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Cyberpunk 2077 - Vorschau

Wenn Unternehmen die Politik vorgeben

Vorschau Video Richard Nold

Ein ganz gewöhnlicher Tag in Night City

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Das bisherige Waffenarsenal verspricht uns jede Menge Abwechslung und unterschiedliche Spielstile. Denn nebst herkömmlichen Schiesseisen bietet das Instrumentarium auch High-Tech-Waffen mit smarter Munition. Wie Angelina Jolie im Kinofilm „Wanted“ können wir etwa um die Ecke schiessen, um Widersacher den Garaus zu machen, die sich hinter Wänden und anderen Deckungsmöglichkeiten verschanzen. Wer die Nähe zu seinem Feind sucht, dem raten wir vielleicht das tödliche Katana zu verwenden, das nicht nur einen Schutzschild um uns herum erzeugt kann, sondern auch Körperteile unseres Gegners mit Leichtigkeit abtrennt. In der Welt von „Cyberpunk 2077“ geht es also äusserst brutal zu und der Spieler muss sich Respekt verschaffen. In Night City nennt sich dies Street-Cred, welches man unter anderem durch das Abschliessen von Aufträgen sammelt. Alleine beschreiten wir unseren Ausflug in der Dystopie übrigens nicht, denn wir werden in der Präsentation von einem Bizeps-gepumpten Gefährten unterstützt, welcher selbst Fahrzeuge durch seine reine Muskelkraft aus dem Weg schieben kann. Während wir bei einer hitzigen Verfolgungsjagd einmal zur Waffe greifen, übernimmt dieser auch kurzzeitig das Steuer. Sehr vorteilhaft! Auch wenn die gamescom-Demo ähnlich wie bereits zur E3 am helllichten Tag stattfindet, geben uns die Macher immerhin ganz zum Schluss einen kleinen Vorgeschmack auf die riesige Spielwelt bei Nacht, auch wenn dieser Moment nur äusserst kurz ausfällt.

Ausblick

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Mit „Cyberpunk 2077“ haben die Entwickler von CD Projekt RED ein ganz heisses Eisen im Feuer, welches erneut das Rollenspiel-Genre ordentlich aufmischen wird. Die rund 50-minütige Präsentation zeigt sehr deutlich, dass die Witcher-Macher viel aus den bisherigen Projekten gelernt haben, sodass wir guter Dinge sind, dass sie es schaffen werden, der grossen Spielwelt reichlich Leben einzuhauchen. Denn Night City wirkt bereits jetzt atmosphärisch dicht und mit seinen dutzenden Wolkenkratzern, den neonfarbenen Reklamen, den tollen Charakter-Designs und einem Soundtrack, der das Geschehen mit mal schnellen und langsameren Beats immer passend begleitet, sehr stimmungsvoll. Meine Bedenken an der gewählten Ego-Perspektive für "Cyberpunk 2077" sind nach der gamescom-Demo ebenfalls verschwunden, denn das Spiel hinterlässt keineswegs den Eindruck, in die Shooter-Schublade zu rutschen. Auch wenn wir bereits einige Neonreklamen entdecken konnten, bekommen sie erst ihren typischen "Bladerunner"-Charm, wenn die Sonne untergegangen ist und die Stadt ihren warmen, orangefarbenen Touch gegen den Schatten der Nacht eintauscht, wo sich die grellen Farben in Fenstern und Pfützen reflektieren. Hierzu hoffe ich, in einer der nächsten Präsentationen mehr zu sehen. Das bisher gezeigte hat mich aber schon jetzt überzeugen können und meine Vorfreude auf den Titel steigern können.

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Wenn es CD Projekt RED gelingt, das Level an Atmosphäre, Entscheidungsfreiheit und Detailgrad über die gesamte Länge des Spiels aufrechtzuerhalten, hat "Cyberpunk 2077" schon jetzt sehr gute Chancen ein potenzieller Kandidat für den künftigen Rollenspiel-Thron zu werden.

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