Liebe zum Detail trifft auf klare Designschwächen
Um es, ehe wir langsam zum Fazit kommen, noch mal klarzustellen: "Echoes of Aincrad" ist kein schlechtes Spiel. Die Story bietet mitreissende Momente, das Kampfsystem macht Spass, das Aufstufen der eigenen Figur motiviert, und die Liebe zum Detail für die Anime-Vorlage ist stets spürbar, sei es im Design oder mit Blick auf kleine Easter-Eggs.
Allerdings steht sich das Action-RPG immer wieder selbst im Weg. Die Geschichte braucht mehrere Stunden, um wirklich spannend zu werden, und auch das Leveldesign sowie die Gegnervielfalt haben klare Schwächen. Selbiges gilt für das Missionsdesign, das nur selten über den ordentlichen Genrestandard hinauskommt oder positiv überraschen kann. Dies gilt sowohl für Story-Quests als auch für optionale Nebenmissionen.

Auch hinsichtlich der Inszenierung der Story, abseits einiger toller Zwischensequenzen, lässt das Spiel Potenzial ungenutzt. Während wir etwa in einem "Dragon Ball Xenoverse 2" Seite an Seite mit den Hauptfiguren kämpfen, erlaubt es uns "Echoes of Aincrad" viel zu selten, einen spürbaren Einfluss auf die bekannte Hauptgeschichte nehmen zu dürfen.
Dennoch fällt es schwer, das Gegner-Recycling sowie die generischen Umgebungen, Waffen und Rüstungen dem Spiel selbst wirklich zur Last zu legen. Die Macher halten sich schlichtweg an die Vorlage, die in vielen Punkten ebenfalls ein recht generisches Mittelalter-Setting mit Fantasy-Einschlag aufbaut. Wir hätten uns von den Schöpfern lediglich mehr Mut gewünscht, der Vorlage einen eigenen Stempel aufzudrücken, sei es mit mehr eigenen Gegnertypen oder interessanten, vielschichtigen neuen Charakteren.
Fazit
"Echoes of Aincrad: Sword Art Online" hat definitiv seine Stärken, sei es die frische Perspektive auf die bekannte Story, der wirklich toll gelungene Cel-shading-Look im Anime-Stil oder der zwar nicht originelle, aber motivierende Gameplay-Loop. Das Problem ist, dass es sich immer wieder selbst ein Bein stellt und hinter seinen Möglichkeiten bleibt.
Das repetitive Leveldesign und die sich zu oft wiederholenden Standard- sowie Bossgegner sind in ihrer Summe so ärgerlich, dass sie den Spielspass immer wieder ordentlich drücken. Hinzu kommen das anfangs sehr langsame Erzähltempo und die eher blassen neuen Charaktere. In seinem Kern erwartet euch hier ein gutes Anime-Action-RPG, das sein zweifelsohne vorhandenes Potenzial jedoch nie vollends ausspielen kann.
