Demon Tides - Test / Review

Teuflisch gut ins Jahr gestartet

Test Video Joel Kogler getestet auf PC

"Demon Turf" war 2021 ein kleiner Geheimtipp für 3D-Platformer-Fans, die genug von halb garen Nostalgieprojekten hatten und stattdessen ein Spiel wollten, das sein Movement wirklich ernst nimmt. Entwickler Fabraz hat sich mit dem frechen Dämonen-Girl Beebz eine eigenständige Marke geschaffen, irgendwo zwischen Indie-Charme, Speedrunner-Traum und N64-Erinnerung. Entsprechend waren die Erwartungen an "Demon Tides" hoch: Laut Publisher sollte der Nachfolger nicht nur "grösser", sondern vor allem offener und bewegungszentrierter werden. Am 19. Februar 2026 ist es nun so weit: "Demon Tides" erscheint für PC via Steam, Switch folgt später inklusive physischer Edition im Doppelpack mit "Demon Turf".

Charismatische Dämonen im Urlaub

Anstatt wie im ersten Teil durch strikt lineare Levels zu hüpfen, verlegt "Demon Tides" das Geschehen auf eine von tödlichem Schleim zerschnittene Inselwelt. Protagonistin Beebz landet nach einem Schiffbruch in einem Königreich, das buchstäblich auseinanderdriftet: Drei grosse Ozeanbereiche werden von mysteriösen roten Riffen getrennt und von einer tödlichen Verschmutzung durchzogen.

Schon in den ersten Stunden wird klar, in welche Richtung Fabraz atmosphärisch zielt: Die sonnige, scheinbar sorglose Oberfläche verbindet nostalgische Elemente von "The Legend of Zelda: Wind Waker" und "Super Mario Sunshine" mit der frechen Attitüde eines "Jet Set Radio". Dabei schafft es "Demon Tides" nicht zuletzt dank schrägem Humor und hervorragender Charakter-Designs, seine ganz eigene Nische unter den 3D-Platformern zu finden.

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Die Story rund um einen mysteriösen Brief von Beebz' angeblichem Vater dient mehr als witziger Hintergrund, denn als treibende Kraft und Motivation. Trotzdem steckt merklich Mühe darin, die seltsame Welt mit kleinen Hintergrund-Details und NPCs zum Leben zu erwecken. Das funktioniert gerade in den Zwischensequenzen sehr gut, da wir Beebz und ihre Freunde schnell ins Herz schliessen. Auch die gelegentlichen Antagonisten sind aufgrund ihres teils überraschend verstörenden Charakter-Designs gut gelungen. Im eigentlichen Gameplay wirkt die Welt aber oft eher leer und statisch.

Wohin du willst, wie du willst

Der Wechsel von einzelnen Levels hin zu einer Open World ist gerade aktuell riskant. Viele Spiele beissen sich an dem Übergang in eine offenere Welt die Zähne aus. Nicht so "Demon Tides", das den Sprung in eine nicht lineare Welt mit Bravour meistert. Das liegt einerseits daran, dass die einzelnen Plattform-Herausforderungen nach wie vor klar abgesteckte Gebiete sind, andererseits wurde das Bewegungsarsenal von Beebz ordentlich aufgefrischt und vor allem beschleunigt.

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So wechseln wir nicht nur fliessend vom Doppelsprung zum Gleiten und vom Weitsprung zum Sprint, sondern bewegen uns dank einer Verwandlung in eine dämonisch-niedliche Schlange sogar blitzschnell über den Ozean.

Alle einzelnen Moves lassen sich über drei einfache Tasten aneinanderreihen und im späteren Spielverlauf durch diverse gefundene oder gekaufte Upgrades noch personalisieren. Dabei habt ihr die Wahl, wo ihr etwas mehr Spielraum braucht. Etwa bei einem leicht höheren Sprung oder doch bei weiterer Gleitdistanz?

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