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Chronicle: RuneScape Legends - Feature

Eine Prise Hearthstone, viel RuneScape-Liebe

Vorschau Video Benjamin Kratsch

Jagex ist wahrscheinlich die sympathischste Firma, die es in der Gamesbranche gibt. Das „RuneScape“-Studio fällt alle Entscheidungen für seine Spiele basisdemokratisch per Abstimmung mit seiner Community, wohl auch deshalb wurden sie zum 15. Geburtstag nur so mit liebevollen Glückwünschen u.A. von Youtube-Star Syndicate überhäuft. Wir haben nicht nur von der Torte genascht, sondern auch mit dem gesamten Team gesprochen und einen Tag mit „Chronicle: RuneScape Legends“ verbracht. Einem Spiel, das auf den ersten Blick an Hearthstone erinnert, sich aber doch ganz anders anfühlt.

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Das vielleicht Schönste an diesem Job ist es, die Magie von so vielen Spieleserien zu erleben und ihre Communitys kennenzulernen, die diese Titel abgöttisch lieben und sie als Teil ihres Lebens betrachten. So auch in London, zum 15. Geburtstag von „RuneScape“. Ein Werk, das auch heute noch von drei Millionen Menschen gespielt wird, die sich in einer Dokumentation verewigten und dem Team Danke sagen wollten. Darunter Ehepaare, die miteinander kuschelnd und den Tränen nahe erzählten, wie sie sich in „RuneScape“ bei einem Skelettkampf kennengelernt haben. Sie rettete sein virtuelles Leben, so kamen sie ins Gespräch, sie trafen sich, verliebten sich und sind heute noch glücklich zusammen. Andere haben „RuneScape“ ihre Karriere zu verdanken, darunter der Brite Tom Cassell, besser bekannt als „Syndicate“. „RuneScape“ war das erste Spiel, was er auf Twitch spielte, noch lange bevor Twitch überhaupt eine grosse Nummer war, so wurde er zum gefeierten Star und hat heute mit 1,4 Millionen Followern dezent mehr Fans als wir und auch die ein oder andere Million verdient.

In London haben wir Menschen getroffen, die ihr halbes Leben mit diesem Spiel verbracht haben und noch lange nicht müde sind. Haben Gesprächen von Spielerinnen - und Spielern gelauscht, die jeden Abend fünf Stunden spielen und mitunter schon seit 10 Jahren in der gleichen Gilde losziehen und auch im echten Leben richtig gute Freunde geworden sind. Viele von ihnen sind heute auch auf Twitch, aber eher aus Spass an der Freude, weniger um Geld zu verdienen. Ein Konzept, das sich gefühlt durch unsere ganze Zeit auf der Jubiläumsreise zieht. Jagex ist zwar heute eine Firma mit 400 Mitarbeitern, die natürlich auf ihre Finanzen achten muss, aber auch die Chefs wie CEO Andrew Gower und Development Director Mark Ogilvie wirken eher wie die netten Nerds von Nebenan. Mehr wie Kumpels, mit denen man gut über Games quatschen kann, weniger wie Manager, die ihren Job machen, weil er gut bezahlt ist. Jagex ist auch deshalb eine aussergewöhnliche Spieleschmiede, weil ihre Entscheidungsprozesse anders als in der Branche üblich nicht still und heimlich getroffen werden, sondern basisdemokratisch, mit der Community.

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