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Borderlands

Abgefahrener Genremix

Test Guest getestet auf Beachlife: Virtual Resort

Entwickler Gearbox, ja genau die Macher hinter Hits wie "Half Light" oder "Brothers in Arms", liefern mit "Borderlands" einen ziemlich abgefahrenen Chambre-Mix ab, der sich als erstes RPS (Role Play Shooter) versteht. Wir haben uns ins Ödland gewagt, um zu sehen, ob die Mischung gelungen ist.

Wir befinden uns auf dem staubigen Planeten Pandora, wo angeblich eine mysteriöse Alienkammer mit wertvollen Artefakten verborgen ist. Als einer von vier Söldnern begeben wir uns auf die Suche nach dem Geheimnis des Planeten und erleben dabei ein haarsträubendes Abenteuer voller skurriler Typen, beisswütigen Kreaturen und jeder Menge Feuergefechten. Die Einflüsse aus dem Rollenspielsegment werden schon am Anfang deutlich. Jeder der Charakter hat unterschiedliche Spezialfähigkeiten und Stärken. Während Brick kräftig im Schläge austeilen ist, kann der Söldner z.B. gut mit Waffen umgehen. Ich habe mich für Letzteren entschieden und finde mich schon kurze Zeit darauf im einem kleinen Kaff wieder, das mehr einem heruntergekommen Lager gleicht. Plötzlich erscheint uns eine geheimnisvolle Frau vor unserem geistigen Auge und erzählt uns, dass der Alienschatz tatsächlich existiert. Wir sollen uns nur an sie halten und erst einmal den Anweisungen eines Roboters folgen, der auf uns zukommen wird. Gesagt, getan und kurze Zeit darauf nimmt uns auch schon eine Blechbüchse in Empfang, die irgendwie dem Müllroboter Wall-E aus dem gleichnamigen Pixar-Film ähnelt. Der Roboter weist uns nicht nur in die grundlegende Steuerung ein, sondern hat auch gleich noch Aufträge für uns parat. Die beschränken sich aber zu Beginn noch darauf von Punkt A nach Punkt B zu laufen, Leute zu treffen und Gegenstände zu besorgen. So lernt man nach und nach neue Kontaktpersonen kennen, die auch immer neue und vor allem anspruchsvollere Aufgaben für einen parat halten. Zudem versorgt uns unser Roboterkollege immer wieder mit Infos zu neuen Aufträgen, die auch an einem schwarzen Brett innerhalb des Lagers ausgeschrieben sind. In welcher Reihenfolge man diese angeht bleibt dem Spieler überlassen, jedoch empfiehlt es sich, immer nur Aufgaben in Angriff zu nehmen, die dem Level der Spielfigur entsprechend. Hat man einen Level-10-Charakter, dann wird man sich an einer Aufgabe, die den Level 13 voraussetzt mit Sicherheit die Zähne ausbeissen. Die Gegner sind taff und zäh und ohne die richtigen Waffen und Ausrüstungsgegenstände hat man da keine Chance. Zudem kostet jedes Ableben wertvolles Geld. Für das Zurücksetzen zum letzten Checkpoint muss manchmal sehr tief in die Tasche greifen und auch in "Borderlands" wächst das Geld leider nicht auf den Bäumen, sondern muss sauer verdient und zusammengesucht werden.

Für um die Ecke gebrachte Gegner,  erledigte Aufgaben, geführte Gespräche und gefundene Gegenstände erhält man die allseits bekannten und beliebten EXP (Experience Points = Erfahrungspunkte). Diese dürfen in neue Fähigkeiten oder Verbesserungen der Gesundheit und der Waffen investiert werden. Da man die Punkte aber mit fortlaufendem Levelaufstieg immer mühsamer erarbeiten muss, empfiehlt es sich jeden verdienten Punkt wohl überlegt auszugeben. So habe ich z.B. erst Mal dafür gesorgt, dass die Waffen mehr Schaden verursachen und sich mein Schild schneller regeneriert. Dann sind noch ein paar EXP in Verbesserungen meines Geschütz geflossen. Das Geschütz, eine Art automatisches MG, kann man jederzeit aufstellen und es knüpft sich dann alle Gegner in der Nähe vor. Nach einer Minute ist der Spass aber vorbei und man muss einige Zeit warten, bis es wieder zur Verfügung steht. Bei Bedarf darf man diesen automatischen Helfer noch weitere Eigenschaften zukommen lassen, so dass sich z.B. in der Nähe aufhaltende Verbündete heilen. Wer einen verlässlichen Helfer sucht, der findet im Geschütz sicher einen Freund. Und Hilfe kann man bei den zahlreichen Feuergefechten wirklich brauchen. Haben die Gegner den eigenen Schild erst einmal runter geballert, sieht man seine Hauptenergie nämlich schneller schwinden, als ein Eis in der Wüste. Später haben die Gegner dann selbst auch Schilde und erweisen sich als äussert hartnäckig. Vor allem die Wolf ähnlichen Skags sind so was von nervig, dass man aus der Haut fahren kann. Während die Welpen sich noch mit einer paar gezielten Schüssen aus dem Weg räumen lassen, sind die ausgewachsenen Tiere extrem zäh und verfolgen einen unerbittlich durch die riesige Levels. Gerät man aus Versehen mal an in einen Rudel der Biester, dann geht schon mal das gesamte teuer erkaufte Arsenal an Munition drauf, bevor auch der Letzte sein Leben ausgehaucht hat. Umso nerviger ist es, wenn man später an die gleiche Stelle zurückkehrt und das Ganze wieder von vorne los geht.

Zum Glück stehen einem, neben den unzähligen Handfeuerwaffen, MGs, Sniper Rifles, Shot Guns, Granaten und Raketenwerfer zum Glück auch schwer gepanzerte und Waffen starrende Fahrzeuge zur Verfügung. Diese dürfen an den Fahrzeugstationen in Farbe und Bewaffnung angepasst werden und stehen dann sogleich bereit. Bewaffnet mit Raketenwerfer und MG stellen die meisten Gegner dann kein wirkliches Problem mehr da und werden im Zweifelsfall einfach überfahren. Die Steuerung der Vehikel ist dabei, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig ausgefallen und teilweise doch sehr störrisch. Schön ist, dass auch Kills, die mit dem Wagen ausgeführt werden, zu einer Gutschrift in der EXP-Leiste führen, wenn auch zu einer verringerten. Ist die Leiste voll, steigt man wie gesagt einen Level auf.

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