Für jeden Nushi wächst Emma dabei eine andersfarbige Blüte am Zopf.

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Wie mit dem Begriff Einsatzzonen bereits angedeutet, besteht "Beast of Reincarnation" nicht etwa aus einer zusammenhängenden Open World, sondern aus separierten Gebieten, die ihr in fester Reihenfolge mit eurer an einen AT-AT erinnernden mobilen Basis erreicht. Diese Levels sind relativ kompakt gehalten. Manche sind wie der Kratertal-förmige Prolog-Level weitläufiger angelegt und bieten mehr Freiraum bei der Erkundung. Andere wiederum sind wesentlich schlauchartiger, wobei ihr beispielsweise hauptsächlich in einem verfallenen U-Bahn-System unterwegs seid und mehrere Generatoren wieder anwerfen müsst, um ein Durchgangstor zu öffnen. Bonusareale mit speziellen Elite-Gegnern oder auch Truhen mit seltener Beute gibt es zwar auch dort und oft stärker als in der vertikalen Ebene. Insgesamt fällt der Erkundungsfreiraum in den schlauchförmigen Gebieten aber merklich geringer aus.

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