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Call of Duty: Modern Warfare - Test / Review

Der Solokampagne auf den Zahn gefühlt: Reboot grösstenteils geglückt

Test Video Sönke Siemens getestet auf PlayStation 4

Mehrere Helden, eine Mission

Im Verlauf der in 14 Kapitel unterteilten Kampagne gesellen sich ausserdem zwei weitere spielbare Hauptfiguren hinzu. Zum einen der stets perfekt frisierte, aber sonst eher blass gezeichnete CIA-Agent Alex (Nachname unbekannt), zum anderen Farah Karim. Die enthusiastische Freiheitskämpferin hat eine dramatische Kindheit hinter sich und wächst uns nicht zuletzt aufgrund ihrer No-Bullshit-Mentalität sofort an Herz. Gleichzeitig liefert sie den Beweis, dass Activision erstmals grosse Anstrengungen unternahm, der Macho-Lastigkeit früherer Teile einen Riegel vorzuschieben. Gemeinsam kämpfen Alex und Farah unter anderem im eigens für die Kampagne erdachten Schauplatz Urzikstan gegen die Besatzungsmacht Russland sowie die Machenschaften der Al-Qatala.

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Keine Sorge: Obwohl die Geschichte regelmässig zwischen verschiedenen Charakteren und Schauplätzen hin und her springt, gelingt es Infinity Ward deutlich besser als beispielsweise in "Modern Warfare 2" oder "Modern Warfare 3", für einen roten Erzählfaden zu sorgen. Wer dennoch den Überblick verliert, wechselt einfach zum Missions-Auswahlbildschirm und führt sich die filmreif inszenierten Zwischensequenzen noch mal zu Gemüte, ohne dafür die betreffende Mission starten zu müssen.

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An der bewährten Gameplay-Mechanik der Serie ändert sich auf den ersten Blick wenig. Ausgerüstet mit einem Sammelsurium an realistisch modellierten Waffen, bahnt ihr euch – meist unterstützt von einem oder mehreren KI-Kameraden – einen Weg durch serientypisch eher schlauchartig angelegte Levels, in denen es von schiesswütigen Feinden nur so wimmelt. Eine Medikit-Mechanik wie etwa in "Call of Duty: WWII" existiert hier übrigens nicht. Haben wir uns also eine Kugel eingefangen, genügt es, für einige Zeit Deckung zu suchen und abzuwarten, bis unsere Wunden auf magische Weise verheilt sind. Kann man so machen - dem verstärkten Realismus-Anspruch des Spiels wird diese Design-Entscheidung aber leider nicht gerecht.

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