Feintuning und Freiheiten
"Code Vein II" verzichtet auf ein traditionelles Klassensystem und bringt stattdessen über Blutcodes Standard-Eigenschaften hinzu. Allerdings schenkt euch das Spiel im Umkehrschluss jede Menge Freiheiten, wie ihr euren Charakter gewichten möchtet. Klassischerweise dienen hier Leuchtfeuer, äh, wir meinen natürlich Misteln, als Rücksetzpunkte. Sobald ihr an diesen Stationen rastet, füllen sich eure Reserven wieder auf, jedoch erwacht dann auch ein Teil der Feinde wieder zu neuem Leben. An Misteln wertet ihr zudem eure Charakterstufe oder eure Waffen auf.

Ganz ehrlich: Die in der Preview-Version enthaltenen Waffen erinnerten an ein "Best of" des Genres. Dort fanden wir etwa Streithammer und Grossschwert – langsam, aber durchschlagsstark. Oder auch zwei Dolche für schnelle Angriffe auf kurze Distanz. Unser heimlicher Favorit war das Bajonett. Damit konnten wir im Nahkampf zwar nicht mit schnellen, schwächeren Angriffen zuschlagen, richteten aber auf Distanz dank der Schussfunktion schwere Schäden an. Gerade in weitläufigeren Abschnitten war diese Hybridkanone Gold wert. Trotzdem: Beim Arsenal gab es bis hierhin keine Überraschungen - weder beim Gameplay noch beim Handling.
Spannender wird es da bei der Auswahl der Spezialaktionen, den sogenannten Formae. Um sie auszuführen, benötigt ihr "Ichor". Dabei handelt es sich um eine Art Blutessenz, die ihr aus den Körpern eurer Feinde gewinnt. Der dazugehörige Angriff entzieht Feinden, sofern ihr unentdeckt bleibt, reichlich Lebensenergie und füllt auch eure "Ichor"-Leiste mächtig auf. Führt ihr diese Attacke im laufenden Gefecht aus, sammelt ihr nur einen kleinen Teil Special-Energie auf. Dazu sind "Ichor"-Attacken riskant, da sie vergleichsweise lange dauern.

Formae-Angriffe sind zum Teil an euer Arsenal gebunden. Ein Kurzschwert führt also andere Attacke aus als ein Hammer. Das bedeutet im Klartext: Wann immer ihr die Waffe wechselt, müsst ihr euch auch mit neuen Specials auseinandersetzen und deren Reichweiten und Auswirkungen kennenlernen. Zudem koppelt das Spiel übergeordnete Aktionen an "Ichor". Beispielsweise aktiviert ihr so einen magischen Schild und blockt Angriffe ab, statt ihnen nur mit einer Rolle auszuweichen. Wir bevorzugten gar den "flinken Schatten". Dabei handelt es sich um einen kurzen Dash, mit dessen Hilfe wir durch Angriffe förmlich hindurchglitten. Als "Ichor"-Attacke gab es auch einen mächtigen Hammer oder Pfeil und Bogen.

"Code Vein II" präsentiert sich insgesamt als komplexes Soulslike-Rollenspiel, in dem ihr im weiteren Verlauf mithilfe der Blutcodes und auch sogenannter Booster massiv an euren Fertigkeiten schrauben könnt. Die an Runen erinnernden Booster bescheren euch positive, aber auch negative Buffs und Wechselwirkungen. Hier könnt ihr also massiv experimentieren und feintunen, bis ihr die perfekte Mischung für euren Wiedergänger zusammengestellt habt.