Dragon Quest VII Reimagined - Vorschau / Preview

Klassiker mit neuem Drive?

Vorschau Steffen Haubner

Bei Square Enix ist man ganz offensichtlich im Retro-Fieber. Erst kürzlich schloss man mit "Dragon Quest I & II 2D-HD" die Erdrick-Trologie ab. Nun folgt Teil VII der Saga, für die der 2D-HD-Style offensichtlich nicht wirklich Sinn ergab, weshalb sich nun das Wörtchen "Reimagined", was übersetzt etwa "neu interpretiert" bedeutet, im Titel findet. Tatsächlich handelt es sich um eine vor allem grafisch überarbeitete Neufassung. Dabei setzt man auf eine Stilvariante, die man im Manga "SD", also "Super Deformed", nennt. Da hinter dem Charakterdesign von "Dragon Quest VII" wie hinter allen Teilen des Franchises der legendäre, kürzlich verstorbene Mangaka Akira Toriyama steht, passt das wie die Faust aufs Auge. Schliesslich ist auch seine berühmteste Mangareihe, "Dragon Ball", noch zu Lebzeiten des Künstlers in einer SD-Fassung erschienen. Die Reihe läuft noch, die Bände der deutschen Sprachfassung erscheinen im Hamburger Carlsen Verlag.

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Der SD-Look verstärkt den emotionalen Ausdruck der Figuren

Der SD-Stil zeichnet sich durch im Verhältnis zum Körper stark vergrösserte Köpfe aus. Die Mimik rückt durch die physische Verzerrung in den Fokus, was den Figuren mehr emotionalen Ausdruck verleiht. Der globale Erfolg dieses schon in den 1980er-Jahren entstandenen Stils ist ein weiterer Beleg dafür, dass die japanische Kawaii-Kultur, also das Spiel mit Niedlichkeit und Kindlichkeit, derzeit extrem angesagt ist. Bei unserer Anspielsession, bei der wir in Hamburg eine Stunde lang in "Dragon Quest VII Reimagined" hereinschnuppern durften, konnten wir uns davon überzeugen, dass SD im Kontext des Games ganz ausgezeichnet funktioniert. Dazu tragen insbesondere die Akira Toriyamas Kunst liebevoll aufgreifenden Animationen bei, an denen man sich gar nicht sattsehen mag. Sowohl die Helden als auch ihre zahlreichen Gegner brachten uns insbesondere in den (wie immer in der Reihe rundenbasierten) Gefechten regelmässig zum Schmunzeln.

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Auf Emberdale pflegt man seltsame Rituale. Kein Wunder, denn die Insel birgt so einige Geheimnisse.

Ein eher ungewöhnlicher Dragon-Quest-Ableger

Das zugrunde liegende Original erschien unter dem Titel "Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit" im Jahr 2000 für die PlayStation. Bereits das 3DS-Remake von 2013/16 betonte einen bunten, karikaturhaften Manga-Stil. Allerdings war man damals grafisch - sieht man mal vom 3D-Effekt der Nintendo-Konsole ab - natürlich noch weit von dem entfernt, was wir jetzt zu sehen bekamen. Insbesondere bei den Umgebungen und den Figuren hat sich einiges getan. Irgendwie haben es die Designer geschafft, Charaktere wie auch Monster so aussehen zu lassen, dass sie liebevoll von Hand gestaltet wirken. Sie bewegen sich durch detailreiche Umgebungen, die wie Dioramen anmuten. All das verleiht dem Game im Zusammenspiel mit dem gewissen Toriyama-Touch eine besondere Authentizität, die sich wohltuend vom oftmals generischen Figurendesign abhebt, das man heute allzu häufig zu sehen bekommt.

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Monster-Katz-und-Maus-Spiel in der Unterwelt: Mit etwas Geschick kann man manch einem Zufallskampf entkommen

Deutlich mehr als bei anderen "Dragon Quest"-Teilen liegt der Fokus bei Teil VII auf der Erzählung. Wie immer man dazu stehen mag: In der 3DS-Version dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis wir zum ersten Mal Gegnern gegenüberstanden. Wir starten als Fischerjunge Renke, der auf seiner Heimatinsel Estard gemeinsam mit seinen Freunden Maribel und Kiefer, dem Prinzen des Königreichs Estard, lebt. Dass man ihnen beigebracht hat, dass sich die Welt auf ebendiese Insel beschränkt, will den dreien nicht so recht einleuchten. Eines Tages entdecken sie mysteriöse Steintafelfragmente, die, wenn sie zusammengesetzt werden, Portale in die Vergangenheit öffnen. Jede dieser Tafeln führt nun in eine andere Epoche und zu einer anderen Insel, die in der Gegenwart nicht mehr existiert. Zu dritt ziehen wir ganz "Dragon Quest"-typisch los, um verfluchte oder bedrohte Reiche zu befreien und dadurch den Lauf der Geschichte so zu ändern, dass die Inseln im wahrsten Sinne des Wortes wieder gegenwärtig werden. Jedes dieser Inselreiche ist mit einer bestimmten Erzählung verbunden, sodass sich insgesamt eine Kurzgeschichten-artige Erzählstruktur ergibt. Und natürlich geht es um nichts weniger als um Gut und Böse und ein kosmisches Geheimnis, das sich im Laufe der Handlung enthüllt.

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Kiefer ist die treibende Kraft des Abenteurer-Trios

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