Echoes of Aincrad: Sword Art Online - Test / Review

Wenn aus Spiel plötzlich blutiger Ernst wird

Test Video Sven Raabe getestet auf PlayStation 5

Nachdem wir in vielen bisherigen Games zum beliebten Anime-Hit "Sword Art Online" in der Vergangenheit in die Rolle von Protagonist Kirito und anderen bekannten Charakteren schlüpften, verfolgt Bandai Namco mit "Echoes of Aincrad" einen anderen Ansatz. Im neuesten Action-RPG zum Franchise erlebt ihr die Story mit eurer eigenen Spielfigur!

Die Verantwortlichen verfolgen hierbei somit einen Ansatz, der in der Vergangenheit zum Beispiel in der "Dragon Ball Xenoverse"-Reihe hervorragend funktioniert hat. Ob diese Rechnung nun auch im Fall des neuesten "Sword Art Online"-Games aufgeht, erfahrt ihr in unserem grossen Test zur PlayStation-5-Version des Singleplayer-Abenteuers.

Game Over bedeutet den Tod

Ihr schlüpft in "Echoes of Aincrad" in die Rolle eures in einem angenehm umfangreichen Editor erstellten Charakters und stürzt euch in das neue VR-MMORPG "Sword Art Online". Nach dem offiziellen Start des Titels erwartet die 10'000 eingeloggten Spieler allerdings eine böse Überraschung: sie können sich nicht mehr ausloggen!

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Fortan sind sie in der Spielwelt Aincrad gefangen. Ihre einzige Möglichkeit ist es, die 100 Ebenen des Games zu meistern und es somit zu beenden. Wer jedoch während dieser Zeit stirbt, verliert auch in der echten Welt sein Leben. Die Einsätze sind so hoch wie nie. Könnt ihr es schaffen, wieder heil nach Hause zurückzukehren?

Für die Story von "Echoes of Aincrad" könnt ihr rund 20 Stunden einplanen. In dieser Zeit hält das Action-RPG einige emotional packende Momente für Fans der Anime-Vorlage bereit. Allerdings braucht die Handlung sehr lange, um Fahrt aufzunehmen und wirklich spannend zu werden. Zudem sind viele der neuen Figuren eher mässig interessant.

Survival of the Fittest

Die Geschichte ist also nicht gerade die ganz grosse Stärke des Spiels, was besonders an der einen oder anderen Länge liegt. Dem Singleplayer-Game hätte ein deutlich höheres Erzähltempo gutgetan. Glücklicherweise geht es im Gameplay merklich flotter zur Sache. Es fusst vor allem auf drei Säulen: Action, Erkundung und Charakterentwicklung.

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Um die Überlebenschancen eurer Spielfigur in der Welt von "Sword Art Online" zu erhöhen, müsst ihr stärker werden. Das bedeutet, gefährliche Monster zu bekämpfen und verschiedene Quests abzuschliessen. So steigt euer Charakter allmählich in der Stufe auf, erhält bessere Items und bleibt (hoffentlich) lebendig. Es ist ein recht simpler Gameplay-Loop, der uns jedoch immer wieder zum Weiterspielen motiviert hat.

Da "Sword Art Online" und somit ebenfalls "Echoes of Aincrad" ein Fantasy-Mittelalter-Setting haben, stehen euch dazu passende Waffen zur Auswahl. Hierzu zählen etwa Schwerter, Äxte oder auch Streitkolben. Bei Schmieden könnt ihr eure Waffen nach abgeschlossenen Missionen verbessern oder, falls ihr die nötigen Baupläne gefunden habt, neue Exemplare herstellen. Neben neuen Waffen lassen sich zudem neue Rüstungen anfertigen, was ihr regelmässig tun solltet, um eure Überlebenschancen gegen immer stärkere Feinde zu erhöhen.

Kommt nur her, ihr Monster!

Die Kämpfe selbst laufen in Echtzeit ab - für euch und eure NPC-Begleitung, die ihr vor Beginn jeder Quest auswählt. Im Laufe eures Abenteuers könnt ihr mit verschiedenen Figuren zusammenarbeiten und auf Knopfdruck sogar festlegen, ob sie bei euch bleiben oder selbstständig agieren sollen. Unabhängig davon nutzen sie ihre Waffen-Skills ziemlich geschickt. Je länger ihr einen Waffentyp verwendet, desto mehr Skills erhaltet ihr.

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Waffen-Skills sind mächtige Spezialangriffe, die ordentlich Schaden anrichten, insbesondere gegen kleine Standardgegner. Zudem könnt ihr mit dem richtigen Timing viele schwache Angriffe parieren, um anschliessend gemeinsam mit eurem NPC-Begleiter zu kontern. Darüber hinaus verfügen eure KI-Partner über spezielle Skills, die ihr aktivieren könnt. Unsere primäre Begleiterin Iori, eine wichtige neue Figur im Spiel, kann etwa eine Heilzone einrichten. Da diese Skills einen langen Cooldown haben, müsst ihr sie bedacht einsetzen.

Euer eigenes kämpferisches Talent wird vor allem in den Bosskämpfen gegen besonders mächtige Monster auf die Probe gestellt. Diese sind oftmals deutlich grösser als normale Feinde und haben ein paar richtig fiese Tricks auf Lager. Die Gefechte gegen einige Story-Bossgegner zählen deshalb zu unseren ganz grossen Highlights des Spiels. Kurzum: Das Kampfsystem funktioniert, abgesehen von gelegentlichen Kamera- und Übersichtsproblemen, angenehm rund und macht wirklich Spass!

Hallo? Ist da jemand?

Kommen wir nun zur Erkundung der Spielwelt: Im Rahmen von Quests durchstreift ihr stets einen abgeschlossenen Teil von Aincrad, den ihr jedoch relativ frei erkunden dürft. An fair verteilten Checkpoints gibt euch das Game eine grobe Richtung vor und lässt euch anschliessend euren eigenen Weg suchen. Speziell am Anfang hat dies unseren Entdeckerdrang geweckt, der durch die Funde einiger versteckter Items belohnt wurde.

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Mit "Echoes of Aincrad: Sword Art Online" erwartet euch somit kein vollwertiges Open-World-Game, doch einige Areale sind durchaus ziemlich weitläufig. Als Orientierungshilfen fungieren leuchtende Lichtsäulen in der Ferne. Leider ist unsere Abenteuerlust nach einigen Stunden bereits an ihre Grenzen gestossen, denn so schön die Spielwelt an vielen Orten aussieht, so leer wirkt sie gleichzeitig an zahlreichen anderen Stellen.

Über weite Strecken lauft ihr leider durch sehr leere Areale, die sich teils optisch auch noch frappierend ähneln. Besonders auffällig ist dies im Fall von Höhlen, die sich teilweise so sehr gleichen, dass wir uns zwischenzeitlich mehrfach fragten, ob wir eine Passage nicht zuvor erst durchquert hatten. Des Weiteren kämpft ihr, unabhängig vom Areal, immer wieder gegen dieselben Gegnertypen. Hinzu kommt Bossgegner-Recycling.

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