Brawl Stars - Special

Ein Mobile-Game zwischen Schulhof-Hype, E-Sport und Handy-Stress

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Das Mobile-Game "Brawl Stars" ist bereits seit 2018 am Start und erfreut sich immer noch einer sehr grossen Popularität - vor allem unter Kindern und Jugendlichen. Laut Schätzungen des Marktdatendienstes AppMagic vereint der Free-to-play-Titel rund 545 Millionen Downloads und etwa 2,3 Milliarden US-Dollar Umsatz seit seiner Veröffentlichung auf sich.

Ein ausverkaufter Brawl Cup in Berlin

Nachdem es verschiedenen Quellen zufolge zwischenzeitlich einen Einbruch der Nutzerzahlen gab, lag das Spiel Anfang 2026 demnach wieder zeitweise bei rund 50 Millionen monatlich aktiven Nutzern. Speziell seit 2024 haben sich Spielerzahlen, Engagement und Umsatz nach Angaben des Entwicklers Supercell teils vervielfacht - ein zweiter Frühling der Gaming-App, die sich auch in den Besucherzahlen des E-Sport-Wettbewerbs Brawl Cup niederschlugen: Am vergangenen Wochenende war die Uber Eats Music Hall (Fassungsvermögen von bis zu 4'500 Personen) in Berlin an allen drei Tagen ausverkauft. Auffallend viele Kinder und Jugendliche feierten die E-Sportler auf der Bühne. Gewinner war am Ende das Team HMBLE, in dem sogar zwei Deutsche mitspielen.

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Aber woher kommt überhaupt diese Beliebtheit? Nicht wenige Eltern dürften das Spiel vor allem aus Diskussionen rund um ausufernde Handy-Nutzung ihrer Sprösslinge kennen: Auf den Schulhöfen Deutschlands ist "Brawl Stars" ein nicht abreissendes Gesprächsthema, weshalb viele Erwachsene das Game kritisch sehen.

Die sind so knuffig!

Was man in Berlin miterleben konnte, war zunächst die absolut positive Seite von "Brawl Stars": Wo man auch hinsah, fanden sich friedliche Menschen, die sich, das Spiel und die E-Sportler feiern und einfach vor sich hin chillen und bei gelungenen Szenen frenetisch mitgehen. Es ist kein Wunder, dass "Brawl Stars" bei Kindern so beliebt ist - die bunten, niedlichen und emotional lesbaren Charaktere haben einen hohen Wiedererkennungswert, sind knuffig und cool animiert. Das erzeugt schnell eine Bindung mit Lieblingsfiguren, eine Identifikation und letztlich eine Gruppenzugehörigkeit auf dem Schulhof und in der Community. Das Game schafft es so, Sammeltrieb und soziale Anerkennung miteinander zu vereinen. Man könnte es auch so sagen: Wo Kinder früher Pokémon-Karten oder Fussballsticker hinterherjagten, sammeln sie heute digitale Identitäten.

Das ist erst mal überhaupt nichts Negatives, zumal der Mehrspieler-Aspekt dazu führt, dass Kinder oder Jugendliche gemeinsam spielen, über Strategien reden, zusammen Streams schauen und Gruppenerlebnisse aufbauen.

Achtung, Dark Patterns!

Doch auch die negative Seite von Spielen wie "Brawl Stars" sollte nicht ausgeklammert werden: Die Mechaniken sind ganz klar darauf ausgelegt, den sozialen Druck auf die Spieler zu erhöhen. So gibt es Belohnungen für tägliches Einloggen, Event-Teilnahmen und natürlich einen (kostenpflichtigen) Battle-Pass. Es herrscht immer ein gewisser Kaufdruck, und es wird die Angst aufgebaut, man könnte etwas verpassen ("Logge dich ein - deine 9-Tages-Serie könnte reissen!"). Es sind die typischen Dark Patterns von Mobile-Games, die mit Nachteilen beim Aussetzen, Verpflichtungen, Verlustgefühlen ("Ich darf den Reward nicht verpassen!") und Streak-Systemen (mehrere Siege, Matches, Tage Login) oder zeitlichen Limits arbeiten ("Nur noch heute!", "Exklusiv!"). Gerade Kindern fällt es schwer, einzuschätzen, dass digitale Güter eben nicht knapp sind, sondern künstlich verknappt werden und Teil des Marketings sind.

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Verstärkt werden diese Mechaniken durch Push-Nachrichten wie "Deine Belohnung wartet!" oder "Dein Club braucht dich!", mit dem Ziel, Aufmerksamkeit auf das Spiel zu lenken. Das ist auch deshalb problematisch, weil Smartphones bzw. digitale Geräte ohnehin permanente Reize setzen, die dadurch noch verstärkt werden - inklusive Konfliktpotenzial mit den Eltern.

Nicht verteufeln, sondern hinterfragen

"Brawl Stars" ist also ganz klar ein Produkt moderner Aufmerksamkeitsökonomie - und hier kommen Eltern und Medienkompetenz ins Spiel: Viele Kinder können diesen digitalen Druck noch nicht gut einordnen, zumal es selbst Erwachsenen schwerfällt, ständigen App-Reizen zu widerstehen. Bei "Brawl Stars" sind folglich nicht die Comic-Kämpfe das Hauptproblem, sondern eine mangelnde Impulskontrolle, ständige Fortschrittsanreize, clevere Belohnungssysteme und verschiedene digitale Währungen.

"Brawl Stars" ist deshalb nicht automatisch schlecht für Kinder. Aber es ist auch nicht einfach ein kostenloses Handy-Spiel, das man Kinder unbegrenzt spielen lassen sollte. Es ist ein clever gebautes System aus Spass, Fortschritt, Belohnung und Kaufanreizen - und genau das sollten Eltern verstehen, bevor sie ja (oder nein) sagen.

Der wichtigste Punkt dabei ist, dass Eltern selbst verstehen sollten, was "Brawl Stars" ist und wie es funktioniert. Erwachsene, deren Kinder es zocken wollen, sollten sich unbedingt selbst mit dem Mobile-Game und seinen Mechaniken beschäftigen. Also: Installieren und ausprobieren - am besten mit dem Kind zusammenspielen und darüber sprechen, wo möglicherweise zusätzliche Gefahren lauern, etwa durch Grooming oder Mobbing im Ingame-Chat. Und noch ein Pro-Tipp: Wer das Spiel installiert und sich ingame mit dem eigenen Kind anfreundet, weiss immer, wann der eigene Sprössling sich in die digitalen Kämpfe stürzt!

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