Der Multiplayer ist der Kaufgrund für "Call of Duty: Black Ops 7". Aber wie gut sind PvP-Optionen, Neuerungen und auch der Zombies-Modus wirklich? Wir liefern euch einen Überblick über die Stärken und Schwächen der Mehrspieleroptionen von "Black Ops 7".

"Call of Duty: Black Ops 7" tritt ein schweres Erbe an: Nur ein Jahr nach dem überaus erfolgreichen "Black Ops 6" erscheint bereits der Nachfolger. Schon an diesem Punkt werden findige Fans stutzig und fragen sich, ob sich eine Serie in derart kurzer Zeit spielerisch und technisch überhaupt weiterentwickeln kann.
Dazu ist die Konkurrenz so hart wie schon lange nicht mehr: Trotz kleinerer Schwächen bestach zuletzt "Battlefield 6" mit seinen wuchtigen Mehrspielerschlachten und heimste auch in unserem Test 87 von 100 Prozentpunkten ein. Und dann wäre da noch "ARC Raiders", das sich aktuell zum Shooter-Überraschungshit des Jahres mausert und Tausende von Spielern begeistert.
Und wie passt "Call of Duty: Black Ops 7" nun dazwischen? Treyarch und die vielen weiteren an der Entwicklung beteiligten Studios halten im Multiplayer-Bereich mit den Stärken der "Call of Duty"-Reihe dagegen: gewaltiger Spielumfang, neue Bewegungsmechaniken und ein Zombies-Modus, der mal wieder mit abgedrehtem Spielspass punktet.
Multiplayer: Klassische Stärken und clevere Modernisierung
Der Multiplayer gilt seit jeher als das Herzstück eines jeden "Call of Duty". Kein Wunder also, dass sich "Black Ops 7" hier besonders selbstbewusst präsentiert. Mit 18 Maps zum Start (16 für PvP, zwei für den Scharmützel-Modus) und einer am 20. November 2025 erscheinenden Neuauflage der ikonischen Nuketown-Karte setzt Treyarch auf Vielfalt. Das Kartendesign überzeugt durchweg: abwechslungsreiche Settings, klare Strukturen und ein Zurückgreifen auf die bewährten Drei-Linien-Layouts sorgen für schnelle Orientierung und dynamische Gefechte.
Die Liste der Spielmodi stützt sich auf bewährte Klassiker: "Team-Deathmatch“, "Herrschaft" und "Abschuss bestätigt" kehren zurück, ergänzt durch den neuen Modus "Überladen". Bei letzterem handelt es sich um eine Capture-the-Flag-Variation, die im Test allerdings keinen bleibenden Eindruck hinterliess.

Dafür macht die Progression erneut vieles richtig. Waffen stufen mit der Nutzung auf, neue Bauteile werden freigeschaltet, im Waffenschmied wird optimiert und individualisiert. Besonders gelungen ist das Overclock-System: Mit der Zeit schalten wir für Feldausrüstungen und Punkteserien zwei Upgrades frei. Sobald das geschehen ist, können wir jeweils eines davon für die nächste Partie aktivieren. Ein Geschützturm, der plötzlich an Wände klebt oder schneller feuert, sorgt nicht nur für taktische Abwechslung, sondern auch für kleine Aha-Momente.
Spielerisch bleibt "Black Ops 7" ein Paradebeispiel für flüssiges Gunplay. Das Bewegungsmodell knüpft an das in "Black Ops 6" eingeführte "Omnimovement" an, erweitert es jedoch um Wandsprünge. Sie verändern das Spielgefühl spürbar: Vertikale Mobilität eröffnet neue Wege, erlaubt riskantes Flankieren oder kreative Konter auf Camper und Sniper. Obwohl das Game dem jüngeren Publikum weiterhin extrem schnelle Runden bietet, schaffen die grösseren Karten ein besseres Tempo.

Besonders positiv fallen die neuen futuristischen "Scorestreaks" auf. Killer-Roboter wie DAWG oder das Rhino-Juggernaut-Pendant sorgen für laute, explosive Momente, während der "Gravemaker"-Sniper durch Wände schiesst und Gegner markiert - übermächtig, aber spassig. Die neue futuristische Optik und der technologische Einschlag tun der Serie gut und dämpfen die befürchtete "Black Ops"-Müdigkeit.
Auch das Thema Matchmaking hat eine grosse Änderung erfahren: "Black Ops 7" kehrt zu einem klassischen Matchmaking-System zurück, bei dem Skill eine deutlich geringere Rolle spielt. Das sorgt für abwechslungsreichere Lobbys, aber auch für stärkere Schwankungen im Schwierigkeitsgrad. Im Test ergaben sich dadurch Partien, in denen wir die Tabelle teils deutlich anführten, nur um dann wenig später ganz unten zu stehen. Frust und Lust liegen hier also dicht beieinander.
Der Multiplayer ist unterm Strich ein starkes Gesamtpaket: souveränes Karten-Design, gelungenes Movement, starkes Gunplay und genug Neuerungen, um sich frisch anzufühlen. Wer sich gern im PvP austobt und den "Call of Duty"-Stil mag, wird hier nicht enttäuscht!
Scharmützel-Modus: Ein misslungener Ausflug ins Grossformat
Aber es ist längst nicht alles perfekt in "Black Ops 7". Der Scharmützel-Modus mit 40 Spielern zeigt, wie schwierig der Spagat zwischen klassischem "Call of Duty" und grossflächigen Schlachtfeldern sein kann. Nur zwei Karten, keine nennenswerte Fahrzeugvielfalt und ein Flow, der eher frustriert als motiviert, lassen diesen Modus schnell alt aussehen.

Die Mission Edge auf der Avalon-Karte etwa verkommt regelmässig zum Scharfschützen-Festival. Spawn-Sprünge mit dem Gleitschirm kosten Zeit, und die Jagd nach Flaggenpunkten wird zur Geduldsprobe. Die grundsätzliche Idee ist ordentlich, jedoch hapert es an der Umsetzung. "Battlefield 6" jedenfalls zeigt hier der Konkurrenz, wie es besser geht!