Cyberpunk 2077: Ultimate Edition - Switch 2 - Test / Review

Ist das Science-Fiction-RPG ein Must-have für die Switch 2?

Test Video nedzad.hurabasic getestet auf Nintendo Switch 2

Mehr als vier Jahre hat "Cyberpunk 2077" seit seiner ursprünglichen Veröffentlichung auf dem Buckel, und an der hohen Qualität des Science-Fiction-Rollenspiels gibt es trotz anfänglicher Geburtsprobleme keine Zweifel. Entwickler CD Projekt RED ist weithin bekannt dafür, seine Franchises über sehr lange Zeit am Leben zu halten und immer wieder hochwertigen Content nachzulegen. Jetzt hat das polnische Studio den Start der Switch 2 genutzt, um das Cyberpunk-Abenteuer auch für Nintendos neue Konsole herauszubringen.

Unser Test verrät, wie gut sich "Cyberpunk 2077" auf der Switch 2 schlägt und warum es für euch ein idealer Starttitel sein könnte. Weil der Ableger mit den zuvor veröffentlichten Spielversionen inhaltlich identisch ist, konzentrieren wir uns vor allem auf die speziellen Neuerungen dieser Fassung.

Alles drin

Die Switch-2-Fassung von "Cyberpunk 2077" kommt als Ultimate Edition auf den Markt. Damit beinhaltet sie neben dem Basisspiel auch die Erweiterung "Phantom Liberty" sowie alle anderen bislang erschienenen DLCs - und bietet somit auf einen Schlag die rundum komplette Erfahrung des Games. Die Ultimate Edition weist darüber hinaus noch zwei weitere Vorteile auf: Zum einen wird die physische Version des Spiels auf einer 64 GB grossen SD-Karte ausgeliefert, ihr seid also ohne ellenlange Downloads sofort startklar. Ein weiteres Plus: Ihr habt die Wahl, an welcher Stelle des Abenteuers es losgehen soll. Wer die Hauptgeschichte schon gezockt hat, legt einfach gleich mit "Phantom Liberty" los. Braucht man hingegen eine Auffrischung, oder ist man ein kompletter Netrunner-Neuling, beginnt das Science-Fiction-Abenteuer am besten ganz am Anfang. Rückkehrern wird das Leben übrigens (wie in unserem Fall) durch das Crosssave-Feature extrem leicht gemacht. Synchronisiert man seine Spielstände online, geht es auf der Switch 2 an exakt derselben Stelle weiter, an der ihr zuletzt auf PlayStation, Xbox oder PC aufgehört habt. So lässt sich das "Cyberpunk"-Rollenspiel mobil geniessen und zu Hause auf einer anderen Plattform weiterspielen, wenn man will.

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Speziell im Kampf machen sich die vielfältigen Steuerungsoptionen der Switch-2-Fassung bemerkbar

Aber dieser Wechsel ist gar nicht unbedingt nötig, denn die Switch-2-Version von "Cyberpunk 2077" kann sich in dieser Form absolut sehen lassen. Das liegt zum einen daran, dass CD Projekt RED sein Rollenspiel speziell für die neue Nintendo-Konsole angepasst hat. Dank NVIDIAs DLSS-Upsampling und flexibler Performance-Modi läuft das Game im Dockmodus mit bis zu 40 fps bei 1080p und im Handheld-Modus mit 30  fps bei derselben Auflösung. Ein Qualitätsmodus sorgt für überwiegend stabile 30 fps in beiden Modi. Grafisch ist das Gezeigte - für eine mobile Spielkonsole - durchaus sehenswert. Stationäre Konsolen wie die PS4 lässt man so auf jeden Fall hinter sich, allerdings sollte eine zwölf Jahre alte Plattform nicht unbedingt als Gradmesser für aktuelle Grafikpracht herhalten. Das muss es allerdings sowieso nicht, denn Night City sieht auf der Switch 2 auch dank Raytracing oft richtig gut aus. Sicherlich: Bei schnellen Bewegungen kommt auch die "Cyberpunk 2077: Ultimate Edition" unabhängig vom gewählten Darstellungsmodus an ihre Grenzen und zeigt dezent fluktuierende Frameraten. Oder man stolpert gelegentlich über verwaschene Texturen.

