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SESL - Interview

Mit neuem Namen ins neue Jahr

Interview Alain Jollat

In der Schweizer E-Sport-Szene konnte sich die Prefire League in den vergangenen Jahren einen Namen machen. Doch was mit einem CS:GO-Cup seinen Anfang nahm, wuchs zu etwas Grösserem heran. Der vom Counter-Strike-Jargon kommende Name wurde der Liga mit all den Spielen nicht mehr gerecht und so wurde aus der Prefire-Liga die SESL - die Swiss Esports League. Wir haben mit Jonas Eichelberger, dem CEO der SESL, über das vergangene Jahre und die Pläne für 2018 gesprochen.

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Fangen wir doch mit einem kleinen Rückblick an. Was war aus deiner Sicht das grösste Ding, das ihr 2017 erreicht habt?

Im Jahr 2017 durften wir mit unserem Pilot-Projekt “Prefire The League“ - zusammen mit der Schweizer E-Sports- und Gaming-Community - eine Plattform aufbauen, welche die gesamte Community wieder vereint. Wobei, getrennt in dem Sinne war sie ja nie. Es fehlte einfach der Ort, wo sie alle trafen. Einige waren auf der ESL unterwegs, andere auf Faceit. Aber einen gemeinsamen Treffpunkt für alle Schweizer Teams abseits der LAN-Partys gab es nicht.

Aber der Höhepunkt des Jahres waren für uns sicher die Finale der Fall-Season, in denen wir für den Schweizer E-Sports-Verband SESF die Schweizermeistertitel in mehreren Spielen verleihen durften. Sie wurden offline ausgetragen, es gab ein Public Broadcasting - ein richtig gelungenes Erlebnis. Auch für uns.

Ende letzten Jahres hat der E-Sport zunehmend auch seinen Weg in die klassischen Medien gefunden, die sonst nicht gross über Gaming berichten. Gerade noch rechtzeitig? Oder ist es gar nicht mehr nötig?

Die klassischen Medien sind für uns äusserst wichtig, da sie ein toller Weg sind, wie wir der breiten Öffentlichkeit den E-Sport und unser Projekt vorstellen können. Daher: Ja, das ist weiterhin nötig. Wir haben noch immer mit sehr vielen Vorurteilen zu kämpfen welche auf diesem Weg stetig abgebaut werden können.

Welche wären denn das?

Ganz verschiedene. Beispielsweise das Bild eines Kellerkind-Nerds, das absolut nicht den Tatsachen entspricht, im Gegenteil. E-Sportler sind gut ausgebildete Leute, die im Team funktionieren müssen, also auch die entsprechenden sozialen und kommunikativen Skills mitbringen müssen. Unter den Gamern ist das Vorurteil kein Thema mehr, aber überraschenderweise noch im Kopf vieler - meist über 40jährigen Personen - vorhanden. Oftmals sind sie erstaunt, was solche Team-Spiele einem abverlangen, sobald man mit ihnen darüber spricht.

Gibt es etwas, was ihr euch für 2017 vorgenommen aber nicht erreicht habt?

Wir sind mit den Entwicklungen im Jahr 2017 sehr zufrieden. Natürlich sehen wir an vielen Punkten noch einiges an Verbesserungspotential, zum Beispiel wollen wir den Broadcasting-Bereich weiter ausbauen und stärken. Das heisst natürlich nicht, dass wir kurzfristig E-Sport-Übertragungen auf SRF zwei sehen, aber wir wollen beispielsweise die Analysen nach einem Spiel verbessern und an der Übertragung der Spitzenspiele feilen - sowohl qualitativ als auch quantitativ. Zudem möchten wir gerne Nicht-E-Sportler besser erreichen und diese für unser Projekt begeistern.

Welche Sachen wärt ihr rückblickend anders angegangen?

Rückblickend sehen wir sicherlich die Kommunikation - wie in fast jedem Start-Up - als unsere grösste Schwäche. Wir sind gewachsen und konnten unsere Kommunikation nicht schnell genug der neuen Grösse anpassen. Besonders auch intern, nicht nur den Spielern oder den Medien gegenüber, die wir einerseits mit Informationen, andererseits auch mit interessanten Themen um unsere Liga beliefern wollen. In diesem Bereich haben wir den Aufwand sicherlich unterschätzt.

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