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Far Cry 4

Tierisch starkes Open-World-Theaterstück

Test Benjamin Kratsch getestet auf PlayStation 4

Geht’s besser als Vaas?

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Haas war sicherlich einer der besten Antagonisten der letzten Jahre, auch wenn er in „Far Cry 3“ ab einem gewissen Zeitpunkt quasi aus der Geschichte geschnitten wurde. Pagan Min gefällt mir persönlich noch eine Ecke besser, weil er sich nicht ständig wiederholt. Während Vaas ganz offensichtlich völlig wahnsinnig war, ist Pagan ein kühler Taktiker. Die Psychospielchen funktionieren zudem auf einer anderen Ebene, weil Pagan euch immer mal wieder anruft oder sich übers Radio meldet und den Protagonisten direkt adressiert. Er entschuldigt sich dann für das ruppige Vorgehen seiner „dressierten Affen“ und zeigt Verständnis dafür, dass ihr sie getötet habt - sonst hätte er das ja übernehmen müssen. Zudem ist die Geschichte von Antagonist und Protagonist dieses Mal sehr viel stärker narrativ verbandelt. Wir wollen hier wie immer auf harte Spoiler verzichten, aber es ist schlicht grossartig wie viele WTF-Momente Ubisoft Montreal mit „Far Cry 4“ liefert.

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Das fängt mit einem Selfie neben einer Leiche im Intro an und geht so sehr, sehr lange weiter. Die Story-Autoren werfen euch immer wieder einen Krumen an Informationen hin, lassen sich aber Zeit das grosse Ganze aufzudecken. Ohnehin ist das Werk erstaunlich gut darin auf Schwarz-Weiss-Malerei zu verzichten. Ihr kämpft nämlich in erster Linie für den Goldenen Pfad, eine Rebellenorganisation von Kyrat. Doch statt diese Fraktion als das ultimativ Gute zu skizzieren, verschwimmen die Grenzen während der Geschichte häufig. Ihr werdet in „Far Cry 4“ zum ersten Mal in der Serie sehr viel moralische Entscheidungen treffen müssen, die die Geschichte beeinflussen, aber nicht so massiv verändern wie in etwa in „Dragon Age: Inquisition“ oder „The Witcher 3“.

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