Tritt "Disciples" endlich aus dem Schatten von "Heroes of Might and Magic"? In "Domination" erwartet euch ein umfangreicher Mix aus Rollenspiel und Rundentaktik. Wir verraten, wieso das Dark-Fantasy-Erlebnis Stunden wie im Fluge vergehen lässt und dennoch nicht ganz unsere Erwartungen erfüllt.
Mit "Disciples: Domination" meldet sich eine traditionsreiche Strategie-Serie zurück, die seit jeher ein wenig im Schatten der ganz grossen Genrenamen steht. Der erste Teil, "Sacred Lands", erschien 1999 und konnte sich damals eine treue Fangemeinde aufbauen.
Trotzdem blieb die Reihe stets ein Geheimtipp für Strategie-Liebhaber, während andere Franchises den Massenmarkt dominierten. Der neue Ableger "Disciples: Domination" erscheint am 12. Februar 2026 für PC, PlayStation 5 sowie Xbox Series S/X und bleibt den Grundprinzipien der Serie treu: Denn Rundenkämpfe, Rollenspielelemente und ein düsteres Fantasy-Setting bilden das Fundament.
Eine Königin unter Druck
Im Mittelpunkt der Handlung steht erneut Königin Avyanna. Ihre Regentschaft verlief in den vergangenen 15 Jahren alles andere als glorreich. Politische Spannungen, ungelöste Konflikte zwischen den Völkern und eine Reihe unglücklicher Entscheidungen haben das Reich geschwächt. Als sich nun eine neue, mysteriöse Bedrohung zusammenbraut, steht Avyanna vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss das Land vor dem Untergang bewahren und gleichzeitig das Vertrauen ihrer Untertanen zurückgewinnen.

Kenntnisse über die Ereignisse des Vorgängers sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Das Spiel liefert ausreichend Hintergrundinformationen, um auch Neueinsteiger abzuholen. Dennoch merkt man schnell, dass "Disciples: Domination" vor allem Fans der Serie im Blick hat. Viele Figuren, Orte und Konflikte knüpfen direkt an frühere Ereignisse an.
Erzählerisch setzt das Game stark auf Dialoge und Textpassagen. Wer sich gern in Lore und Hintergrundgeschichten vertieft, bekommt hier einiges geboten. Die Dialoge sind über weite Strecken solide und schaffen eine passende, düstere Grundstimmung. Allerdings wirkt der Tonfall an manchen Stellen etwas zu modern, was nicht immer perfekt zum Dark-Fantasy-Ambiente passt.
Klassenwahl mit Folgen
Zu Beginn bestimmt ihr die Klasse eurer Hauptfigur. Vier unterschiedliche Rollen stehen zur Auswahl: Kriegsherrin, Beherrscherin der Urgewalten, heilige Regentin und Hexenkönigin. Diese Entscheidung hat spürbare Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. Sie beeinflusst nicht nur die verfügbaren Fähigkeiten, sondern auch den generellen Spielstil und die Entwicklungsmöglichkeiten im Talentbaum. Wir haben uns für die heilige Regentin entschieden und griffen so auf Lichtangriffe sowie Heilfertigkeiten zurück. Einher mit den Standard-Aktionen gehen über das Befehlsrad wählbare Zauber. Dadurch schleudern wir etwa Blitze auf unsere Feinde oder versorgen Verbündete mit nützlichen Buffs.

Das Fortschrittssystem ist übersichtlich gestaltet. Zwei grosse Säulen bilden das Grundgerüst, von dem aus ihr aktive und passive Fähigkeiten freischaltet. Das wirkt zunächst recht simpel, entwickelt aber mit zunehmender Spielzeit eine gewisse Tiefe. Wirklich spektakuläre Fähigkeiten lassen allerdings lange auf sich warten. Wer schnelle Power-Spikes erwartet, dürfte sich etwas gedulden müssen.
