Dustborn - Vorschau / Preview

Telltale-Style trifft Echtzeitaction

Vorschau Benjamin Braun

Seit einiger Zeit ist "Heavy Rain"-Macher Quantic Dream auch als Publisher von Indie-Games aktiv. Mit "Dustborn" soll im August ein Action-Adventure der besonderen Art erscheinen, das Storytelling à la Telltale Games mit comichafter Echtzeitaction verbindet. Wir haben die ersten Stunden gespielt. Was das Spiel im Ersteindruck taugt, erfahrt ihr in unserer Preview.

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Wenn man sich bei Red Thread Games auf etwas verlassen kann, dann darauf, dass Story und Atmosphäre passen. Das hat das Studio von Ragnar Tørnquist mit dem Adventure-Sequel "Dreamfall Chapters" genauso bewiesen wie mit dem Mystery-Abenteuer "Draugen", das 2019/2020 für PC und Konsole erschien. Mit "Dustborn" soll Ende August der nächste Streich folgen, der einmal mehr viel Wert auf die Geschichte rund um einen Trupp sogenannter "anomaler" Aussenseiter legt. Das Solo-Abenteuer schreibt aber auch die Action gross, während ihr mit dem Baseballschläger von Hauptheldin Pax auf Bikergangs und Roboter eindrescht und mit "Worten der Macht" eure eigenen und die Spezialfähigkeiten eurer Begleiter zündet. Klingt gut für euch? Schlecht sind die Eindrücke aus den ersten Stunden keinesfalls. Unsere Begeisterung hält sich allerdings noch stark in Grenzen.

Eine anomale Familie

Pax, Sai, Theo und der Rest der Dustborn-Bande sind weder miteinander verwandt noch verschwägert. In ihrem Tourbus allerdings leben sie zusammen wie eine Familie. Was sie verbindet, ist aber nicht nur die Liebe zur Musik, sondern auch, dass sie alle sogenannte Anomale sind - ohne "r", also wie in "Anomalie". Das heisst dennoch, dass sie etwas anders sind als andere, was weit über die teilweise Verwendung von Neo-Pronomen hinausgeht. Denn alle Dustborns verfügen über einzigartige Besonderheiten oder Fähigkeiten. Ziggy, meist Zee genannt, ist zum Beispiel in der Lage, sich über kurze Distanzen zu teleportieren oder sogar nicht zu massive Materie wie eine Wand zu durchdringen. Eli, einer der "Anomalen", der sich im Laufe der Story eurer Gruppe anschliesst, kann wiederum ein monströses Trugbild erschaffen, das im Kampf die Feinde nicht nur verwirrt, sondern ihnen sogar tatsächlich Schaden zufügen kann.

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Die Fähigkeit von Pax, die wie (fast) alle Dustborns eine kriminelle Vergangenheit hat, besteht darin, Sprache zu manifestieren und somit als Waffe einzusetzen. Damit bufft sie sich im Kampf, löst eine Druckwelle oder die Skills ihrer Begleiter (wie etwa Elis Trugbild) aus. Trotz all der aktiven Kampfaction und an "Guitar Hero" erinnernden (Musik-)Minigames liegt der Fokus von "Dustborn" klar auf der Story, bei der ihr mit euren Entscheidungen ein bisschen wie in den Adventures von Telltale Games den Pfad bestimmt und eure Beziehung zu den anderen Anomalen verbessert oder womöglich auch ruiniert. Inszeniert ist die Geschichte, in der auch Roboter eine wichtige Rolle spielen, wie ein Road-Movie-Western. Eure Aufgabe besteht zunächst darin, eine Lieferung vom kalifornischen Pacifica ins kanadische Nova Scotia zu bringen. Gelingt euch das, könnte für Pax und die anderen ein neues Leben in Freiheit beginnen. In der fiktiven "American Republic" des Spiels werdet ihr aber nicht nur von der rigorosen "Justice" verfolgt, sondern müsst euch auch mit Bikergangs wie den Ridern im Kampf auseinandersetzen. Darauf gehen wir später noch genauer ein.

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