Captain Tsubasa II: World Fighters - Test / Review

Der Ball ist mein Freund!

Test Flo Merz getestet auf PC

Wenn der Ball mit atemberaubenden Effekten, unmöglichen physikalischen Eigenschaften und jeder Menge Pathos gen Torwart fliegt, ist klar, dass wir uns fernab jeglicher Realität bewegen. Doch mit "Captain Tsubasa II: World Fighters" wollen wir das auch gar nicht - hier fliegen Bälle kreuz und quer über den Platz, Spieler führen gefühlt stundenlange Dialoge auf dem Rasen, und irgendwo sind wir mittendrin.

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Fussball ist nicht nur in Europa ein riesiges Thema, denn auch im asiatischen Raum, vor allem aber in Japan, erfreut sich das Gegen-den-Ball-Treten immenser Popularität. Egal ob im Zuge des Schulsports oder der professionellen J.League: Jeder will das Runde ins Eckige befördern. Klar, dass daher über die Jahre zahlreiche Medien wie Mangas, Anime oder Videospiele entstanden sind. Eine der bekanntesten Marken ist hierbei "Captain Tsubasa", die erstmals 1981 in Form eines Mangas in Japan erschien und selbst Jahre später noch für weltweite Begeisterung sorgen sollte. Auch Videospiele sollte es geben, wovon das erste 1988 für Nintendos Famicom veröffentlicht wurde.

Westliche Fans hingegen mussten sich bis 1992 gedulden, ehe sie ebenfalls in den Genuss der überdrehten Kicker kommen konnten. Das erste westliche Spiel erschien allerdings ohne die "Captain Tsubasa"-Lizenz und wurde unter dem Namen "Tecmo Cup Soccer Game" veröffentlicht. Seither gab es jedoch nur wenige Veröffentlichungen im Westen. Dies sollte sich 2020 ändern, als Bandai Namco mit "Captain Tsubasa: Rise of New Champions" ein umfangreiches Fussballspiel auf den Markt brachte, das auch im Westen für alle gängigen Plattformen erschien. Doch während der Titel vor allem bei Fans punkten konnte, zeigten sich andere wiederum weniger angetan davon. Mit dem Nachfolger "Captain Tsubasa II: World Fighters" möchte der Entwickler nun aber auch all jene abholen, die weniger mit dem Vorgänger anfangen konnten.

Auf bekannten Pfaden

Wir wollen bei "Captain Tsubasa II: World Fighters" direkt mit der Tür ins Haus fallen: All diejenigen, die den Vorgänger zwar gespielt, aber damit nichts anfangen konnten, werden leider auch mit dessen Nachfolger nicht glücklich. Es ist klar, an welche Zielgruppe sich das Spiel richtet: eher Fans der Vorlage als klassische "eFootball"- oder "EA Sports FC"-Anhänger. Zwar steht der Fussball nach wie vor im Mittelpunkt des Geschehens, doch dient er vielmehr als Zugpferd für die präsentierte Geschichte, anstatt selbst das komplette Hauptaugenmerk auf sich zu ziehen. Wem dies bewusst ist, der wird mit "Captain Tsubasa II: World Fighters" durchaus seinen Spass haben.

Wie schon im Vorgänger "Captain Tsubasa: Rise of New Champions" übernehmen wir entweder die Rolle eines selbst erstellten Charakters oder folgen Tsubasa durch den World-Youth-Story-Arc, der nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers anknüpft, allerdings ein wenig von der Vorlage abweicht, um auch Serien-Urgesteinen neue Inhalte bieten zu können.

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Uns steht es vollkommen frei, unsere eigene Spielfigur nach Belieben zu individualisieren. Wollen wir das Jersey eher kurzärmelig tragen, oder präferieren wir ein langärmeliges Trikot? Auch die Wahl der Frisur dürfte nicht leichtfallen, denn mit mehr als 50 verschiedenen Optionen kann man durchaus ins Grübeln geraten. Hat man diese Entscheidung einmal hinter sich gebracht, geht es zunächst in ein Testspiel, bei dem die Grundprinzipien von "Captain Tsubasa II: World Fighters" erklärt werden.

Spielern wird gezeigt, welche Taste für welche Aktion genutzt werden kann, wie Mitspieler am besten angespielt werden, wie Abschläge funktionieren, welche Taste man gedrückt halten muss, um Flanken zu schlagen, und vieles mehr. Wer mit Spielen wie "eFootball" und "EA Sports FC" vertraut ist, sollte deren Steuerungslayouts so schnell wie möglich vergessen. Generell spielt sich "Captain Tsubasa II: World Fighters" deutlich anders, als man es von herkömmlichen Fussballspielen gewohnt ist. Charaktere lassen sich mit spektakulären Manövern über den Haufen grätschen, während der Schiedsrichter tatenlos danebensteht und lediglich zum An- und Abpfiff benötigt wird. Damit folgt das Game jedoch der Vorlage, in der die Realität eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Aufgeladen ins Ziel ... oder auch nicht

Um beispielsweise einen Ball überhaupt aufs gegnerische Tor zu bringen, müssen die Schüsse aufgeladen werden. Hierbei gilt es, die entsprechende Taste gedrückt zu halten, um einen Balken aufzufüllen, und nach dem Erreichen einer bestimmten Grenze loszulassen. Im Anschluss lässt uns das Spiel eine Richtung via Stick auswählen, in die wir den Ball schlagen. Auch der Torwart kann eine Ecke auswählen, um bei einer Übereinstimmung mit der Richtungstaste eine perfekte Parade auszuführen oder bei einer anderen Richtung entweder eine gute oder schlechte Parade zu vollführen. Dies ist eine der grundlegenden Änderungen gegenüber dem Vorgänger, bei dem dies noch nicht der Fall war.

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Was allerdings weiterhin Bestand hat, ist die Ausdauer des gegnerischen wie auch des eigenen Torhüters. Sie muss mittels verschiedener Abschlüsse zunächst verringert werden, um überhaupt ein Tor erzielen zu können. Dies war bereits ein Kritikpunkt in "Captain Tsubasa: Rise of New Champions", da selbst die schönsten Spielzüge, bei denen die komplette Abwehr umdribbelt und jeder gegnerische Angriff abgewehrt wurde, dadurch komplett zunichtegemacht werden.

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