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F1 2017 - Test

Nahe an der Perfektion

Test Video Martin Mayer getestet auf PlayStation 4

Die Formel-1-Saison 2017 geht nach der Sommerpause ab dem letzten Augustwochenende in die entscheidende Phase. Bereits ein paar Tage vor dem Gran Prix im belgischen Spa-Francorchamps wird es auch für Rennspiel-Freunde wieder spannend. Dann nämlich geht Codemasters' F1 2017 an den Start, das mit ausgebautem Karrieremodus, verfeinerter Technik und historischen Boliden Atmosphäre und Authentizität der Königsklasse des Rennsports noch besser einfangen will als letztes Jahr. Im Test verraten wir, ob den Briten das Vorhaben gelingt.

Im vergangenen Jahr unternahm Codemasters mit „F1 2016“ bereits einige entscheidende Schritte, um die Rennsimulation für die Zukunft fitzumachen. Die Konzentration auf PC und die aktuellen Konsolen machte sich vor allem in Form einer erheblichen verbesserten Grafik bemerkbar, aber auch aus spielerischer Sicht lieferten die Rennspiel-Experten aus England den bislang besten Teil der Reihe ab. Insbesondere der stark ausgeweitete Karrieremodus mit seinem motivierenden Upgrade-System für die Rennfahrzeuge hielt den Spielspass auf konstant hohem Niveau. Mit „F1 2017“ baut Codemasters jedoch nicht bloss den Karrieremodus weiter aus, sondern erreicht auch in sonst beinahe jedem Aspekt des Spiels abermals eine Verbesserung.

Starkes Fahrmodell

Bei allen Stärken, die ein Formel-1-Rennspiel sonst noch mitbringen kann, ist und bleibt ein gutes Fahrmodell das A und O. In diesem Bereich liefert Codemasters einmal mehr einen erstklassigen Job ab, denn so realistisch wie in „F1 2017“ fühlen sich Fliehkräfte in den Kurven oder der durch unsere Spoiler verursachte Anpressdruck auf der Piste in so gut wie keinem anderen aktuellen Rennspiel an. Nur Freunde der Aussenperspektive müssen Abstriche beim Geschwindigkeitsgefühl machen. Anders als in der Cockpitansicht sowie den sonstigen Blickwinkeln wie etwa der Nasenkamera nah am Asphalt kommt in der Aussenansicht selbst das Fahren bei 300 km/h nicht vollends zur Geltung.

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Wie gut das Fahrmodell in „F1 2017“ gelungen ist, fällt insbesondere bei Regen auf. Selbst wenn wir einen Teil der Fahrhilfen aktiviert haben, müssen wir merklich gegen Aquaplaning und mit deutlich längeren Bremswegen kämpfen. Zuschaltbare Fahrhilfen gibt es indes eine ganze Reihe. Egal, ob ihr also die Realismus-geprägte Simulationsvariante bevorzugt oder eher eine arcadigere Variante; beide Seiten kommen in „F1 2017“ voll auf ihre Kosten! Wer sich mal einen Fehler erlaubt und durch zu forsches Fahren von der Strecke abkommt, muss sich keine Sorgen machen. Denn anders als in in „Dirt 4“ steht euch in „F1 2017“ die bewährte Rückspulfunktion zur Verfügung, um Rennen (beziehungsweise Trainings-Session oder Qualifying) an einem Punkt vor dem Fehler fortzusetzen.

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Nur die KI sowie das Strafensystem zeigen ein paar kleinere Schwächen. So fahren uns die computergesteuerten Konkurrenten (ihr Anspruch ist stufenweise auf einer Skala bis 110 Prozent regelbar) einen Hauch zu strikt auf der Ideallinie. Ab und zu wird eine vom Hintermann verursachte Kollision auch mal uns statt dem Gegner von der Rennleitung zu Lasten gelegt. Aber solche Dinge bleiben in „F1 2017“ die Ausnahme. Letztlich findet Codemasters, insbesondere was das unbeabsichtigte Schneiden von Kurven angeht, eine für den Spieler absolut faire Lösung (erst bei groben Verstössen müsst ihr mit mehr als nur einer Verwarnung rechnen), die sich dem Spielspass nie ernsthaft in den Weg stellt.

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