EVE Online - Im Gespräch mit Hilmar Veigar Pétursson - Special

Der EVE-CEO über den Abschied von Pearl Abyss und die Zukunft von EVE Online

Artikel Flo Merz

Ein Spiel für die Fans und Mitarbeiter

Die Rückkehr zur Eigenständigkeit wurde innerhalb der Community überwiegend positiv aufgenommen. Viele Fans verbanden mit der Unabhängigkeit die Hoffnung, dass Entscheidungen künftig noch stärker aus einer kreativen Perspektive getroffen werden könnten. Gleichzeitig machte die Firmenführung jedoch deutlich, dass sich trotz der neuen Situation nur wenig am grundsätzlichen Kurs ändern solle. "EVE Online" bleibt weiterhin das zentrale Produkt des Studios, während parallel an weiteren Projekten im selben Universum gearbeitet wird. Dazu zählen unter anderem neue Shooter- und Survival-Erfahrungen, die das bekannte Science-Fiction-Setting erweitern sollen.

Entsprechend war die Angst gross, dass etwaige Umstrukturierungen zu Entlassungen und Sparkursen führen würden. Dies wurde jedoch direkt von der Firmenleitung verneint, stattdessen wolle man weiter auf die Stärke der Mitarbeiter setzen. "Im Grunde ist es harte Arbeit! Viele Dinge müssen natürlich zusammenkommen - auch wir sind nicht vor der harten Realität gefeit. Trotzdem sind wir in der glücklichen Position, dass wir so arbeiten können, wie wir es gegenwärtig tun." In den letzten fünf bis acht Jahren hatte CCP Games lediglich 13 Mitarbeiter gehen lassen müssen. Die letzte grosse Entlassungswelle gab es 2017, als das US-amerikanische Studio geschlossen und 100 Mitarbeiter ihre Hüte nehmen mussten.

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Gerade dieser vergleichsweise kleine Personalabbau überrascht in einer Branche, die in den vergangenen Jahren immer wieder von Massenentlassungen erschüttert wurde. Zahlreiche grosse Publisher und Entwicklerstudios mussten Projekte einstellen oder hunderte Mitarbeiter entlassen. Fenris Creations scheint hingegen bewusst auf Stabilität zu setzen. Auch dies dürfte einer der Gründe sein, weshalb viele Entwickler dem Unternehmen bereits seit Jahren oder gar Jahrzehnten treu geblieben sind. Während des Fanfests wurde immer wieder deutlich, wie eng die Verbindung zwischen den Mitarbeitern und der Community tatsächlich ist. Viele Entwickler stehen in direktem Austausch mit den Spielern, diskutieren Balance-Anpassungen oder hören sich Kritik unmittelbar vor Ort an.

"'EVE Online' befindet sich gegenwärtig in einem der erfolgreichsten Abschnitte seit der Veröffentlichung. Dafür sind wir immens dankbar. Wir versuchen weiterhin, so gut es geht auf unsere Mitarbeiter achten. Das Ganze inkludiert aber auch einen steten Austausch mit der Community, denn ohne sie gäbe es 'EVE Online' in seiner heutigen Form faktisch nicht", gab Pétursson abschliessend zu verstehen.

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Genau diese Art der Kommunikation dürfte auch in Zukunft entscheidend bleiben. Denn obwohl "EVE Online" mittlerweile über 20 Jahre alt ist, wirkt das Spiel keineswegs wie ein Relikt vergangener Tage. Stattdessen versteht sich das MMOG weiterhin als lebendige Plattform, die sich kontinuierlich verändert. Grosse Schlachten mit tausenden Spielern, politische Intrigen innerhalb gigantischer Allianzen und spektakuläre Verratsgeschichten sorgen regelmässig für Schlagzeilen - selbst ausserhalb der klassischen Gaming-Bubble. Vielleicht ist genau das der Grund, warum "EVE Online" auch heute noch eine so besondere Rolle innerhalb der Videospielbranche einnimmt: Es ist weniger ein gewöhnliches Spiel und vielmehr ein soziales Experiment im digitalen Weltraum.

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