Death Stranding 2: On the Beach - Test / Review

Noch besser als Teil 1?

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 5

Knapp sechs Jahre nach Teil 1 geht die Reise von Sam Porter Bridges in "Death Stranding 2" in Mexiko und Australien weiter. Wir haben Hideo Kojimas aussergewöhnliche Open-World-Action bereits für euch durchgespielt und erfreuen uns an vielen Verbesserungen, vermissen jedoch den Reiz des Neuen.

In seinem Testbericht zu "Death Stranding" traf unser Rezensent Sönke den Nagel auf den Kopf, als er den ersten Teil von Hideo Kojimas rätselhaftem Abenteuer als "einzigartige Erfahrung" rühmte. Denn frei von Schwächen und teils nervigen Mechaniken war der 2019 zunächst exklusiv für PS4 veröffentlichte Titel nicht, aber erzählerisch, atmosphärisch und durchaus auch spielerisch auf eine besondere Art frisch, fesselnd, ja bisweilen magisch. Mit "Death Stranding 2: On the Beach" erscheint nun der Nachfolger für PlayStation 5. Warum er seinen Vorgänger in vielerlei Hinsicht übertrifft, aber auf hohem Niveau letztlich nicht überflügeln kann, erfahrt ihr (selbstredend spoilerfrei) in diesem Test und im oben eingebetteten 4K-Review-Video.

Zurück auf die Lieferroute

Elf Monate sind seit den Ereignissen im ersten Teil vergangen, bei denen Hauptfigur Sam Porter Bridges, verkörpert vom Schauspieler Norman Reedus, Nordamerika wieder vereint und in einem gemeinsamen Netzwerk verbunden hat. Nach dem Abschluss seiner Aufgabe hat er sich allerdings für ein abgeschiedenes Leben irgendwo nahe der Grenze zu Mexiko entschieden - ausserhalb des sogenannten chiralen Netzwerks und gemeinsam mit seinem Bridge Baby Louise, kurz Lou, das nun wie ein ganz normales Kind umhertollt statt weiterhin als Fötus in einer künstlichen Gebärmutter zu leben.

Screenshot

Aber die UCA, die United Cities of America, wollen das Netzwerk weiter ausbauen, das nun im Auftrag der UCA von einer privaten Organisation namens APAC verwaltet wird. Dafür brauchen sie Sams Hilfe, der als fähiger Bote und quasi unsterblicher Wiederkehrer für den Job unerlässlich ist, um erst Mexiko und schliesslich Australien anzuschliessen. Natürlich bleibt ein hier nicht näher beschriebenes dramatisches Ereignis nicht aus, das den grossen Plan noch platzen lassen könnte und euch ähnlich emotional packen wird wie Sam selbst.

Guter Einstieg nicht nur für Kenner

Obwohl gleich zu Beginn eine Reihe neuer Begriffe, Organisationen und Fraktionen auftauchen und recht konstant mehr neue Fragen aufgeworfen als beantwortet werden, fällt der Einstieg in erzählerischer Hinsicht deutlich leichter als im Vorgänger. Hatte man dort erst nach einigen Stunden einen groben Überblick, muss man sich hier nicht mehr ständig fragen, was es mit grundlegenden Sachen auf sich hat, die zum Verstehen dieser Welt wichtig sind. Eine angenehm knappe Zusammenfassung frischt gekonnt euer Gedächtnis auf und hilft sogar Spielern, die Teil 1 womöglich ausgelassen haben. Empfehlen würden wir euch aber dennoch, erst den Vorgänger zu zocken, um möglichst vollständig im Bilde zu sein. Nichtsdestoweniger lässt euch "Death Stranding 2" in Bezug auf viele neue Erkenntnisse beispielsweise zur Herkunft der Bridge Babys, über neu eingeführte Charaktere und viele andere Dinge lange Zeit im Dunkeln. Dazu zählt etwa ein rätselhafter Herr, bei dem Kenner von Kojimas "Metal Gear Solid"-Reihe zunächst glauben mögen, ein Déjà-vu zu haben.

Screenshot

Atmosphärisch zündet "Death Stranding 2" indes mindestens genauso wie der Vorgänger, gerade auch, weil Hideo Kojima das auf den ersten Blick immer noch teils absurd erscheinende Setting erzählerisch clever nutzt und mit fast schon philosophischen Anteilen Querbezüge zu unserer echten Welt herstellt. Das gilt auch rückblickend auf die Coronazeit, zu der Kojima ziemlich genial die Parallele etwa in Bezug auf die eingeschränkten direkten sozialen Kontakte nimmt und allein durch die von ihm aufgeworfenen Fragen Mut im Umgang mit der Thematik beweist.

Kommentare

Death Stranding 2 Artikel