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In den Menüs und ähnlichen Nutzer-Interfaces könnt ihr übrigens auch auf die Touchsteuerung des Switch-2-Handhelds zurückgreifen

Übrigens: Obwohl die Switch 2 im Dockmodus theoretisch bis zu 4K unterstützt, läuft die "Cyberpunk 2077: Ultimate Edition" auch im stationären Modus lediglich in 1080p, wobei DLSS für ein scharfes Bild sorgt. Ein 4K-Modus ist aktuell allerdings noch nicht implementiert. Ausserdem konzentrieren sich die Raytracing-Effekte auf vereinzelte Spiegelungen und Schatten und sind gegenüber leistungsfähigeren Plattformen deutlich reduziert. So kommen etwa nur Sonnenlicht- und lokale Schatteneffekte zum Einsatz, während auf komplexere Raytracing-Features wie Ambient Occlusion oder hochwertige Reflexionen verzichtet wird.

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Die Eigenarten der Switch-2-Version

Dass es sich bei der Ultimate Edition nicht nur um einen schnöden Port von "Cyberpunk 2077" handelt, merkt man aber nicht nur an den aufwendigen grafischen Anpassungen für die Nintendo-Plattform. Die zweite Säule dieser Version sind sicherlich die vielseitigen Steuerungsoptionen, die das Spielerlebnis auf der Switch 2 zu etwas Besonderem machen. Einerseits lässt sich Protagonist(in) V ganz klassisch mit einem Controller durch die futuristische Umgebung bewegen. Ob ihr nun mit einem Gamepad vor der Glotze sitzt oder die Konsole im Handheld-Modus verwendet, ist für diese Art von Erlebnis erst mal unerheblich. Ganz anders sieht das jedoch aus, wenn man zum Beispiel die Gyrosensorik der Joy-Cons 2 verwendet, um etwa die Bewegungssteuerung als Zielhilfe mit Waffen oder für Schwertbewegungen zu verwenden. Wer sich noch an "Red Steel", erinnert kann sich vorstellen, wie das Gefuchtel ungefähr funktioniert.

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Auch wenn auf der Switch 2 nicht die Grafikpracht von PC oder PS5/Xbox X erreicht wird, kann sich das Gezeigte absolut sehen lassen

Doch bekanntlich hat Nintendo der Switch 2 ein noch weitergehendes und innovatives Steuerungskonzept spendiert, das CD Projekt RED dankbar aufgreift: die Maussteuerung. Löst man einen der beiden Joy-Cons 2, kann er eigenständig eingesetzt werden, um analog zur Maussteuerung am PC verwendet zu werden. Das klappt erstaunlich gut: Speziell in den Actionsequenzen - wenn geballert wird - geht die Zielerfassung deutlich intuitiver und teils auch ergonomischer von der Hand. Das funktioniert sowohl auf festen Oberflächen wie einem Tisch als auch auf eher flexiblen Untergründen wie einer Tasche oder gar dem eigenen Bein. Speziell Letzteres ist im mobilen Betrieb nicht ganz unwichtig, wobei dann schon ein paar Abstriche in Bezug auf Präzision und Bewegungsradius hingenommen werden müssen.

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Ob ihr das Science-Fiction-RPG am Anfang beginnt oder einen alten Spielstand via Crosssave nutzt, bleibt euch überlassen

Das grössere Problem ist aber tatsächlich der Punkt Ergonomie, denn hier kann die Shooter-/Maussteuerung nur bedingt punkten, weil die etwas unnatürliche Handhaltung über längere Zeit zur Verkrampfung führt und nicht alle Buttons optimal und ohne Probleme erreichbar sind. Um in diesem Punkt Abhilfe zu schaffen, ist es hilfreich, Zeigefinger und Mittelfinger auf R/ZR zu positionieren, um die Maussteuerung möglichst entspannt einsetzen zu können. Unterm Strich bietet die "Cyberpunk 2077: Ultimate Edition" im Vergleich zu anderen mobilen Fassungen des Spiels aber auf jeden Fall die grösste Flexibilität in Sachen Steuerung.

Fazit

Es gibt mehrere Gründe, warum die "Cyberpunk 2077: Ultimate Edition" derzeit für viele Gamer ein Must-have sein kann. Zum einen ist sie ein perfekter Starttitel für Nintendos Switch 2, weil sie sowohl grafische Leistungsfähigkeit als auch die Vielseitigkeit hinsichtlich der Steuerung optimal veranschaulicht und das Komplettpaket inklusive aller DLCs und Updates sowie der Erweiterung "Phantom Liberty" enthält - und das sogar auf einer 64-GB-Cartridge, sofern man sich für die physische Version entscheidet! Zum anderen veröffentlicht Nintendo selbst kein RPG zum Launch seiner neuen Konsole. Somit bietet das Science-Fiction-Abenteuer auch aufgrund seiner praktischen Crosssave-Mechanik Neueinsteigern und Wiederkehrern ein qualitativ hochwertiges und gelungenes "Cyberpunk"-Erlebnis gleichermassen an.

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