Die Tage werden kälter, es wird früher dunkel, und der Wunsch nach kuscheliger Aufbausimulation, um dem Alltagsstress zu entkommen, nimmt zu. Darauf bietet "Dragon Shelter", das am 24. September erscheint, eine passende Antwort. Das süss animierte Spiel, in dem ein Bauernhof aufgebaut werden muss, bringt fast alles mit, was von einem Cozy-Fantasy-Aufbausimulator so erwartet wird. Vor allem die knuddeligen Drachengefährten heben die Spielatmosphäre auf eine neue Stufe, und es gibt einiges mit ihnen zusammen zu entdecken.
Charaktererstellung und die ersten Aufgaben
Der Hauptcharakter kann zu Beginn rudimentär angepasst werden. Ein paar Frisuren, Farben der Kleidung und sogar bläuliche Hautfarbe stehen zur Auswahl. Danach folgt sofort ein kurzes Intro, bei dem der Hof gezeigt wird und die ersten Aufgaben im Questlog oben rechts auftauchen. Die Aufgaben sind relativ selbsterklärend: Bäume fällen für Holz, Steine abbauen für Steine, Beete umgraben und Pflanzen anbauen für Nahrung. Dabei sind sowohl der Energielevel als auch die verstreichende Zeit zu beachten. Energie kann durch Nahrungsaufnahme zurückgewonnen werden, doch spätestens um 23:00 Uhr endet der Tag. Dann ist es Zeit, ins Bett zu fallen. Zumindest können dann keine Tätigkeiten mehr ausgeführt werden, die noch Energie kosten. Beerenbüsche absammeln oder Drachen streicheln geht allerdings zu jeder Zeit. Doch so schnell bekommen wir leider keinen Drachen zu Gesicht. Erst müssen mehrere Spieltage vergehen und die ersten Aufträge der Dorfbewohner erledigt werden, bis uns irgendwann ein merkwürdiges Geräusch aus dem Teich nebenan auffällt und wir einen Dialog mit dem Bürgermeister der Stadt freischalten, der uns verrät, dass es früher hier mal Drachen gab.
Der erste Drache

Die Begegnung mit dem Wasserdrachen, dem ersten Exemplar des Spiels, ist zuckersüss animiert. Der Drache kann seine magischen Fähigkeiten einsetzen, um unsere Beete zu bewässern, oder uns beim Kochen helfen. Wenn er Werkzeug geschenkt bekommt, kann er uns selbst bei anstrengenden Tätigkeiten wie Bäumefällen unterstützen. Dabei hat der Drache eine eigene Anzeige, die seine Energiestufe, sein Hungergefühl und seinen Spasslevel abbilden. Etwa zeitgleich mit dem Fabelwesen wird die Küche mit den ersten Rezepten freigespielt. Die ist wichtig, denn so ein Drache ist ganz schön hungrig! Die Balance zwischen Energieverbrauch und Essensbedarf wird hoffentlich bis zum offiziellen Release noch besser abgestimmt, denn so frisst uns die Kreatur die Haare vom Kopf. Sobald es mehr Exemplare werden, verschlimmert es sich entsprechend und artet in Stress aus, alle Drachen täglich mit ihren Lieblingsleckereien zu versorgen.
Depressive Dorfbewohner

Die Dorfbewohner versorgen den Hauptcharakter und seine Drachen unterdessen mit allerlei Aufträgen. Von einfachen Sammel- bis hin zu komplexen Anbau- und Herstellungsaufgaben ist alles Mögliche dabei. Zudem ist nicht immer ganz klar, wo sich die benötigten Materialien befinden, und das Hilfemenü beinhaltet oftmals auch keine Antworten. So gilt es auszuprobieren, zu entdecken und zu hoffen, dass die Drachen unterdessen nicht verhungern oder schlechte Laune bekommen. Die Dorfbewohner selbst haben bereits miese Laune: Mit hängenden Köpfen und depressiver Grundstimmung leben sie in ihrem heruntergekommenen Dorf, und anscheinend können nur wir und unsere Drachen das noch ändern. Kleine Geschenke sind hierbei der Schlüssel, um die Dorfbewohner zumindest etwas aufzumuntern. Das hält jedoch maximal einen Tag, danach lassen sie die Köpfe wieder hängen. Ganz schön undankbar! Und bis auf den Schmied und die Gärtnerin bekommen wir auch äusserst selten mal etwas zurückgeschenkt. Frech!
Steuerung, Musik und cozy Atmosphäre

Die Steuerung ist relativ simpel gehalten und schnell erlernt. Bei Interaktionen kann es dazu kommen, dass je nach Winkel des Hauptcharakters das falsche Interaktionsziel angewählt wird. Das ist etwas mühsam, allerdings nichts, was die Stimmung killt. Die Musik dudelt sanft im Hintergrund vor sich hin, ist dabei nicht störend, aber auch nicht sonderlich einprägsam. Die Geräusche, die die Drachen von sich geben, sind es hingegen schon! Die süssen Gluckser, Schnauber und Schmatzer beim Streicheln und Füttern sind absolut goldig und regen das Belohnungszentrum an. Und spätestens beim Ballspielen oder Trampolinspringen hat man sich garantiert in die Kreaturen verliebt. Eigentlich könnte das Leben auf dem Hof so friedlich sein, doch im Dorf ist auch ständig etwas los. Es gibt immer genug zu tun, darunter neue Aufträge und gelegentliche Feste oder Events, auf denen besondere Belohnungen warten. So geht die gemütliche Atmosphäre leider etwas verloren. Gewisse Tage fühlen sich wahnsinnig kurz an, und durch die hungrigen Drachen bleibt dem Hauptcharakter selbst manchmal nicht genug Energie, um alles zu erledigen. Das Einzige, was ein wenig hilft, sind die Beerenbüsche, die überall auf dem Grundstück wachsen und selbst nach 23:00 noch abgepflückt werden können. Sie wachsen sogar alle paar Tage wieder nach.
Fazit

Da wir eine frühe Testversion anspielen durften, kann es sein, dass noch einige Bugs vorhanden waren. So verschwinden die Drachen manchmal einfach, oder gewisse Quests lassen sich nicht abschliessen. Das ist ärgerlich, vor allem da beim Abschliessen eines Tages, also wenn der Hauptcharakter sich ins Bett legt, automatisch gespeichert wird, es sonst aber keine Zwischenspeichermöglichkeiten gibt. So können alte Spielstände nicht geladen werden, und wenn das Game innerhalb eines Spieltags unterbrochen wird, muss selbiger erneut gespielt werden. Wir hoffen, dass diese Unfeinheiten bis zum Release-Tag noch behoben werden. Denn einen Drachen zu verlieren, der dann einfach nicht mehr auftaucht, ist wirklich frustrierend! Die deutschen Texte bei den Aufgaben und Quests sind derweil noch etwas holprig übersetzt. Hier wurde wohl vor allem KI hinzugezogen, was für ein kleines Entwicklerstudio einerseits verständlich ist, andererseits wünscht man sich dessen ungeachtet, dass die Texte noch mal von einem Menschen korrekturgelesen werden würden. Trotzdem macht das Spiel allgemein Spass. Die Animationen und das Design der Drachen ist sehr gelungen, und die Spielwelt lädt zum Entdecken ein. Wer gern Aufbausimulationen spielt und schon immer mal eine eigene Farm mit seinen Haustieren und Drachen haben wollte, sollte "Dragon Shelter" definitiv eine Chance geben.
