Detroit: Become Human - Test

Emotional-mitreissende Zukunftsvision

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 4

Menschlicher als manche Menschen

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In „Detroit: Become Human“ schlüpft ihr abwechselnd in die Rollen von drei dieser Androiden. Kara arbeitet als gewöhnliche Haushaltshilfe für den drogenabhängigen Todd und dessen Tochter Alice. Als dem übel gelaunten Vater erneut die Hand ausrutscht, beschliesst das künstliche Wesen, das Mädchen zu beschützen und gemeinsam mit ihr zu fliehen. Markus wiederum pflegt den in die Jahre gekommenen Künstler Carl Manfred (gespielt von Lance Henriksen), der ihm immer wieder einbläut, dass er ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft sein könne. Der dritte im Bunde ist Connor, ein besonders fortschrittlicher Android, der für seinen Hersteller Cyberlife Jagd auf die sogenannten Abweichler macht, also jene Roboter, die ein Eigenleben und sogar Emotionen entwickeln. Im Rahmen dieser Dreiteilung deckt „Detroit“ verschiedene Aspekte der Menschlichkeit ab – oder besser gesagt des Menschwerdens. Ist es bei Kara der mutterähnliche Beschützerinstinkt, dreht es sich bei Connor um Freundschaft, aber auch Verrat. Bei Markus wiederum steht die Gemeinschaft im Zentrum. Mit ihm, so viel sei verraten, werdet ihr zum Anführer der Androiden-Rebellion im Kampf um Freiheit und Gleichberechtigung. Dabei müsst ihr die unterschiedlichen Interessen der Mitstreiter in der Balance halten und bestimmt darüber, ob der Widerstand friedlich oder doch gewaltsam vonstatten geht.

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David Cage wandelt dabei immer wieder auf einem schmalen Grat zwischen Glaubwürdigkeit und nur zum Teil nachvollziehbarer Emotionalität der Androiden. So leuchten bestimmte Dialogoptionen von Connor, in denen er schon früh im Spiel aggressiv oder gar zynisch reagieren kann, nicht immer ein. Schliesslich handelt es sich um einen rational denkenden Androiden, dem Gefühle eigentlich fremd sind. Auch Markus' Aufstieg zu einer Art Messias der androiden Widerstandsbewegung verläuft zu schnell. Die gesamte Handlung findet nämlich in einem Zeitraum von nicht mal einer Woche statt. Da will es nicht so recht passen, dass er innerhalb weniger Tage vom Neuankömmling zum Anführer des Widerstands wird. Solche Ungereimtheiten sind allerdings verschmerzbar. Denn die unterschiedlichen Möglichkeiten, etwa in der Rolle von Connor auf die abweisende Art des menschlichen Polizeiermittlers Hank Anderson (gespielt von Clancy Brown) zu reagieren, sorgen für eine tiefe emotionale Bindung zu den Charakteren, die ohne Kompromisse wohl kaum erreichbar wäre.

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